Malignes Melanom: Diagnostik

Oft fällt Patienten selbst auf, dass mit einem Muttermal etwas nicht zu stimmen scheint, oder dass ein neu entstandenes sehr schnell wächst. Dann ist medizinischer Rat gefragt
aktualisiert am 11.09.2013

Erster Expertenblick auf die Haut. Es folgt in der Regel eine genauere Untersuchung

Brand X Pictures/RYF

Verdächtig sind alle plötzlichen Veränderungen der Form oder Farbe eines Pigmentmals. Auch Juckreiz, spontane Blutungen oder Irritationen wie eine Rötung im Randbereich können Hinweise für eine beginnende Entartung sein.

Zur Beurteilung der Malignität (Bösartigkeit) einer pigmentierten Hautveränderung kann die so genannte ABCD-Regel herangezogen werden. Diese Regel kann auch für den Laien hilfreich sein:

A = Asymmetrie des Aufbaus
B = Begrenzung unregelmäßig
C = Colorit inhomogen (=unregelmäßige Farbe)
D = Durchmesser > 6 Millimeter

Sind eines oder mehrere Kriterien erfüllt sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Der Hautarzt untersucht verdächtige Pigmentmale in der Regel mit einem Dermatoskop oder Auflichtmikroskop – einer Art Lupe, die die fragliche Hautstelle vergrößert zeigt. Dadurch kann die Pigmentstruktur genauer beurteilt werden und eine diagnostische Abgrenzung zu anderen pigmentierten Hautveränderungen erfolgen.

Wird die Diagnose eines malignen Melanoms gestellt, kann eine Tumordickenmessung mit einem speziellen Ultraschallgerät durchgeführt werden. Nach der operativen Entfernung des Tumors wird die Tumordicke bei der Gewebeuntersuchung genau bestimmt. Diese sogenannte Tumordicke nach Breslow ist der wichtigste prognostische Faktor. Die Bestimmung der Tumordicke ist von Bedeutung für das therapeutische Vorgehen (siehe Kapitel "Therapie").

Bei dickeren Melanomen (ab 1 Millimeter Tumordicke nach Breslow) wird außerdem eine sogenannte Ausbreitungsdiagnostik durchgeführt, um mögliche Tochtergeschwülste (sogenannte Metastasen) an anderen Organen und in Lymphknoten zu entdecken oder auch auszuschließen. Zu diesem Zweck erfolgt in der Regel eine Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten, des Bauchs und Beckens sowie eine Röntgenaufnahme der Lunge – je nach Fall können sich weitere Untersuchungen wie Computer- oder Kernspintomografie anschließen.


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