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Mandelentzündung:
Therapie

Die Behandlung der Tonsillitis richtet sich nach der Art und Schwere der Krankheit. Manchmal helfen Medikamente gegen die Entzündung, manchmal verordnet der Arzt Antibiotika oder rät zur Mandelentfernung per Operation


Der Arzt hat Antibiotika gegen die Mandelentzündung verschrieben? Dann genau an seine Dosiervorschriften halten

Wichtig: Sind Kinder erkrankt, sollten Eltern lieber nicht selbst "herumdoktern", sondern einen Kinder-/HNO-Arzt zurate ziehen!

Eine leichte Mandelentzündung können Erwachsene, die sonst gesund sind, in den ersten beiden Tagen selbst behandeln. Wenn die Beschwerden sehr stark sind oder nicht abklingen, sollten Sie aber unbedingt zum (HNO)-Arzt gehen und sich untersuchen lassen. Halsschmerzen können Sie zunächst mit antientzündlichen und abschwellenden pflanzlichen Mitteln behandeln, beispielsweise Tabletten, die den Wirkstoff Bromelain enthalten. Den schulmedizinischen Wirkstoff Diclofenac nehmen Sie in Tablettenform ein, er wirkt zusätzlich auch schmerzstillend. Hilfreich sind auch Lutsch-Tabletten, die den Wirkstoff Diclofenac enthalten, Rachen-Sprays und Mundspül-Lösungen. Fieber können Sie durch die Einnahme von Paracetamol senken, was auch zusätzlich schmerzstillend wirkt.

Achtung: Immer die Packungsbeilage beachten, insbesondere Hinweise zu möglichen Nebenwirkungen und Gegenanzeigen! Im Zweifel auf jeden Fall beim Arzt oder Apotheker nachfragen!


Weiche Nahrung: Um die entzündeten Mandeln nicht noch zusätzlich zu reizen, empfiehlt es sich, nur weiche und kühle Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Starke Gewürze und säurehaltige Produkte sollten Sie vermeiden, weil es sonst im Rachen brennen würde. Speiseeis kann die Schmerzen beim Schlucken lindern. Rauchen verschlimmert die Beschwerden.

Viel trinken – sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht: Kalte Getränke und vor allem kühler Salbei- oder Kamillentee können die Halsschmerzen lindern. Bei Fieber ersetzt häufiges Trinken den Flüssigkeitsverlust, der durchs Schwitzen entsteht. Nicht so gut geeignet sind Fruchtsäfte, da die enthaltene Säure die entzündeten Mandeln reizt.

Manchmal geht es nicht ohne Antibiotika

Wenn die Beschwerden innerhalb von wenigen Tagen nicht abklingen, kann der HNO-Arzt Antibiotika verordnen:

  • Bei einer "normalen" Mandelentzündung (siehe Kapitel Symptome und Ursachen) genügt üblicherweise Penicillin V.
  • Bei schweren Verlaufsformen, anderen Angina-Formen und beginnenden Komplikationen verschreibt der Arzt meist sogenannte Breitband-Antibiotika. Diese sind eventuell auch dann erforderlich, wenn die Mandelentzündung durch Viren verursacht wurde – um eine zusätzliche bakterielle Infektion zu beherrschen.
  • Manche Antibiotika (Amino-Penicilline) dürfen nicht verordnet werden, wenn es sich um eine Monozyten-Angina handelt, da diese einen Hautausschlag verursachen können. Mehr zur Monozyten-Angina lesen Sie im Ratgeber Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose).
  • Bei einer Zungengrund-Tonsillitis empfiehlt sich immer eine antibiotische und antientzündlich-abschwellende Therapie. Ratsam sind außerdem regelmäßige Verlaufskontrollen des Befundes beim HNO-Arzt. Da die Zungengrundmandeln in der Nähe zum Kehlkopfeingang liegen, ist es wichtig, einen beginnenden Abszess und das Übergreifen der Entzündung auf den Kehlkopf rechtzeitig zu erkennen. Bei schwerem Krankheitsverlauf ist ein Klinikaufenthalt ratsam.

Wichtig: Wenn Sie eine Penicillin-Allergie haben, muss der Arzt andere Antibiotika verordnen, und zwar solche, bei denen keine Kreuzallergie zu Penicillin bekannt ist. Antibiotika sollten Sie immer über die ganze vorgesehene Dauer einnehmen, so wie es der Arzt verordnet hat. In der Regel beträgt die Einnahmedauer sechs bis zehn Tage. Sie sollten die Therapie nicht vorzeitig abbrechen, auch wenn sich Ihr Gesundheitszustand schon verbessert hat. Sonst können sich unter den Krankheitserregern leicht Resistenzen bilden. Wenn Nebenwirkungen wie Durchfall oder Hautausschlag auftreten, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt um Rat fragen.

Abwehrkräfte stärken: Ist die Mandelentzündung ausgeheilt , sollten Sie Ihre Immunabwehr unterstützen. Dies kann keine "Pille" für Sie erledigen, auch nicht Vitamine und Spurenelemente in Tabletten, Lösungen, Drinks und anderen Nahrungsergänzungs-Produkten (Functional Food). Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Essen Sie regelmäßig Obst, Gemüse, Quark, Joghurt, Fisch und wenn Sie mögen auch in Maßen Fleisch. Treiben Sie regelmäßig Sport, um das Herz-Kreislaufsystem zu aktivieren: Dafür bieten sich Spaziergänge, Walking, Joggen und Schwimmen an. Wer älter als 35 Jahre ist und neu mit dem Sport beginnt oder chronische Krankheiten hat, der sollte sich vorsichtshalber vom Arzt grünes Licht geben lassen! Auch regelmäßige Sauna-Besuche und Wechselbäder können die Abwehrkräfte stärken.


Chirurgische Maßnahmen

Wenn Sie drei bis vier Mal im Jahr eine Mandelentzündung bekommen und sich eine chronische Tonillitis entwickelt hat, empfiehlt der HNO-Arzt eventuell, die Mandeln operativ zu entfernen (Tonsillektomie). Sollte sich ein Abszess gebildet haben, ist es ratsam, die Kapsel zumindest operativ zu öffnen oder die Mandel gleich ganz zu entfernen. Vor allem wenn die Bakterien und deren Giftstoffe in die Blutbahn gelangt sind und rheumatisches Fieber, eine Herzmuskelentzündung oder Herzklappenentzündungen, eine Nierenentzündung oder andere entzündliche Erkrankungen ausgelöst haben, sollte eine Tonsillektomie erfolgen.

Die Gaumen-Mandeln werden üblicherweise in Vollnarkose entfernt. Bei einigen Patienten ist nach der Operation der Geschmack vorübergehend beeinträchtigt. In 3 von 100 Eingriffen kommt es zu einer Nachblutung, meist in den ersten 24 Stunden nach der OP. Auch nach einer Woche, wenn die weißlichen Wundbeläge abgestoßen werden, kann es noch zu einer Nachblutung kommen. Die Patienten erhalten von ihrem HNO-Arzt bei der Entlassung aus der Klinik genaue Instruktionen, wie sie sich verhalten und an wen sie sich im Notfall wenden können. Bei komplikationslosem Verlauf können die Patienten die Klinik nach etwa einer Woche verlassen. Sie sollten aber noch eine weitere Woche nicht zur Arbeit gehen und erst drei Wochen nach der Operation wieder mit dem Sport beginnen.

Bei einer Monozyten-Angina wurde früher empfohlen, die Mandeln sechs bis zwölf Monate nach der Infektion operativ zu entfernen. Wenn keine Komplikationen auftreten oder kein Verdacht auf eine chronische Mandelentzündung besteht, ist man heutzutage zurückhaltender mit chirurgischen Maßnahmen.

Bei Kindern ist eine Tonsillektomie meist nur dann erforderlich, wenn die Mandeln extrem groß sind ("kissing tonsils") und es dadurch zu Atem-, Schluck- oder Sprech-Problemen kommt.



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www.apotheken-umschau.de; 24.08.2007, aktualisiert am 06.12.2011
Bildnachweis: Image Source/RYF

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