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Lungenentzündung (Pneumonie)
Therapie

Bei einer bakteriellen Lungenentzündung sind Antibiotika erforderlich. Verschiedene Behandlungsmaßnahmen können außerdem helfen, die Symptome zu lindern


Antibiotika: Bei bakteriellen Infektionen das Mittel der Wahl

Das Kapitel "Therapie" bezieht sich vor allem auf infektiöse Lungenentzündungen. Eine wichtige Frage bei deren Behandlung ist, ob der Patient zu Hause bleiben kann oder in ein Krankenhaus eingewiesen werden muss. In der Regel richtet sich die Entscheidung nach bestimmten Begleitumständen und nach der Schwere der Erkrankung. Kriterien, die für eine Einweisung sprechen, sind zum Beispiel ein Lebensalter über 65 Jahre, eine unsichere häusliche Versorgungssituation, eine Alkoholabhängigkeit, eine ausgedehnte Lungenentzündung, das Vorhandensein von Begleiterkrankungen oder Störungen von Bewusstsein, Atmung oder Kreislauf.

 

Therapie infektiöser Pneumonien

  • Antibiotika

Bei bakteriellen Lungenentzündungen ist die Gabe von Antibiotika ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung. Die Therapie beginnt meist ohne genaue Kenntnis des Erregers. Der Arzt geht anhand der Umstände der Erkrankung vielmehr von einem bestimmten Keimspektrum aus und wählt ein dazu passendes Antibiotikum. Er kann sich dabei an Leitlinien und Therapieempfehlungen orientieren, welche die ärztlichen Fachgesellschaften veröffentlichen. Darüber hinaus gibt es weitere Aspekte, die bei der Therapiewahl berücksichtigt werden müssen. Hierzu zählen zum Beispiel individuelle Unverträglichkeiten, chronische Erkrankungen sowie eine Schwangerschaft oder Stillzeit.


Einzelne Stämme können unempfindlich gegenüber dem einen oder anderen Antibiotikum sein oder es im Laufe der Zeit werden. Dies bezeichnet man als Antibiotika-Resistenz. Antibiotika-Resistenzen stellen vor allem in Krankenhäusern ein Problem dar. Durch die häufige Anwendung von Antibiotika in diesen Einrichtungen, können sich Stämme bilden, die gegen ein oder gleich mehrere Antibiotika unempfindlich sind. Entsprechend schwierig gestaltet sich dann die Behandlung.

 

Zur Selektion resistenter Stämme können auch Ärzte und Patienten durch ihr Verhalten beitragen. So ist zum Beispiel die Verordnung von Antibiotika bei virusbedingten Pneumonien nur dann gerechtfertigt, wenn eine zusätzliche bakterielle Infektion vorliegt oder zumindest anzunehmen ist. Andernfalls ist die Gabe nutzlos, weil Viren auf Antibiotika nicht ansprechen. Patienten wiederum sollten stets darauf achten, die verordneten Antibiotika so lange wie vom Arzt vorgesehen einzunehmen. Dies gilt auch, wenn schon vorher eine Besserung des Zustandes eingetreten ist.

 

Stellt sich innerhalb von zwei bis drei Tagen keine Besserung ein, wird der Arzt entweder die Medikamentendosis verändern, ein anderes Arzneimittel verordnen oder seine Diagnose in Frage stellen. Meist liegen zu diesem Zeitpunkt außerdem die Ergebnisse der Blutuntersuchung vor. Hat sich der Erreger identifizieren lassen, weiß der Arzt, ob das verabreichte Antibiotikum gegen ihn wirkt. Falls nicht, wird er die Behandlung entsprechend anpassen.

  • Andere Maßnahmen

Bei Lungenentzündungen, welche durch Pilze oder Parasiten verursacht werden, können eventuell speziell gegen diese Erreger wirksame Medikamente gegeben werden. Weitere Maßnahmen beschränken sich vor allem darauf, die Beschwerden zu lindern und Folgeerkrankungen vorzubeugen. Hierzu zählt Schonung, bei Fieber auch Bettruhe, die dann gegebenenfalls Maßnahmen  erfordert, um der Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) vorzubeugen.

 

Patienten sollten die Genesung unterstützen, indem sie sich schonen und dem Körper Zeit zur Regeneration geben. Also keinesfalls zu früh die Medikamente absetzen und wieder mit der Arbeit beginnen! Andernfalls drohen Rückfälle, die nicht selten schlimmer sind als die Ersterkrankung.

 

Falls notwendig, lässt sich der Schleim mit Kochsalz-Inhalationen oder durch eine Therapie mit Schleimlösern lockern, so dass das Abhusten leichter fällt. Gerade wenn der Arzt Schleimlöser verordnet hat oder hohes Fieber besteht, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Ansonsten gesunde Menschen können sich dabei meist auf ihr Durstgefühl verlassen. Bei kleinen Kindern und Senioren ist dies jedoch nicht immer zuverlässig. Hier sollte man daher besonders auf eine geeignete Trinkmenge achten, die jedoch zuvor mit dem Arzt geklärt werden muss. Denn insbesondere bei herz- oder nierenkranken Personen kann eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr schädlich sein.

 

Lässt sich der Schleim nicht abhusten, kann es helfen, wenn der Arzt oder Pflegepersonal die Bronchien absaugt. Auch Atemgymnastik oder Klopfmassagen können das Atmen erleichtern. Bei mangelhafter Sauerstoffversorgung ist eventuell eine Zufuhr des Gases über eine Nasenbrille sinnvoll. Im Extremfall muss der Patient beatmet werden. Schließlich wird der Arzt auch darauf achten, dass etwaige Begleiterkrankungen behandelt werden.

Therapie nicht infektiöser Pneumonien

Bei Lungenentzündungen, die nicht durch eine Infektion bedingt sind oder denen eine nicht infektiöse Ursachen zugrunde liegt (wie zum Beispiel eine Lungenembolie oder eine mangelhafte Belüftung bestimmter Lungenabschnitte bei Verschluss eines Bronchus), kann die Behandlung je nach Ursache völlig unterschiedlich ausfallen.

 

So kann es zum Beispiel nötig sein, das Hindernis, dass die Belüftung des Lungenabschnitts versperrt zu entfernen. Bei Fremdkörpern wie Nüssen erfolgt das meist mittels geeigneter Instrumente über die Luftröhre, bei größeren Tumoren eher über einen offenen Eingriff.  Bei einer Lungenembolie versuchen die Ärzte den das Gefäß verschließende Blutpfropf mit verschiedenen Medikamenten, einem Katheter oder chirurgisch aufzulösen oder zu entfernen.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 25.01.2012
Bildnachweis: LiquidLibrary/DynamicGraphics

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