Multiple Sklerose (MS): Symptome und mögliche Anzeichen

Die Symptome der Multiplen Sklerose können von Patient zu Patient ganz unterschiedlich sein. Mögliche Anzeichen sind zum Beispiel Empfindungsstörungen, Sehstörungen oder Lähmungen
aktualisiert am 28.10.2016

Auch kraftlose Arme können bei Multipler Sklerose vorkommen

Fotolia/Pankajstock123

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine Erkrankung mit vielen Gesichtern. Die Entzündungen und der Abbau der Myelinscheiden können die verschiedensten Stellen des zentralen Nervensystems betreffen. Dabei gibt es weder ein typisches Symptom noch einen typischen Verlauf.

  • Statistisch am häufigsten kommt es als Erstsymptom der Multiplen Sklerose plötzlich zu Empfindungsstörungen an Armen oder Beinen – meistens bei sonst völligem Wohlbefinden (30 bis 50 Prozent der Betroffenen).
  • Sehstörungen sind das zweithäufigste Symptom, welches insbesondere bei jungen Patienten auftritt, wenn sich die Krankheit erstmals zeigt (etwa 20 Prozent der Betroffenen).
  • Am Dritthäufigsten kommt es zu Beginn der Erkrankung zu Störungen der Muskelfunktion, welche sich als Kraftlosigkeit, Lähmungen oder erhöhte Muskelsteifigkeit zeigen können. Gleichzeitig kommen auch Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen vor.
  • Seltener beginnt die MS mit Blasenentleerungsstörungen (Drangblase, Harnverhalt, Harninkontinenz) oder einer undeutlichen, verwaschenen Sprache.

Im Verlauf der Erkrankung kommt es als "Spätfolge" in absteigender Reihenfolge der Häufigkeiten unter anderem zu folgenden Beschwerden (50 bis 90 Prozent der Betroffenen):

  • Gangstörung unterschiedlichen Schweregrades auf Grund einer krampfhaften Erhöhung der Muskelspannung (Spastik)
  • Kraftlosigkeit, Gefühlstörungen insbesondere der Beine, Unsicherheiten beim Gehen und Stehen
  • Blasenentleerungsstörungen unterschiedlicher Art
  • Sehstörungen
  • Sexuelle Störungen
  • Darmentleerungsstörungen
  • Sprechstörungen
  • Unsicherheiten bei gezielten Bewegungen
  • Psychische Störungen bei schwer Erkrankten.

Manche MS-Patienten sind auf den Rollstuhl angewiesen

PhotoDisc/ RYF

Vorbeugend wird eine frühzeitige Therapie der Folgeerkrankungen und Begleiterscheinungen der Krankheit angestrebt. Mehr dazu lesen Sie im Kapitel Therapie.

Generell sei jedoch nochmals gesagt: Die Erkrankung gleicht einem neurologischen Chamäleon!


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