Häufig ahnen die Betroffenen selbst schon, woher ihr Mundgeruch kommen könnte. Ihn weiter zu ignorieren, wäre nicht nur den Mitmenschen gegenüber unfair, sondern auch der eigenen Gesundheit. Denn Ursachen wie nachlässige Zahnpflege, Rauchen oder Atemwegsprobleme, um nur einige Beispiele zu nennen, ziehen langfristig oft ernste Erkrankungen nach sich.
Oft hilft es, über einen gewissen Zeitraum ein Protokoll zu führen, um möglichen Ursachen auf die Spur zu kommen. Hier können von Mundgeruch Betroffene festhalten,
Solche Informationen stellen eine gute Grundlage für das Gespräch mit dem Arzt dar. Dazu muss der Arzt wissen, welche Medikamente sein Patient nimmt, wie regelmäßig er Alkohol trinkt, ob er Allergien oder Verdauungsprobleme hat, ob er an einer Atemwegserkrankung oder an Erkrankungen innerer Organe wie Niere oder Leber beziehungsweise an einer Stoffwechselstörung wie Diabetes leidet.
Plötzlicher schlechter Atem mit charakteristischem Geruch ist vor allem für Menschen, die an Diabetes, einer Nieren- oder Lebererkrankung leiden, ein Warnzeichen.
Wenn keine bekannten Erkrankungen vorliegen, ist es sinnvoll, zuerst vom Zahnarzt prüfen zu lassen, wie es um Zähne und Zahnfleisch steht. Neben der entsprechenden Behandlung und einer professionellen Zahnreinigung wird der Zahnarzt seinen Patienten auch in der richtigen Pflege anleiten.
Ergibt die Zahnuntersuchung keine Anhaltspunkte, wird in der Regel der Hausarzt die weitere Diagnose übernehmen.
In einer ersten eingehenden Befragung erkundigt sich der Arzt nach weiteren Symptomen, die Hinweis auf krankhafte Ursachen geben können. Es folgt in der Regel eine gründliche Untersuchung des Mundraums. Manchmal deckt der Arzt schon dabei Entzündungsherde oder Pilzinfektionen (zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Prothese) auf. Auch Anzeichen für eine Mundatmung, die zu Mundtrockenheit führt, geben ihm wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose. Je nach Verdacht wird der Arzt dann einen Abstrich von Mund- und Rachenschleimhaut entnehmen und unter dem Mikroskop untersuchen lassen. Eventuell nimmt der Arzt weitere körperliche Untersuchungen vor, hört zum Beispiel die Lunge ab und tastet Gesicht, Hals und oberen Bauchraum ab.
Der Arzt wird den Atemgeruch selbst riechen und einordnen. Unter Umständen versucht er auch, die Geruchsintensität aus unterschiedlichen Entfernungen vom Patienten wahrzunehmen. Daher ist es hilfreich, wenn der Betroffene vor der Untersuchung keine Extra-Mundhygiene betreibt, keinen Kaugummi kaut und auch kein Parfum beziehungsweise Rasierwasser benutzt. Es gibt auch Geräte zu Messung der Geruchsstärke. Ob ihr Einsatz sinnvoll oder notwendig ist, um die Diagnose zu sichern, wird jedoch in Fachkreisen bezweifelt.
Ergeben sich Hinweise auf eine Erkrankung im Kopf- und Halsbereich oder innerer Organe wird der Hausarzt entsprechend einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder einen Facharzt für innere Medizin, einen Internisten, hinzuziehen.
Es können dann mitunter Blutuntersuchungen angezeigt sein, speziell auch um einen Diabetes, eine Nieren- oder Lebererkrankung nachzuweisen. Ebenso lässt der Arzt gegebenenfalls Atemtests durchführen, sowie bildgebende Verfahren. Dazu gehören möglicherweise eine Untersuchung von Speiseröhre und Magen (Gastroendoskopie) oder Röntgenaufnahmen der Nasennebenhöhlen beziehungsweise des Brust- und Bauchraums.
Ist die Ursache festgestellt, lässt sich Mundgeruch meist mit der passenden Behandlung beziehungsweise Vorbeugung erfolgreich beheben.
Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de;
27.05.2010, aktualisiert am 16.05.2012
Bildnachweis: Ingram/ RYF
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