Gastritis: Diagnose

Aus den Beschwerden kann der Arzt häufig schon auf eine Gastritis schließen. Um den Verdacht zu sichern, ist eine Magenspiegelung (Gastroskopie) nötig. Eine chronische Gastritis wird oft rein zufällig entdeckt
aktualisiert am 03.07.2014

Mit Hilfe einer Magenspiegelung (Gastroskopie) lässt sich eine Gastritis feststellen: Mit einem optischen Instrument (Endoskop) untersucht der Arzt dabei das Innere des Magens. Um die komplette Grafik zu sehen, bitte auf die Lupe oben links klicken

W&B/Martina Ibelherr

Der Arzt erkundigt sich nach den aktuellen Symptomen, nach möglichen Vorerkrankungen, Medikamenten und den Ernährungs- und Lebensgewohnheiten des Patienten. Es folgt eine körperliche Untersuchung. Eventuell nimmt der Mediziner eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Oberbauchs vor, um andere Ursachen wie Gallensteine auszuschließen.

Magenspiegelung

Manchmal ergeben sich dann schon ausreichend Hinweise auf eine Gastritis. Eine sichere Diagnose ist allerdings nur durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) möglich. Diese Untersuchung erfolgt ambulant in einer Praxis – meistens bei einem Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen, einem Gastroenterologen.

Für die Untersuchung schiebt der Arzt einen dünnen, flexiblen Schlauch, ein sogenanntes Endoskop (siehe Grafik oben), durch die Speiseröhre bis in den Magen und Zwölffingerdarm des Patienten vor. Über eine eingebaute Kamera betrachtet der Arzt nun Speiseröhre, Mageninneres und den ersten Abschnitt des Dünndarms im Detail auf einem Bildschirm. Von auffälligen Stellen entnimmt er kleine Gewebeproben. Sie werden anschließend im Labor daraufhin untersucht, ob eine Gastritis vorliegt. Auch Rückschlüsse auf die Ursache – beispielsweise eine Helicobacter-Infektion – sind möglich. Der Keim kann zum Beispiel in der Gewebeprobe angefärbt und nachgewiesen werden.

Das Diagnoseverfahren ist nicht schmerzhaft, allenfalls durch den Würgereiz beim Einführen des Endoskopes ein wenig unangenehm. Der Patient kann sich für die Untersuchung ein beruhigendes Medikament ("Schlafspritze") geben lassen.

Auch eine Blutuntersuchung kann hilfreich sein – zum Beispiel bei Verdacht auf eine Typ-A-Gastritis (siehe Kapitel "Ursachen"). Eventuell lassen sich dann Abwehrstoffe (Antikörper) gegen Magenzellen im Blut nachweisen.

Helicobacter-Tests

Besteht der Verdacht auf eine Helicobacter-Infektion gibt es mehrere Möglichkeiten des Nachweises. Bei der Magenspiegelung kann an kleinen Gewebsproben ein Schnelltest durchgeführt werden oder das Bakterium unter dem Mikroskop nachgewiesen werden (siehe oben).

Ein einfacher Nachweis kann auch in einer Stuhlprobe oder bei einem Atemtest stattfinden: Der Patient erhält dazu ein Getränk. Darin wurde Harnstoff eingerührt, der mit C13 – einem speziellen Kohlenstoff – markiert wurde. Befindet sich Helicobacter pylori im Magen des Patienten, dann wird sich der Keim auf den Harnstoff stürzen und ihn mit Hilfe seines Enzyms Urease umbauen (siehe dazu auch Kapitel Ursachen). Bei dieser Aktion bildet sich Kohlendioxid – das nun den Marker C13 enthält.

Das Kohlendioxid gelangt über die Blutgefäße und die Lunge in die Luft, die der Patient ausatmet. Diese Atemluft wird gesammelt und untersucht. Findet sich der Marker C13 darin, gilt das als Hinweis für eine Helicobacter-Infektion. Trägt der Patient das Bakterium nicht im Magen, wird der Harnstoff samt C13 einfach über den Urin ausgeschieden. In der Atemluft findet sich nichts.

Der C13-Harnstoff-Atemtest liefert gute Hinweise auf eine mögliche Typ-B-Gastritis. Da man beim Stuhl- wie auch beim Atemtest keine Aussage über den Zustand des Magens oder des Zwölffingerdarms treffen kann, werden die Untersuchungsverfahren zum Beispiel zur Kontrolle des Erfolges nach einer Helicobacter-Therapie eingesetzt.


  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

Ratgeber zum Thema

Magengeschwür

Magengeschwür

Ursache ist häufig eine chronische Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages