Wirkstoffhaltige Pflaster richtig anwenden

Mit einem Pflaster, das einen Arzneistoff enthält, dürfen Sie nicht wie mit einem normalen Klebeverband umgehen. Was Sie beachten sollten

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 16.03.2017

Wichtig: Wirkstoffpflaster auf der Haut richtig anwenden

Thinkstock/Stockbyte

Sie können die Pille ersetzen, vor Seekrankheit schützen oder starke Schmerzen lindern: wirkstoffhaltige Pflaster. Bei dieser besonderen Arzneiform, auch als transdermales therapeutisches System oder transdermales Pflaster bezeichnet, dringt der Wirkstoff zunächst in die Haut ein. Von da gelangt er in winzige Blutgefäße, erreicht darüber den Blutkreislauf und schließlich seinen Wirkort. Bis dahin verstreicht einige Zeit, weshalb Arzneistoffpflaster nicht sofort helfen, sondern oft erst nach zwölf bis 24 Stunden. Dafür geben sie die Medizin langsam und gleichmäßig in den Körper ab, was meistens erwünscht ist.

Benutzen Sie solche Pflaster, dann machen Sie sich vorab mit der richtigen Anwendung vertraut und lassen sich dazu vom Arzt oder Apotheker beraten: Wählen Sie eine Hautstelle aus, an der sich möglichst keine Haare befinden und die auch keine Narben aufweist. Der Bereich sollte nicht gereizt oder gerötet sein. Achtung: Oft sehen die Hersteller bestimmte Hautpartien vor, auf die Sie das Pflaster bevorzugt kleben sollen. Haben Arzt oder Apotheker dies nicht ohnehin erwähnt, überprüfen Sie dies im Beipackzettel.


Die Haut sollte weder verschwitzt, noch fettig oder feucht sein. Säubern Sie diese vorher und trocknen Sie sie gut ab. Verzichten Sie an der Stelle auf Cremes und Lotions, da das Pflaster dann womöglich schlechter haftet. Wenn Sie die Packung öffnen und das Pflaster auftragen, dann versuchen Sie die Klebefläche nicht zu berühren. Waschen Sie sich nach der Anwendung die Hände.

Wenn Sie das Wirkstoffsystem auf der Haut tragen, dürfen Sie üblicherweise duschen, schwimmen und Sport treiben. Setzen Sie die betreffende Hautpartie jedoch nicht zu lange der Sonne aus, denn Wärme kann die die Aufnahme des Arzneimittels durch die Haut beschleunigen. Und das kann wiederum – etwa bei starken Schmerzmitteln – zu gefährlichen Nebenwirkungen führen. Verzichten Sie vorsichtshalber auch auf den Besuch in der Sauna oder auf Wärmekissen und duschen Sie nicht zu heiß.

Wichtig: Das Pflaster nicht zerschneiden. Je nach Pflastertyp kann der Wirkstoff darin in flüssiger Form vorliegen und so in großen Mengen in die Haut gelangen – mit teils gefährlichen Nebeneffekten. Möchten Sie den Arzneistoff niedriger dosiert anwenden, dann fragen Sie Ihren Arzt, ob dies möglich ist und welche Alternativen es gibt. Haben Sie das Pflaster aus Versehen beschädigt, dann reinigen Sie die Haut vorsichtig, aber dennoch gründlich mit lauwarmem Wasser.

Wechseln Sie das Pflaster gegen ein neues aus, dann kleben Sie das alte zusammen und entsorgen es. Spülen Sie es nicht in der Toilette herunter und halten Sie alte wie neue Wirkstoffpflaster von Kindern fern.



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