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Atemnot (Dyspnoe) – Diagnose

Bei Dyspnoe, vor allem wenn sie neu auftritt oder sich verschlechtert, ist der Arzt gefragt. Bei bedrohlicher Atemnot oder Atemstillstand muss der Notarzt gerufen und Erste Hilfe geleistet werden


Röntgen von Herz, Lungen, Zwerchfell: Gehört zur Basisdiagnostik bei Atemnot

Atemnot ist eine bewusste, aber subjektive Empfindung und als solche nicht messbar. Es lässt sich aber erkennen, ob die Atemtätigkeit gesteigert, vermindert oder unregelmäßig ist, ob die Atmung mit auffälligen Geräuschen einhergeht und ob der Betroffene eine besondere Haltung einnimmt, um leichter zu atmen. Nicht selten sind Menschen in dieser Situation auffallend unruhig, angstvoll und blass, vielleicht bricht ihnen kalter Schweiß aus allen Poren, oft haben sie auch blaue Lippen. Dies und eine bläulich-graue Hautfarbe, vor allem im Gesicht, außerdem eine bläulich verfärbte Zungenschleimhaut (Fachbegriff für diese Veränderungen: Zyanose) weisen auf einen Sauerstoffmangel hin. In der Klinik oder Fachpraxis kann der Arzt die Sauerstoffsättigung im Blut messen oder indirekt mittels Pulsoxymetrie über die Haut.

Weitere Untersuchungen richten sich nach dem Beschwerdebild, das akut aufgetreten oder chronisch sein kann oder sich möglicherweise kurzfristig verschlechtert hat. Die Krankengeschichte ist von großer Bedeutung. So kann eine zurückliegende Beinvenenthrombose auf ein erhöhtes Risiko für eine Lungenembolie hinweisen und damit eventuell eine neu aufgetretene Atemnot erklären.

Je nach Ursache begleiten häufig noch weitere Beschwerden die Dyspnoe, etwa Brustschmerzen, Husten, Fieber, starke körperliche Schwäche, Schlafstörungen. Richtungweisend sind immer die körperlichen Befunde, die der Arzt erhebt, insbesondere wenn er die Lungen mit dem Stethoskop abhört und mit den Händen abklopft.


Lungen und Atemwege

Zur Diagnose führen an der ersten „Verdachtsdiagnose" orientierte Verfahren, unter anderem verschiedenste Bluttests, Röntgenuntersuchungen, eine Ultraschalluntersuchung der Beinvenen (Doppler-Sonografie) und des Brustraums, eine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie), Allergietests, nuklearmedizinische Verfahren zur Erfassung der Lungendurchblutung und -belüftung, endoskopische Untersuchungen des Nasen-Rachen-Raums, des Kehlkopfes, der tiefen Luftwege (Bronchoskopie), der Brusthöhle (Thorakoskopie) oder der Speiseröhre. Im Rahmen der Endoskopie des Kehlkopfes kann die Stimmbandfunktion überprüft werden (Stroboskopie). Während der Bronchoskopie kann Bronchialsekret zur weiteren Untersuchung gewonnen werden (broncho-alveoläre Lavage).

Herz und Gefäße

Liegt das Herz im Fokus der Diagnostik, wird es nicht nur durch ein umfassendes Elektrokardiogramm, sondern auch mit einem Herz-Ultraschall (Echokardiografie) „abgescannt". Gegebenenfalls schließt sich eine Untersuchung der Herzkranzgefäße oder speziell der rechten Herzhälfte mittels Herzkatheter an. Dieser oder aber eine Röntgendarstellung der Lungengefäße muss notfalls auch im Eilverfahren stattfinden. Oder es erweist sich ein spezielles Computertomogramm (Spiral-CT) der Lungen, auch in Verbindung mit einer Angiografie, als notwendig.

Weitere Untersuchungsziele

Mitunter ist auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) des Brustraums oder ein entsprechendes CT kombiniert mit einer Posiitronenemissionstomografie (PET) angezeigt, vielleicht auch die Entnahme von Gewebeproben zur mikroskopischen Untersuchung. CT und MRT informieren zudem über krankhafte Veränderungen in der Halsregion.

Manchmal rücken auch Untersuchungen der Schilddrüse oder aber neurologische und psychologische Diagnoseverfahren in den Vordergrund.

 

 




Bildnachweis: Stockbyte/RYF
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Dr. med. Claudia Osthoff / www.apotheken-umschau.de ; 08.08.2010, aktualisiert am 04.02.2014
Bildnachweis: Stockbyte/RYF

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