Migräneattacken können sehr unterschiedlich verlaufen. Der Verlauf eines Migräneanfalls gliedert sich meist in bestimmte Phasen. Diese dauern unterschiedlich lange und müssen nicht zwingend alle auftreten. Mehrere Stunden bis zwei Tage vorher kann sich ein Anfall ankündigen. In dieser Vorbotenphase (Prodromalphase) kommt es zu Gereiztheit und Stimmungsschwankungen. Weitere Symptome können Müdigkeit, ein Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel, Konzentrationsstörungen, Gleichgültigkeit und eine erhöhte Empfindlichkeit für Licht und Lärm sein.
Anschließend können Wahrnehmungsstörungen folgen (Migräneaura). Diese betreffen meist das Sehen (visuelle Aura). So kommt es bei der Migräneaura zum Beispiel zu Gesichtsfeldausfällen (Skotome) oder die Betroffenen sehen Objekte teilweise verzerrt, unscharf, vergrößert oder verkleinert (Metamorphopsie). Auch kann das Sprachvermögen gestört sein (Aphasie), Orientierungsstörungen und Lähmungserscheinungen (Paresen) auftreten. Die Migräneaura geht manchmal auch mit Gleichgewichts- und Sensibilitätsstörungen einher, und führt zum Beispiel zu einem aufsteigenden Gefühl des „Kribbelns“ in Armen oder Beinen. Die Symptome einer Migräneaura setzen langsam ein und klingen ebenso langsam wieder ab.
Bei fast jedem Migräneanfall treten Kopfschmerzen und teilweise auch Übelkeit mit Erbrechen auf (Kopfschmerzphase). Dabei ist der Betroffene empfindlich gegenüber Licht (Photophobie) und Lärm (Phonophobie). Die zumeist starken Kopfschmerzen treten in der Mehrzahl der Fälle halbseitig auf (Hemikranie), können aber auch im gesamten Kopf wahrgenommen werden. Von der Empfindung her sind die Schmerzen pulsierend und besonders im Bereich von Stirn, Schläfen und den Augen lokalisiert. Bei Bewegung verstärken sich die Symptome; Ruhe und Dunkelheit lindern sie.
Die Kopfschmerzphase des Migräneanfalls dauert mindestens vier Stunden und kann bis zu drei Tage lang anhalten. Danach sind Kopfschmerzen und weiteren Symptome der Migräne vollständig abgeklungen. Teilweise bleiben Müdigkeit und Erschöpfung, die aber nach ein bis zwei Tagen vorübergehen (Rückbildungs- und Erholungsphase). Kinder und Jugendliche haben typischerweise kürzere Migräneanfälle. Sie nehmen die Kopfschmerzen meist beiderseitig im Bereich von Stirn und Schläfen wahr. Auch sind bei ihnen Gleichgewichtsstörungen häufig.
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13.09.2005, aktualisiert am 27.09.2011
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