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Migräne
Diagnose

Es gibt viele Formen der Migräne. Der Arzt stellt die Diagnose anhand der typischen Symptome und der Krankengeschichte


Genau zuhören: Die Krankengeschichte ermöglicht dem Arzt manchmal bereits die Diagnose

Um eine Migräne zu diagnostizieren, erkundigt sich der Arzt zunächst nach den Beschwerden. Unter anderem wird er nach der Häufigkeit der Anfälle, Art und Stärke der Kopfschmerzen und weiteren Symptomen fragen. Auf diese Weise kann er meist bereits auf die Diagnose Migräne schließen und sie von anderen Kopfschmerz-Formen sowie anderen Erkrankungen abgrenzen. Außerdem muss wenigstens einmal eine körperliche neurologische Untersuchung durchgeführt werden.

Nur in unklaren Fällen sind weitere Untersuchungen bei der Migräne nötig, um andere Erkrankungen auszuschließen, welche ebenfalls zu Kopfschmerzen führen. Hierzu zählen, je nach Notwendigkeit, ein Elektroenzephalogramm (EEG), eine Ultraschall-Untersuchung (Doppler-Sonografie) oder bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CCT) und Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT).


Es gibt mehrere Formen der Migräne, die der Arzt bei der Diagnostik abgrenzen kann. Am häufigsten ist die Migräne ohne Aura. Es treten dabei Kopfschmerzen und weitere Symptome auf, ohne dass diesen eine Aura vorausgeht. Bei Frauen ist die Migräne ohne Aura oft mit dem Menstruationszyklus verbunden und tritt besonders häufig vor der Regelblutung auf.

In etwa jedem zehnten Fall ist eine Migräne mit einer Aura verbunden. Sie kommt tendenziell bei Männern häufiger vor. In seltenen Fällen kann eine migränetypische Aura auftreten, ohne dass eine Kopfschmerzphase folgt.

Neben den häufigen Migränearten sind weitere Formen bekannt. Bei der Familiären Hemiplegischen Migräne kommt es zusätzlich zu den Migränesymptomen zu halbseitigen Lähmungen, die nach dem Anfall wieder zurückgehen. Diese Migräneart betrifft meist mehrere Mitglieder einer Familie und die Anfälligkeit hierzu ist autosomal-dominant vererbt . Bei der so genannten retinalen Migräne kommt es neben den Kopfschmerzen zu einem einseitigen Gesichtsfeldausfall. Teilweise erblinden Betroffene für mehrere Minuten. Die Migräne des Basilaristyps tritt insbesondere bei jungen Frauen auf: Sie geht einher mit Schmerzen im Hinterkopf, Schwindelgefühlen, Sehstörungen wie Doppeltsehen und Missempfindungen an Händen und Gesicht.

Auch Komplikationen sind möglich. Beim seltenen Status migraenosus besteht die Migräne mehr als drei Tage. Unter Umständen kann die Aura-Phase länger als eine Stunde dauern. Weiterhin kann es sehr selten zu einem Schlaganfall während der Migräneattacke kommen (migränöser Infarkt). Bei diesen Komplikationen und wenn die Migränesymptome sich anders äußern als sonst, sollte der Patient von einem Arzt untersucht werden, um sicherzugehen, dass es sich um einen Migräneanfall handelt und um Spätfolgen zu vermeiden.

Hält die Aura länger als eine Woche an, liegt eine persistierende Aura vor. Die Migralepsie ist eine Migräneform, bei der die Aura in einen epileptischen Anfall übergeht. Eine gewöhnliche Migräne kann sich zu einer chronischen Migräne ausbilden. In diesem Fall bestehen die Symptome an mehr als 15 Tagen im Monat.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 27.09.2011
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Goodshot

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