Lungenemphysem

Das Lungenemphysem ist eine chronische Lungenerkrankung. In den meisten Fällen ist Rauchen die Ursache dieser irreversiblen, also nicht mehr umkehrbaren Reduktion der Lungenoberfläche
aktualisiert am 28.07.2016

Die Lunge versorgt den Körper mit lebenswichtigem Sauerstoff. Kommt es zu einem Lungenemphysem, kann das Organ seine Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen

W&B/J. Steffens, Medical Art Service

Was ist ein Lungenemphysem?

Bei einem Lungenemphysem kommt es zu Abbauvorgängen in der Lunge und damit zu einer Verkleinerung der Oberfläche in der Lunge.

Das Geschehen spielt sich an den Lungenbläschen (Alveolen) ab. Diese Strukturen sind wichtig für einen funktionierenden Gasaustausch: Zum einen gelangt an diesen Stellen lebenswichtiger Sauerstoff aus der Atemluft in die Blutgefäße der Lunge und mit dem Blutstrom zu Organen und Geweben. Zum anderen gibt das Blut in den Lungengefäßen das Stoffwechselprodukt Kohlendioxid wieder in die Lungenbläschen ab, so dass es abgeatmet werden kann.

Zigarettenrauch und andere Faktoren können neben den feinen Bronchialästen gerade die Lungenbläschen schädigen und dazu führen, dass sie allmählich zerstört werden. Die Wände der Bläschen werden nach und nach abgebaut.

Die Sauerstoffversorgung leidet

Viele kleine, intakte Bläschen verschmelzen so zu größeren, "sackartigen" Blasen. In der Folge schrumpft die Oberfläche, die insgesamt für den Gasaustausch und die Blutgefäße in der Lunge zur Verfügung steht.

Folglich gelingt es immer schlechter, den Organismus mit dem nötigen Sauerstoff zu versorgen. Insbesondere der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt. Der Kohlendioxidgehalt steigt weniger deutlich an, da Kohlendioxid schneller in die Alveolen wandert. Erst bei Reduktion der Atmung kommt es hier zum Anstieg.

Beratender Experte: Professor Dr. Heinz Dieter Köhler, Internist mit Schwerpunkt Lungen- und Bronchialheilkunde

W&B/Privat

Welche Symptome sind typisch?

Die Patienten leiden im typischen Fall unter Atemnot, zunächst nur bei starker Anstrengung, später schon bei leichter Belastung.

Hartnäckiger Husten und Auswurf sind weitere häufige Symptome. Die Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen ist erhöht.

Wie wird ein Emphysem behandelt?

Das Emphysem ist nicht mehr rückgängig zu machen. Der Verlauf der Krankheit kann jedoch günstig beeinflusst werden.

Der wichtigste Schritt ist, das Rauchen aufzugeben und weitere mögliche Auslöser zu beseitigen. Individuell angepasste körperliche Belastung – zum Beispiel in Lungensportgruppen – ist immer günstig.

In ausgeprägten Fällen ist die kontrollierte Gabe von Sauerstoff, insbesondere unter Belastung sinnvoll. Manchmal kommen operative Eingriffe an der Lunge infrage.

Das Lungenemphysem zählt – zusammen mit der chronischen Bronchitis – zu den chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD, Chronic Obstructive Pulmonary Diseases).

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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