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Lungenembolie
Therapie

Mit bestimmten Medikamenten, Katheterverfahren oder einer Operation können die Ärzte Blutgerinnsel auflösen oder entfernen


Schwere Atemnot: Eine Lungenembolie kann ein Fall für den Notarzt sein

Beim Veracht auf eine Lungenembolie sollte sofort der Notarzt verständigt werden. Bis zum Eintreffen des Notarztes sollte sich der Patient so wenig wie möglich bewegen. Falls ein Herz-Kreislauf-Stillstand eintritt, muss unverzüglich mit der Wiederbelebung begonnen werden.

Bei Atemnot kann eine Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper sowie die Gabe von Sauerstoff hilfreich sein. Trifft der Arzt ein, kann er gegebenenfalls die Wiederbelebung fortführen und bei Bedarf den Patienten auch künstlich beatmen. Je nachdem, welche Symptome vorliegen, verabreicht der Arzt dem Betroffenen auch Schmerz-, Beruhigungsmittel oder Medikamente, die den Kreislauf stabilisieren. Er kann zudem bereits mit der Behandlung mit dem Wirkstoff Heparin beginnen. Heparin hemmt die Blutgerinnung. Es wird zur Vorbeugung und Behandlung von Blutgerinnseln eingesetzt. Zur weiteren Therapie wird der Betroffene dann ins Krankenhaus transportiert.

 


Dort kommen je nach Schwere des Krankheitsbildes bei Lungenembolien durch Blutgerinnsel folgende Maßnahmen in Betracht:

 

  • Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten: Diese Behandlung wird bei weniger schweren Lungenembolien gewählt, die glücklicherweise mit etwa 80 Prozent am häufigsten vorliegen. Die Gerinnungshemmung verhindert ein weiteres Thrombuswachstum in den Bein- und Beckenvenen. Das Gerinnsel in der Lunge wird vom Körper selbst beseitigt. Zur Gerinnungshemmung wird Heparin oder ein verwandter Wirkstoff verwendet. Diese Wirkstoffe werden entweder in die Vene verabreicht oder unter die Haut gespritzt. Noch während dieser etwa sieben- bis zehntägigen Therapie beginnt die Behandlung mit gerinnungshemmenden Tabletten, welche die Heparin-Therapie später ablöst.

 

  • Fibrinolyse (Auflösung des Blutgerinnsels): Bei schweren Lungenembolien, bei denen man nicht erwarten kann, dass der Körper das Gerinnsel in der Lunge selbst beseitigt, werden Medikamente in die Vene verabreicht, die das Blutgerinnsel auflösen können. Diese Behandlung bezeichnet man als Lyse-Therapie. Sie wird bei den Patienten angewandt, bei denen das rechte Herz unmittelbar zu versagen droht, oder bereits versagt hat. Allerdings ist bei einer Fibrinolyse das Blutungsrisiko in anderen Organen erhöht (Magen-/Darm-Trakt, Muskulatur, Gehirn). Dies muss jedoch gegebenenfalls in Kauf genommen werden, weil der Patient ohne Lysetherapie an der Lungenembolie versterben würde.

 

  • Katheter-Behandlung: Diese Therapie kommt ebenfalls bei schweren Lungenembolien in Betracht. Hierbei wird das Blutgerinnsel in der Lunge durch einen über die Venen in das rechte Herz und das betroffene Blutgefäß eingebrachten Katheter mechanisch zerkleinert, so dass aus einer großen viele kleine Lungenembolien werden, mit denen das rechte Herz unter Umständen besser zurecht kommt. Zusätzlich kann über den Katheter eine Lysetherapie verabreicht werden. Als Komplikation kann es dabei unter anderem zu Verletzungen der Gefäße oder zu  Blutungen kommen. Diese Behandlung setzt ein Krankenhaus voraus, in dem innerhalb weniger Minuten ein Katheterlabor bereit gemacht werden kann.


Wenn alle anderen Maßnahmen nicht ausreichen oder versagt haben, kann das Gerinnsel auch mit einer offenen Operation entfernt werden (pulmonale Embolektomie). Dazu ist eine Herz-Lungen-Maschine notwendig.

Um im weiteren Verlauf neue Thrombosen und Lungenembolien zu verhindern, schließt sich an die Akutbehandlung eine Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten, den sogenannten Cumarinen an. Diese Medikamente müssen in Abhängigkeit von den vorliegenden Risikofaktoren und eventuell der Schwere der Lungenembolie über einen unterschiedlich langen Zeitraum eingenommen werden. Die Regelbehandlungsdauer sind drei bis sechs Monate. Bleibt das Wiederholungsrisiko weiterhin erhöht, müssen auch die Medikamente dauerhaft eingenommen werden. Da unter einer Therapie mit diesen Wirkstoffen vermehrt Blutungen auftreten können, muss die Entscheidung im Einzelfall sorgfältig abgewogen und die Notwendigkeit einer weiteren Behandlung in regelmäßigen Abständen immer wieder überprüft werden.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 25.05.2011
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF

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