Metabolisches Syndrom

Das Metabolische Syndrom ist eine Kombination verschiedener Risikofaktoren: zu viel Bauchfett, Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte zählen dazu

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 27.12.2013

Zu viel Bauchfett – der Wegbereiter für ein Metabolisches Syndrom

Jupiter Images GmbH/Creatas

Essen im Überfluss und Technik, die uns körperliche Arbeit erspart – das sind die Lebensbedingungen in modernen Industrienationen. Bequem und angenehm – aber auf Dauer ungesund. Wir essen zu viel und bewegen uns zu wenig.

Überernährung und Bewegungsmangel bleiben nicht ohne Folgen: Immer mehr Menschen haben Übergewicht. Zu viele Pfunde wiederum sind der wichtigste Wegbereiter für ein Metabolisches Syndrom.

Was ist ein Metabolisches Syndrom?

Darunter verstehen Experten eine Kombination unterschiedlicher Risikofakoren. Am Anfang steht meistens zu viel Bauchfett – Mediziner sprechen lieber von stammbetonter Adipositas. Sie führt häufig zu krankhaften Veränderungen im Fett- und Zuckerstoffwechsel.

Eine zentrale Rolle spielt dabei ein körpereigenes Hormon: Insulin. Es kann im Gewebe nicht mehr richtig wirken, es kommt zur sogenannten Insulinresistenz. Andere Bezeichnungen sind "Insulinresistenzsyndrom" oder "das Wohlstandssyndrom".

Mehr dazu lesen Sie im Kapitel Ursachen. Dort erfahren Sie, wie ein Metabolisches Syndrom entsteht, und welche Folgen es nach heutigem Wissen für den gesamten Organismus hat.

Metabolisches Syndrom – ein wachsendes Problem

In den Industrienationen sind bis zu 30 Prozent der Gesamtbevölkerung von einem Metabolischen Syndrom betroffen, darunter immer mehr jüngere Menschen. Krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit sowie Behandlungskosten beeinflussen zunehmend unsere Gesamtwirtschaft.

Warum ist ein Metabolisches Syndrom so gefährlich?

Messbare Veränderungen bei einem Metabolischen Syndrom sind erhöhte Blutfette (Triglyceride), ein vermindertes HDL-Cholesterin, erhöhte Werte des Nüchtern-Blutzuckers und erhöhte Blutdruckwerte.

Jeder dieser Faktoren ist ein Risikofaktor für Veränderungen an den Blutgefäßen. Sie können im Laufe mehrerer Jahre zu einer "Arterienverkalkung" (Arteriosklerose) führen. Spätfolgen sind Durchblutungsstörungen und bleibende Schäden an lebenswichtigen Organen (Herz, Gehirn und Niere).


Beratender Experte: Professor Hans Hauner, Facharzt für Innere Medizin, Diabetologe und Ernährungsmediziner

W&B/Jan Greune

In welchem Maße sich einzelne Risikofaktoren auf das Gesamtrisiko auswirken, ist nicht restlos geklärt. Fest steht jedoch, dass das Risiko für Herz und Blutgefäße deutlich steigt, wenn die Gesamtkonstellation eines Metabolischen Syndroms vorliegt.

Vor allem ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall können schwere Folgen haben, die Lebensqualität erheblich einschränken oder gar tödlich enden.

Wie behandelt man ein Metabolisches Syndrom?

Die Basis der Behandlung besteht in einer Änderung der Lebensgewohnheiten und einer damit verbundenen Gewichtsreduktion. Wichtig ist eine Ernährungsumstellung und regelmäßige körperliche Aktivität.

Erst in zweiter Linie ist, je nach Schweregrad, zusätzlich eine Behandlung mit Medikamenten notwenig – zum Beispiel um einen erhöhten Blutzucker oder Blutdruck zu senken.

Mit welchen Maßnahmen kann man vorbeugen?

Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger körperlicher Aktivität ist der wirksamste Weg, Übergewicht und seine Folgeerkrankungen zu vermeiden. Der Grundstock dafür sollte bereits im Kindes- und Jugendalter gelegt werden. Genaueres erfahren Sie im Kapitel Therapie und Vorbeugung.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Creatas, W&B/Jan Greune
Partnersuche im Internet

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

Die "Ich beweg' mich"-Community

Frau mit Hanteln

Werden Sie aktiv!

Abnehmen mit mehr Bewegung »

Hintergrund

Herzinfarkt (Schematische Darstellung)

Arteriosklerose

Mehr zu Ursachen, Therapie und Vorbeugung »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages