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Atemtherapie

  1. Atemtherapie,
    Psychosomatik:

    Therapieform, bei der durch bewusstes Atmen das körperliche und seelische Gesamtbefinden eines Menschen verbessert und Störungen ausgeglichen werden können. Durch bewusstes Atmen und Wahrnehmen der Atmung soll der Mensch in seiner Ganzheit positiv beeinflusst werden, z. B. bei psychosomatischen Erkrankungen, Migräne, Schlafstörungen und Menstruationsbeschwerden. Auch einige Methoden der Naturheilkunde werden zur Atemtherapie eingesetzt.

  2. Atemtherapie,
    Lungenheilkunde:

    verschiedene Behandlungsverfahren zur Erleichterung der Atmung, zur Verbesserung der Lungenfunktion, zur Förderung der Brustkorbbeweglichkeit und zur Mobilisierung von Sekret in den Atemwegen. Die Atemtherapie eignet sich besonders zur Behandlung von Lungen- und Bronchialerkrankungen wie Bronchialasthma oder Lungenemphysem, wird aber auch bei nervösen Störungen und Wirbelsäulenleiden eingesetzt.

    Die Atemschulung vermittelt dem Kranken Wissen über die Vorgänge bei der normalen Atmung und geht auf die Besonderheiten seiner Erkrankung ein. Sie vermittelt auch den richtigen Umgang mit den Medikamenten, z. B. die richtige Technik bei der Inhalation eines Dosieraerosols (Bronchialasthma). Im Rahmen der Atemgymnastik erlernen Kranke v. a. den bewussten Umgang mit ihrer Atmung und Übungen, um Atemrhythmus und Atemtiefe zu optimieren und die Bauchatmung zu trainieren. Bestimmte Stellungen erleichtern die Atemarbeit bei Atemnot (z. B. bei Bronchialasthma); meist befindet sich der Oberkörper dabei in senkrechter Position, und der Kranke stützt sich mit Händen bzw. Armen ab. Eine besondere Atemtechnik für alle Erkrankungen, die mit einer Bronchienverengung einhergehen (z. B. Asthma, Lungenemphysem), ist die Lippenbremse. Der Kranke atmet bei geschlossenem Mund durch die Nase ein und lässt die Luft dann während der Ausatmung leicht und ohne Anstrengung langsam zwischen den locker aufeinander liegenden Lippen geräuschlos ausströmen. Dies verhindert einen Kollaps der kleinsten Bronchien und der Lungenbläschen und ermöglicht ein langsames und gleichmäßiges Ausatmen.

    Zum Training der Atemmuskulatur und zur besseren Belüftung der Lunge lassen sich Hilfsmittel einsetzen, z. B. Atemtrainer wie der Mediflow®. Bei Kindern werden Atemübungen möglichst spielerisch gestaltet, z. B. durch Seifenblasenpusten oder Wegpusten von Wattebällchen. Eine spezielle Maßnahme zum Abhusten von Sekret ist die Sekretdränage. Dabei werden Abklatschungen und Vibrationsmassagen des Brustkorbes sowie spezielle Dränagelagerungen durchgeführt, die den Schleimtransport durch Einwirkung der Schwerkraft begünstigen. Sehr wirkungsvoll zum Abhusten von Sekret sind sog. Flutter und ähnliche Geräte, die durch Oszillationen beim Ausatmen Sekret mobilisieren, sodass selbst geschwächte Kranke sich von zähem Sekret befreien können.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.04.2011

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