Eine Lungenentzündung ist eine relativ häufige, aber nicht ganz ungefährliche Erkrankung. Kommen keine Komplikationen hinzu, ist die Krankheit meist innerhalb von zwei bis drei Wochen überstanden. Eine Entzündung des Brustfells, Eiteransammlungen in der Lunge (Abszesse) oder andere Komplikationen können die Genesung jedoch verzögern.
Bei der Lungenentzündung sind die Lungenbläschen (Alveolen) und/oder das dazwischen liegende Lungengewebe geschädigt. Die für den Gasaustausch wichtigen Hohlräume werden bei der bakteriellen Lungenentzündung durch eitriges Material und Wassereinlagerungen in das Gewebe verdichtet und stehen nicht mehr für den Austausch der Atemgase zur Verfügung.
Eine typische bakterielle Lungenentzündung beginnt meist rasch mit ausgeprägten Krankheitszeichen, wie Schüttelfrost und einem schnellen Anstieg der Körpertemperatur. Das Fieber kann durchaus auf 40 Grad klettern. Je nach Schwere der Erkrankung ist die Atmung mehr oder weniger stark beeinträchtigt. Die Patienten fühlen sich oft schwach und müde. Die verringerte Sauerstoffaufnahme versucht der Körper durch eine höhere Atemfrequenz auszugleichen, auch der Pulsschlag ist erhöht. Reichen diese Maßnahmen des Körpers nicht aus, um den Sauerstoffmangel zu beheben, können sich die Lippen und das Nagelbett bläulich verfärben (Zyanose).
Weitere typische Symptome sind Husten mit zunächst uncharakteristischem, später rostbraunem Auswurf. Bei Beteiligung des Brustfelles können Schmerzen beim Atmen auftreten. Vor allem ältere Menschen zeigen sich oft auch verwirrt oder dämmern vor sich hin.
Ohne Antibiotika fällt das Fieber am Ende der ersten Krankheitswoche ab, wenn keine Komplikationen hinzukommen. Mediziner sprechen von der Krise. Das Herz-Kreislauf-System wird dabei stark belastet, und der Pulsschlag verlangsamt sich deutlich. Nach weiteren ein bis zwei Wochen hat der Patient die Erkrankung dann idealerweise überstanden, wobei das allgemeine Schwächegefühl und eine leichte Atemnot auch noch länger anhalten können. Doch dieser günstige Verlauf trat längst nicht immer ein: In der Zeit bevor es Antibiotika gab, starben viele – und auch junge Menschen – an einer Lungenentzündung.
Heute sieht man den oben berschriebenen Verlauf, der vor allem für eine durch Pneumokokken bedingte bakterielle Lungenentzündung typisch ist, nur noch selten, weil die Lungenentzündung normalerweise rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Sind Viren oder andere Erreger für den Infekt verantwortlich, können die Symptome auch ganz anders ausfallen. Mediziner sprechen dann von einer atypischen Pneumonie. Diese beginnt langsamer, der Husten ist meist eher trocken und die Körpertemperatur erhöht sich nur gering.
Komplikationen
Eine Lungenentzündung kann auch sehr kompliziert verlaufen, etwa wenn die Behandlung nicht rechtzeitig einsetzt, nicht ausreichend wirksam ist oder wenn Begleiterkrankungen hinzukommen. Komplikationen, welche die Lunge selbst betreffen, sind beispielsweise Entzündungen des Lungenfells (Pleuritis), eine Flüssigkeitsansammlung zwischen Lungen- und Brustfell (Pleuraerguss) oder die Bildung eitergefüllter Hohlräume (Lungenabszess). Darüber hinaus können manche Erreger auch in andere Körperregionen und Organe streuen und eine Blutvergiftung (Sepsis) hervorrufen oder die Gehirnhäute, das Mittelohr beziehungsweise das Herz befallen.
Sind nach sechs bis acht Wochen im Röntgenbild immer noch Zeichen einer Lungenentzündung vorhanden, ist die Erkrankung chronisch geworden. Dieser Verlauf wird vor allem bei Patienten mit geschwächter Abwehr und chronischen Erkrankungen beobachtet.
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13.09.2005, aktualisiert am 25.01.2012
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