Anmelden | Registrieren
Drucken

Entzündete Mundschleimhaut: Was hilft?

Wie Sie Entzündungen der Schleimhaut erfolgreich behandeln – von Aphthen bis zur Stomatitis


Grund zum Lachen: Gesundes Zahnfleisch ohne wunde Stellen

Eigentlich dürfte unser Mund nie ein Lächeln zeigen, ist er doch ständig verschiedenen negativen Umwelteinflüssen ausgesetzt: Bakterien, Viren und Pilzen sowie mechanischen Reizungen durch fehlerhafte Zahnstellungen, schlecht sitzende Prothesen und zu harte Zahnbürsten. Heiße, scharfe, saure und harte Speisen setzen der empfindlichen Mundschleimhaut ebenso zu wie Nikotin, Alkohol und bestimmte Medikamente.

Oft hat der Mund irgendwann im wahrsten Sinne des Wortes „die Schnauze voll“, und es bilden sich schmerzhafte Rötungen, Schwellungen oder sogenannten Aphthen – weißlich belegte Schleimhautveränderungen, die von einem roten Hof umgeben sind und einzeln oder in Gruppen auftreten.


So eine Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) ist zwar schmerzhaft, aber meist harmlos. Trotzdem sollte man sie nicht ignorieren, sondern die Ursache klären lassen. „Eine Stomatitis kann auch die Folge einer chronischen Erkrankung sein“, warnt Professorin Karin Kraft, Direktorin des Lehrstuhls für Naturheilkunde am Zentrum für Innere Medizin der Universität Rostock. Allergische Reaktionen und schlechte Mundhygiene können ebenfalls Probleme verursachen. „Bei starken Beschwerden wird das Essen und Trinken unmöglich“, sagt die Fachärztin für Innere Medizin. „Der Patient trocknet aus und rutscht in eine Mangelernährung.“

Am meisten gefährdet seien Kinder  sowie ältere und immungeschwächte Menschen. Mit zunehmendem Alter wird die Immunabwehr schwächer, und die Speichelproduktion nimmt ab. „Da Speichel antibakterielle, entzündungshemmende Substanzen enthält, ist eine trockene Mundschleimhaut anfälliger für Infektionen“, erklärt Karin Kraft.

Auch Arzneimittel können den Mund austrocknen und Entzündungen der Mundschleimhaut begünstigen – zum Beispiel Antidepressiva. „Besonders problematisch sind jedoch Medikamente gegen Krebserkrankungen“, erklärt die Internistin. Kerstin Bornemann, Apothekerin für Onkologische Pharmazie aus Göttingen, bestätigt: „Eine Chemo- oder Strahlentherapie schädigt nicht nur Krebszellen, sondern alle Zellen, die sich rasch teilen – also auch die der Mundschleimhaut.“ Bei der Beratung von Krebspatienten wird die Pharmazeutin oft mit Beschwerden in Mund und Rachen konfrontiert. Hinzu kommt, dass sich auf der bereits geschädigten Schleimhaut Keime wie Bakterien oder Pilze leichter an­siedeln können und die Beschwerden verstärken.

Ziel der Behandlung ist es, die Schmerzen zu lindern, Krankheitserreger abzuwehren und den Heilungsprozess zu fördern. „Pflanzliche Arzneimittel zum Spülen, Gurgeln und Auftragen wirken antimikrobiell, entzündungshemmend, reizlindernd und schmerzstillend“, sagt Naturheilexpertin Kraft. „Sie enthalten Schleimstoffe, Gerbstoffe oder ätherische Öle und wirken am besten als Kombinationspräparate.“

Geeignete Nahrungsmittel mindern zudem die Beschwerden beim Essen und Trinken. „Verzichten Sie auf ganz heiße und ganz kalte Speisen“, rät Apothekerin Bornemann, „und vermeiden Sie scharf gewürzte, saure, knusprige und grob geschnittene Lebensmittel.“ Alkohol und Zigaretten sind ebenfalls Gift für die geschädigte Mundschleimhaut. Gut eignen sich dagegen meistens Milchprodukte, pürierte Kost, Suppen und Breie. „Um den Speichelfluss anzuregen, sollten die Betroffenen ausreichend trinken, ab und zu zuckerfreie Kaugummis kauen oder nicht zu saure Bonbons lutschen“, empfiehlt Bornemann. Die Medizinerin Kraft ergänzt: „Auch bitterstoffhaltige Mittel wie Enzianwurzel regen die Speichelproduktion an.“

An einer gewissenhaften Mundhygiene führt kein Weg vorbei. Bei entzündeter Mundschleimhaut rät die Pharmazeutin Bornemann, den Mund oft zu spülen – etwa mit desinfizierendem Salbeitee. Spüllösungen mit Alkohol sollten vermieden werden, da dieser die Schleimhäute zusätzlich reizt und austrocknet. „Mit einer weichen Kunststoffzahnbürste, vor Gebrauch in heißem Wasser eingeweicht, lassen sich zudem Verletzungen des Zahnfleisches vermeiden.“ Bei sehr empfindlichem Zahnfleisch sei es sogar ratsam, die Zähne mit Wattestäbchen zu reinigen.



  1. 1
  2. 2

Barbara Kandler-Schmitt / Apotheken Umschau; 29.07.2011, aktualisiert am 28.09.2011
Bildnachweis: Strandperle/Image Source

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Krankheits-Ratgeber zum Thema

Aphthen

Aphthen sind milchig-gelbliche Gebilde, die auf Zahnfleisch oder Mundschleimhaut auftauchen. Sie lösen eine Entzündung in der Schleimhaut aus, die aber meist nach einigen Tagen von selbst wieder verschwindet »

Mundrose (Periorale Dermatitis)

Ein Hautausschlag um Mund und Nase – dabei kann es sich um eine Mundrose handeln. Ein möglicher Auslöser: Übertriebene Hautpflege. Mehr zu Ursachen, Symptomen und Therapie »

Spezials zum Thema

Der Mund: Aufgabe und Krankheiten

Essen, Trinken, Sprechen, Atmen, Schmecken oder Küssen – der Mund hat viele Funktionen. Lesen Sie alles über die richtige Lippen- und Mundpflege sowie die Erkrankungen der Mundhöhle und der Zähne »

Wie oft grillen Sie in den Sommermonaten?

Sudoku

Die beliebte japanische Knobelei in unendlichen Variationen hier online spielen »

Memo-Spiele

Unsere Kartenaufdeck-Spiele, das ähnlich wie das klassische Memory® funktioniert »

Medikamentencheck

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Arzneien überprüfen »

Vorsorge-Rechner

Welche Vorsorgeuntersuchung können Sie wann in Anspruch nehmen? Unser Rechner sagt es Ihnen »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung