Was hilft gegen Muskelkater?

Muskelkater nach dem Sport – ist das eigentlich ungesund? Wie die Muskelschmerzen entstehen, was die Beschwerden lindert und wann Sie zum Arzt gehen sollten

von Saskia Becker, aktualisiert am 18.08.2014

Unangenehmer Effekt nach zu viel Sport: Muskelkater

iStock/Jan Otto

Wohl jeder, der ihn schon mal hatte, fragt sich: Was kann ich dagegen tun? Die Rede ist vom Muskelkater. Er bewirkt, dass schon die kleinsten Bewegungen Schmerzen bereiten.

Was ist eigentlich Muskelkater?

"Ehrlich gesagt, man weiß es noch nicht ganz genau", sagt Dr. Stephan Bernhardt, Allgemeinmediziner aus Berlin. "Seit dem Beginn der Muskelkater-Forschung wurden verschiedene Theorien diskutiert." So vermuteten manche Wissenschaftler, dass eine vermehrte Milchsäurebildung (Laktat) im Muskel schuld war. Andere führten Muskelkater auf Blutergüsse zurück.

"Heute geht man von winzigen Verletzungen in den Muskelfasern aus, die den Muskelkater auslösen", erklärt Bernhardt. Dies geschieht besonders durch Abbremsbewegungen. Beim Bergabgehen ist daher zum Beispiel das Muskelkater-Risiko höher als beim Bergauflaufen.


Doch was geschieht genau im Muskel? Durch die ungewohnte Belastung werden Muskelfibrillen – das sind Teile der Muskelfasern – verletzt. Anschließend kommt es zu Muskelschwellungen. So entstehen die typischen Schmerzen, die durchaus etwa sieben Tage anhalten können.

Ist Muskelkater ungesund?

"Nein, Muskelkater ist nicht schädlich", sagt der Experte. Die Muskeln regenerieren sich wieder und es verbleiben keine Folgeschäden.

Wie beugt man Muskelkater vor?

"Ein Wundermittel gibt es nicht", sagt Bernhardt. "Auch Dehn- und Aufwärmübungen vor dem Sport können Muskelkater nicht verhindern." Muskelkater ist die Folge ungewohnter Bewegungen oder zu hoher Belastung. Die beste Vorbeugung ist daher, das Training langsam und stufenweise zu steigern. Ein weiterer Pluspunkt regelmäßiger Bewegung: Die Koordination verbessert sich – und je koordinierter Bewegungen ausgeführt werden, desto besser arbeiten die Muskeln zusammen.

"Aber auch Sportler kennen Muskelkater durch Überbelastung oder neue, untrainierte Bewegungen", erklärt Bernhardt.

Was hilft gegen Muskelkater?

"Muskelkater kann nicht medikamentös behandelt werden", sagt Bernhardt. "Schmerzmittel können den Schmerz zwar vorübergehend mindern, helfen aber nicht gegen den Muskelkater."

Viele setzen bei Muskelkater auf eine Wärmebehandlung, zum Beispiel durch einen Saunabesuch. "Sportler bestätigen in der Regel, dass Wärme die Schmerzen lindert", sagt Bernhardt. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um Erfahrungswerte. "Eine wissenschaftliche Erklärung gibt es dafür nicht."

Ein weiterer Erfahrungswert: Nicht mit dem Sport pausieren, sondern leicht weiter trainieren. Allerdings sollte die Intensität deutlich geringer sein als jene, die den Muskelkater ausgelöst hat. Wer zum Beispiel am Vortag joggen war, könnte die Strecke am zweiten Tag flott gehen.

Wann muss ich zum Arzt gehen?

Normalerweise müssen Sie bei einem Muskelkater nicht zum Arzt. Es gibt aber Ausnahmen: Wer sich den Muskelkater nicht durch ein Zuviel an Bewegung oder Sport erklären kann, sollte einen Arzt aufsuchen. "Schuld an den Muskelschmerzen könnte zum Beispiel eine Nebenwirkung von Cholesterinsenkern sein," erklärt Bernhardt. Wenn der Muskelkater nicht nach spätestens sieben Tagen von alleine weggeht oder Sie nicht sicher sind, ob es sich um eine Verletzung handelt, ist ebenfalls ein Praxisbesuch ratsam.



Bildnachweis: iStock/Jan Otto

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