Zusammen feiern und anstoßen ist okay, doch das Glas sollte man mit akut an Fieberblasen leidenden Personen nicht teilen
Das Risiko, an Lippenherpes zu erkranken, lässt sich durch vorbeugende Maßnahmen zwar verringern, eine Schutzimpfung dagegen gibt es aber ebenso wenig wie die Möglichkeit, die im Körper eingenisteten Viren wieder auszurotten.
Wer bedenkt, wie die Viren übertragen und wodurch sie später im Körper reaktiviert werden, hat schon die wichtigsten Vorbeuge-Maßnahmen zur Hand:
• Zwar überleben Herpes-Viren außerhalb des Körpers nur sehr kurze Zeit, trotzdem raten Experten, vorsichtshalber mit akut Erkrankten nicht dieselben Handtücher, Servietten, Lippenstifte, Gläser oder Besteck zu benutzen.
• Der Inhalt der Bläschen ist infektiös. Wer sie berührt oder gar aufkratzt, kann das Virus mit den Fingern auch am eigenen Körper verteilen, etwa in die Augen oder in den Genitalbereich. Deswegen: Finger weg und nach dem Eincremen mit Anti-Viren-Salbe gründlich die Hände waschen. Noch besser: Zum Auftragen von Cremes oder Tinkturen ein sauberes Wattestäbchen benutzen.
• Gerade die eigenen Finger sind ein gefährlicher Viren-Überträger. Deshalb: Während der Erkrankung nicht an den Fingernägeln kauen. Vor allem aber nicht die Augen reiben und auch Kontaktlinsen nicht mit Speichel in die Augen einsetzen. Gelangen Herpes-Viren in die Augen, kann das im schlimmsten Fall zu einer Schädigung der Hornhaut führen. Tipp: Während der Erkrankung am besten eine Brille tragen.
• Weil das Herpes-Virus auch durch direkten Hautkontakt übertragen werden kann: entsprechende Sportarten wie Ringen, Judo vermeiden.
• Personen, die gerade ein Fieberbläschen haben, sollten auf Küssen und oralen Sex verzichten, da die Viren auf diesem Weg übertragen werden können – auch auf die Genitalien.
• Besondere Vorsicht gilt bei akuter Erkrankung gegenüber Säuglingen und Kleinkindern: Wer ein Fieberbläschen hat, sollte Hautkontakt vermeiden, dazu gehört leider auch der Gute-Nacht-Kuss.
• Eine schwangere Frau kann das Virus im Mutterleib nicht auf ihr ungeborenes Kind übertragen. Allerdings gilt: Herpesviren sollten in dieser Zeit nicht in ihren Genitalbereich gelangen. Denn das für den Lippenherpes verantwortliche Herpes-simplex-Virus Typ 1 kann manchmal auch dort ein Herpes verursachen. Bei der Geburt könnte sich der Säugling dann damit anstecken. Um dies zu vermeiden, raten Ärzte bei akuter Erkrankung unmittelbar vor der Geburt zu einem Kaiserschnitt. Auch danach gilt: Personen, die gerade ein Fieberbläschen haben sollten das Neugeborene nicht mit den Händen berühren oder seinen Schnuller ablecken, da eine Infektion mit dem Virus im schlimmsten Fall zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis) führen kann.
• Kein Sonnenbaden und wenn schon, dann entsprechend geschützt. Für Lippen und Mundpartie gibt es spezielle Sun-Blocker mit hohem Lichtschutzfaktor.
• Ein intaktes Immunsystem ist ein guter Schutz gegen wiederkehrende Fieberblasen-Attacken. Dazu tragen ausgewogene Ernährung, viel Sport, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf zu viel Alkohol und Zigaretten bei. Psychische Belastungen können bei Bedarf mit professioneller Unterstützung oder Betreuung bewältigt werden. Und manchem Stress, von dem man weiß, dass er das eigene Fieberblasenrisiko erhöht, kann man auch einfach aus dem Wege gehen.
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13.09.2005, aktualisiert am 21.07.2011
Bildnachweis: Banana Stock/RYF, Digital Vision/ RYF
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