Von innen betrachtet: Bei der Magenspiegelung untersucht der Arzt das Verdauungsorgan mit einem Endoskop
Da die Beschwerden meist sehr unspezifisch sind, sollte bei länger anhaltenden Magenproblemen eine Abklärung durch eine Magenspiegelung (Ösophagogastroduodenoskopie) erwogen werden. Der Arzt sieht sich hierbei den Magen durch ein Endoskop genau an und entnimmt Proben aus verdächtig erscheinenden Bereichen (Biopsie). Diese werden anschließend in Form von dünnen Gewebeschnitten mikroskopisch begutachtet.
Typischerweise treten Magengeschwüre im Bereich der kleinen Magenkrümmung und im Bereich des Pförtnermuskels auf. Befindet sich das Magengeschwür in einer anderen Region des Magens, so ist das zunächst einmal verdächtig. Der Arzt wird hier auf jeden Fall Gewebeproben (Biopsien) entnehmen, um Magenkrebs möglichst auszuschließen. Jeder fünfte Betroffene entwickelt gleichzeitig mit einem Magengeschwür auch ein Zwölffingerdarmgeschwür. Das Zwölffingerdarmgeschwür befindet sich typischerweise im oberen Teil des Zwölffingerdarms.
Um die Besiedelung der Magenschleimhaut mit Helicobacter pylori – der Hauptursache der Geschwüre – nachzuweisen, stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Die am häufigsten verwendeten Tests basieren auf der Spaltung von Harnstoff durch das Enzym Urease, das – wie im Kapitel „Ursachen und Risikofaktoren“ beschrieben – von Helicobacter pylori produziert wird. Beim so genannten Urease-Schnelltest werden Gewebeproben aus der Magenspiegelung mit einer harnstoffhaltigen Flüssigkeit zusammengebracht. Ist Helicobacter pylori im Biopsiematerial enthalten, so spaltet die Urease den Harnstoff und die Flüssigkeit verfärbt sich.
Eine andere Möglichkeit ist der 13C-Atemtest. Hierbei trinkt der Patient eine Testlösung mit 13C -markierten Harnstoff. Ist Helicobacter pylori im Magen vorhanden, so spaltet nun die von ihm produzierte Urease den Harnstoff in Ammoniak und Kohlendioxid. Der Arzt weist das so entstandene, mit 13C markierte Kohlendioxid in der ausgeatmeten Luft nach und somit auch indirekt Helicobacter pylori. Direkt lässt sich der Keim in Gewebeschnitten unter dem Mikroskop oder in Kultur nachweisen.
Ist bei Diagnose einer gastroduodenalen Ulkuskrankheit kein Helicobacter pylori nachweisbar und nimmt der Patient auch keine Ulkus begünstigenden Medikamente (Cyclooxygenasehemmer, Kortisonpräparate) ein, so gilt es gegebenenfalls abzuklären, ob ein Zollinger-Ellison-Syndrom oder eine Überfunktion der Nebenschilddrüse vorliegen.
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13.09.2005, aktualisiert am 14.06.2011
Bildnachweis: W&B/Martina Ibelherr
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