Wenn bei Schnupfen, Erkältung oder Nasennebenhöhlenentzündung Schleim die Nase verstopft, wird uns ihre Bedeutung für das Riechen und Schmecken bewusst. Auch in schnupfenfreien Zeiten produziert sie täglich fast einen Liter Sekret. Dieses hält die Nasenschleimhaut feucht, befeuchtet die eingeatmete Luft und hilft bei der Abwehr von Bakterien und Schmutzstoffen.
Rund 10.000 Liter Luft passieren die Nase täglich, mit der Schmutzpartikel und Krankheitserreger in die Atemwege stömen. Die Nase fängt sie ab und entsorgt sie. Als erster grober Filter dienen Härchen im Naseneingang. Reize auf die Nasenschleimhaut lösen den Niesreflex aus, der Fremdkörper mit einem Luftstoß wieder hinaus befördert.
Einen Großteil der Erreger schieben allerfeinste Härchen – die Zilien – mit dem Nasensekret Richtung Magen. Dort zerstört die Magensäure die Eindringlinge. Meist können Viren auf diese Weise ausgeschaltet werden. Kommt es doch zu einem Schnupfen, produziert die Nasenschleimhaut mehr Schleim als gewöhnlich. Auch eine Allergie kann die Schleimhäute entzünden und mehr Sekretbildung auslösen.
Verbunden mit den Nebenhöhlen
Die Nase ist mit den sogenannten Nebenhöhlen verbunden. Diese bestehen aus zwei Kieferhöhlen, zwei Stirnhöhlen, einer Keilbeinhöhle und mehreren kleinen Höhlen im hinteren Nasenbereich, den so genannten Siebbeinzellen. Auch diese können bei einer Erkältung oder einer Allergie in Mitleidenschaft gezogen werden, sich entzünden, mit Sekret füllen und schlimmstenfalls vereitern.
Auf die Atemluft wirkt die Nase wie eine kleine Klimaanlage. Die gut durchblutete Nasenschleimhaut wärmt kalte Luft auf lungenverträgliche Temperaturen an, indem sie Körperwärme abgibt. Warme Luft kühlt sie durch Verdunsten von Flüssigkeit ab. So herrscht im Nasen-Rachen-Raum immer eine Temperatur zwischen 31 und 34 Grad Celsius.
Schlüssel zur Welt der Düfte
Die Nase erschließt uns die Welt der Düfte. Das dafür zuständige Areal, die Riechschleimhaut, liegt zu beiden Seiten der Nasenscheidewand und enthält 30 Millionen Geruchssinneszellen. Nervenbahnen leiten die Duftreize ins Riechhirn. Von dort gelangen sie zum Hypothalamus und zum limbischen System. Diese Hirnregionen sind wichtig für das Gedächtnis und die Gefühle. Daher verwundert nicht, dass der Geruchssinn auch bei der Partnerwahl eine Rolle spielt und dass wir manche Menschen sprichwörtlich nicht riechen können.
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23.02.2010, aktualisiert am 10.07.2010
Bildnachweis: W&B/ Jörg Kühn
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