Auf einmal schmerzt und brennt es im Mund, gleich nach dem ersten Schluck Orangensaft. Der Blick in den Spiegel offenbart den Auslöser: einen weißlich-gelben Fleck auf Zahnfleisch oder Mundschleimhaut, der von einem rötlichen Rand umgeben ist. Meist handelt es sich dabei um eine Aphthe.
Aphthen sind Gebilde, die wie ein milchig-gelblicher Fleck aussehen und oft mit Flüssigkeit gefüllt sind. Platzt die Stelle auf, wird dabei die oberste Schicht der Schleimhaut lädiert. Sie entzündet sich und schmerzt zum Teil erheblich – vor allem, wenn man etwas Saures oder Scharfes isst oder trinkt, tut die betroffene Stelle empfindlich weh.
Aphthen treten bevorzugt unter der Lippe oder an der Innenseite der Wange auf, aber auch an der Zunge oder im Gaumen. „Was Aphthen verursacht, weiß man bisher nicht genau“, sagt Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Spekulationen gibt es viele. Ein geschwächtes Immunsystem könnte die Ursache sein, vielleicht aber auch ein Mangel an Zink oder Vitamin B 12. „Zudem kann Stress Aphthen begünstigen“, weiß Oesterreich. Frauen bekommen anscheinend eher Aphthen als Männer. Deshalb mutmaßen Wissenschaftler auch, dass Hormonschwankungen eine Rolle spielen könnten.
Gewöhnlich heilen die meisten Aphthen von selbst nach gut einer Woche ab. Und zwar ohne Narben zu hinterlassen. Diese, von Medizinern als Minor-Aphthen bezeichneten Gebilde, haben etwa die Größe einer Linse und machen gut 80 Prozent aller Aphthen aus. Seltener kommen sogenannte Major-Aphthen vor, die bis zu drei Zentimeter groß werden können. Dieser Typ braucht manchmal mehrere Wochen, bis er verheilt und bedarf einer intensiven Therapie. Zudem können diese Aphthen Narben hinterlassen. Der herpetiforme Typ, bei dem zahlreiche Herpes-ähnliche Schleimhautläsionen auftreten, ist noch seltener. „Diese Form des Auftretens von Aphthen wird oft mit Herpes simplex-Infektionen verwechselt, hat damit aber nichts zu tun“, erklärt der Zahnarzt.
Da eine Aphthe zwar nichts Schlimmes ist, jedoch beim Essen, Trinken, Reden und Schlucken stören kann, empfiehlt Oesterreich sogenannte Lokalanästhetika. Diese Mittel betäuben – in Form eines Gels oder einer Creme aufgetragen – die Schmerzen. Leider verbleiben die Zubereitungen nicht sehr lange auf der Mundschleimhaut, weshalb sie mehrmals täglich angewendet werden müssen. Tinkturen aus Myrrhe, Nelke oder Rhabarberwurzel können ebenfalls helfen. Am besten lassen Sie sich bei der Auswahl geeigneter Präparate in der Apotheke beraten.
Da die Schleimhaut durch eine Aphthe verletzt wird, können an der betroffenen Stelle schnell Bakterien eindringen und sie infizieren. Dem lässt sich mit keimabtötenden Mundspüllösungen vorbeugen. Überhaupt sollten Betroffene auf eine gute Mundhygiene achten.
Übrigens: Aphthen treten leider immer wieder auf und kommen in manchen Familien gehäuft vor. Ansteckend sind sie jedoch nicht.
Wer häufig an Aphthen leidet oder sich nicht sicher ist, ob wirklich eine Aphthe vorliegt, sollte einen Arzt aufsuchen.
Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de;
11.03.2010, aktualisiert am 25.06.2010
Bildnachweis: Thinkstock/BananaStock
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