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Multiple Sklerose (MS)
Ursachen

Die genauen Ursachen der Multiplen Sklerose (MS) sind noch nicht geklärt. Vermutlich führen erbliche Faktoren und Umweltfaktoren zu einer Störung im Immunsystem (Autoimmunerkrankung)


Modell der Erbsubstanz: Welche Rolle spielen die Gene bei der Entstehung von Multipler Sklerose? Noch ist vieles unklar

Trotz intensiver weltweiter Forschungsbemühungen ist die Ursache der MS bislang nicht eindeutig verstanden. Vieles spricht für eine Kombination aus begünstigenden Erbanlagen sowie Umwelteinflüssen, die zu einer Fehlreaktion des körpereigenen Abwehr- oder Immunsystems führt. Möglicherweise müssen mehrere Faktoren gleichzeitig vorliegen, damit die Erkrankung auftritt.

Ist Multiple Sklerose erblich?

Es gibt Hinweise, dass erbliche Faktoren die Entstehung einer MS begünstigen. So verteilt sich die Krankheit nicht gleichmäßig über alle Bevölkerungsgruppen und Länder, sondern kommt regional und in verschiedenen ethnischen Gruppen unterschiedlich häufig vor. In der medizinischen Praxis berichtet ungefähr jeder fünfte MS-Betroffene von blutsverwandten Angehörigen, die ebenfalls an Multipler Sklerose erkrankt waren oder sind.


Die genetischen Ursachen dafür sind unklar. Erblich bedingte Merkmale weißer Blutkörperchen könnten zum Beispiel eine Rolle spielen, glauben Forscher. Ganz sicher ist MS aber keine "klassische Erbkrankheit", die von den Eltern auf das Kind weitergegeben wird. Das relative Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken, ist bei Kindern eines MS-erkrankten Elternteils – im Vergleich zur regionalen Bevölkerung – nur geringfügig erhöht.


Multiple Sklerose und Umweltfaktoren

Forscher nehmen an, dass manche Weichen für eine spätere MS bereits in der Kindheit gestellt werden könnten. Untersuchungen an Auswanderern aus Gebieten mit hohem MS-Risiko in Gebiete mit niedrigem MS-Risiko zeigten: Das Risiko an einer MS zu erkranken, korreliert mit dem Alter bei der Auswanderung. Emigriert ein Mensch erst im Erwachsenenalter, behält er das Erkrankungsrisiko des verlassenen Landes. Wandert man jedoch schon als Kind aus, übernimmt man das Erkrankungsrisiko des neuen Ziellandes.

Warum ist das so? In der Kindheit kommt das Immunsystem erstmals mit Krankheitserregern in Kontakt – und die unterscheiden sich von Land zu Land. Vielleicht, so vermuten Wissenschaftler, begünstigen bestimmte Infektionen in den ersten Lebensjahren eine spätere MS (Infektionshypothese). Womöglich "verwechselt" das Immunsystem fatalerweise körpereigenes Gewebe wie die Hüllschicht der Nervenfasern mit den Krankheitserregern – und attackiert es. Im Verdacht stehen Infektionen mit verschiedenen, verbreiteten Viren (Epstein-Barr-Virus, Herpes-Viren, Masern-Virus). Aber, wichtig zu wissen: MS ist keinesfalls eine ansteckende Erkrankung!

Für folgende Theorien zur Entstehung von MS gibt es derzeit noch keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage:

  • Nach der Vitamin-D-Stoffwechselhypothese könnte ein hoher Vitamin-D-Spiegel im Kindesalter mutmaßlich zu einem niedrigerem Erkrankungsrisiko führen.
  • Hygienehypothese: Kinder, die mit vielen Geschwistern aufwachsen, könnten ein niedrigeres Erkrankungsrisiko haben, weil sich ihr Immunsystem frühzeitig mit zahlreichen Infektionserregern auseinandersetzen muss.
  • Frauen erkranken häufiger als Männer. Die Geschlechterhypothese besagt, dass möglicherweise hormonelle Faktoren eine Rolle spielen.


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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 29.09.2011
Bildnachweis: W&B/Health Head Images

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