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Magersucht (Anorexie):
Ursachen (2) – Psychologische Faktoren, Persönlichkeitsmerkmale

Magersucht tritt vor oft in der Pubertät in Erscheinung, einer Lebensphase, in der sich Teenager neu definieren müssen. Psychische Ursachen, aber auch Gewohnheiten innerhalb der Familie können bei der Entstehung der Essstörung eine Rolle spielen


Vor allem Mädchen in der Pubertät sind gefährdet, an Magersucht zu erkranken

Dieses Kapitel behandelt psychologische Faktoren und Persönlichkeitsmerkmale als mögliche Ursachen der Magersucht. Mehr zu weiteren Auslösern lesen Sie in den Kapiteln "Ursachen (1) – Gesellschaftliche Faktoren" und "Ursachen (3) – Biologische Faktoren".

Psychologische Faktoren und Persönlichkeitsmerkmale

Magersucht beginnt überwiegend in der Pubertät. Die Krankheit kann Ausdruck dafür sein, dass sich die Betroffenen den Anforderungen dieser Lebensphase nicht gewachsen fühlen. Im Teenager-Alter verändert sich nicht nur der Körper, die Jugendlichen müssen sich neu definieren – was Unsicherheit auslöst. Hinzu kommt, dass Mädchen im Jugendalter einen höheren Körperfettanteil haben und gleichzeitig der Energieverbrauch niedriger ist als bei Jungen, was das Risiko für den Start von Schlankheitskuren und den Beginn einer Essstörung erhöht.


Es gibt unterschiedliche Konzepte über die Entstehung von Essstörungen. Psychoanalytische Theorien sehen in der Magersucht den unbewussten Wunsch, eine Kindergestalt beizubehalten, sexuelle Wünsche zu unterdrücken, die Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen zu bremsen oder umzukehren. Die Betroffenen erschaffen sich mit Hilfe der Essstörung ihr eigenes "vereinfachtes Weltbild", bestehend aus den Themen Essen und Gewicht. Es tritt an die Stelle einer komplizierten Realität, die ihnen Verantwortung und Pflichten abverlangt.

Weitere mögliche Auslöser können innerhalb der Familie der Betroffenen liegen. Es gibt jedoch nicht die Magersucht-Familie. Bei einem Teil handelt es sich äußerlich um "Bilderbuch-Familien". Die Betroffenen werden in diesen Familien sehr stark von ihren Eltern behütet, Konflikte eher gemieden, es besteht großes Harmoniebedürfnis. Gleichzeitig setzen die Eltern hohe Erwartungen in ihren Nachwuchs. Fleiß, Tüchtigkeit und Pflichterfüllung gelten viel. Es bleibt nur wenig Raum für eigene Erfahrungen, Experimente oder gar Fehler. Die Kinder und Jugendlichen fühlen sich fremdbestimmt und unter hohem Leistungsdruck. Viele haben ein geringes Selbstwertgefühl und sehnen sich nach Anerkennung.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einstellung zu Nahrungsmitteln und Essgewohnheiten in der Familie. Eltern oder Geschwister können als Modell dafür dienen, wie mit Lebensmitteln umgegangen wird, ob beispielsweise bestimmte Nahrungsmittel gemieden werden, weil sie einen tatsächlichen oder vermeintlichen "dickmachenden" Effekt haben können. Aus der Überzeugung heraus, sich nur "gesund" ernähren zu wollen, wird in manchen Familien der Verzehr von Gemüse, Obst und Salat besonders positiv verstärkt und beispielsweise der von Fleisch, Wurst oder Butter abgelehnt oder weitgehend vermieden, obwohl gerade im Kindes- und Jugendalter eine ausgewogene Ernährung mit einem ausreichend hohen Fett- und Proteinanteil für die gesunde Entwicklung notwendig ist. Wie eine Familie zu Figur, Gewicht, sportlicher Aktivität, Fitness und häufigem Diätverhalten steht, kann eine Rolle spielen bei der Entwicklung von eigenen Überzeugungen darüber, was als schön und attraktiv gilt. Das bedeutet: Das Lernverhalten hat eine große Bedeutung beim Erwerb von Essgewohnheiten.

Magersüchtige wirken oft angepasst, introvertiert und nicht selten perfektionistisch. Ihre Persönlichkeit kann zwanghafte Züge tragen. Viele haben auch Schwierigkeiten zu spüren, wie es ihrem Körper gerade geht. Sie fühlen zum Beispiel nicht, dass sie müde sind oder Schmerzen empfinden.

In manchen Fällen finden sich in der Biografie der Betroffenen schwere Traumen wie sexueller Missbrauch.



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Mehr Informationen gibt es zum Beispiel auf diesen externen Seiten:

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Adressen Kinder- und Jugendpsychiatrischer Kliniken in Deutschland:

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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 17.04.2012
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Thinkstock LLC

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