Die ersten Symptome einer Leberzirrhose zeigen sich oft erst nach Jahren und lassen in vielen Fällen nicht sofort auf eine Erkrankung der Leber schließen. Der Ersatz des Lebergewebes durch Bindegewebe bedeutet, dass die Leber immer weniger effizient arbeiten kann. Das wirkt sich früher oder später auf den ganzen Körper aus. Denn vor allem der Stoffwechsel ist betroffen und Giftstoffe, die eigentlich von der Leber abgebaut werden sollten, werden über das Blut in den ganzen Organismus transportiert. Hier können sie erheblichen Schaden anrichten, zum Beispiel im Gehirn. Zudem kann die Leber wichtige Eiweiße nicht mehr herstellen. Das kann zum Beispiel zum Versagen der Blutgerinnung führen.
Eine Leberzirrhose zeigt sich auch an der Haut, die sich gelblich verfärbt und zum Teil stark juckt. Schuld sind Durchblutungsstörungen und Gallestoffe, die nicht in den Darm abtransportiert werden können, sondern sich im Körper ablagern. Die kranke Leber beeinflusst auch den Hormonhaushalt und einige andere Stoffwechselfunktionen. Viele Leberzirrhose-Patienten magern ab, weil ihr Körper Nährstoffe nicht mehr richtig verwertet und körpereigene Einweiße mehr ab- als aufbaut.
Um eine Leberzirrhose aufzuhalten, muss immer erst die ursächliche Krankheit behandelt werden. Geschieht dies nicht, werden immer mehr Leberzellen abgebaut und durch Bindegewebe ersetzt. Dann kommt es zu Komplikationen, die sofort behandelt werden müssen, um einem lebensgefährlichen Versagen des Organs (Leberkoma) vorzubeugen.
Allgemeine Symptome
Bemerkbar macht sich der Zerfall der Leberzellen erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, da das Organ relativ viel Funktionsreserve hat. Die ersten Symptome sind meist unspezifisch und lassen nicht sofort einen Leberschaden erkennen:
Hautzeichen
Oft ist an der Haut zuerst zu sehen, dass die Leber nicht mehr richtig arbeitet. Zu den Hautveränderungen während einer Leberzirrhose zählen:
Störungen von Stoffwechsel und Hormonhaushalt
Viele Menschen, die an einer Leberzirrhose leiden, nehmen stark ab. Besonders die Muskelmasse bildet sich im Lauf der Krankheit zurück. Der Körper nimmt außerdem zahlreiche Vitamine und Mineralien nicht mehr auf. Auch das Hormon Insulin wird nicht mehr richtig abgebaut, was eine Störung des Zucker- bzw. Stärkestoffwechsels verursacht. Wenn keine Maßnahmen unternommen werden, kann dies einen Diabetes mellitus (hepatogener Diabetes) zur Folge haben.
Ein gestörter Stoffwechsel beeinträchtigt auch den Hormonhaushalt, was vor allem Männer zu spüren bekommen. Die Hoden verkleinern sich und es kommt zu Potenzstörungen. Außerdem vergrößert sich die Brust und die Körperbehaarung fällt aus. Es bildet sich eine sogenannte "Bauchglatze". Bei Frauen sind unregelmäßige Regelblutungen ein Zeichen für einen gestörten Hormonhaushalt.
Komplikationen
Wird die Ursache der Leberzirrhose nicht behandelt, kann es zu schweren Komplikationen kommen. Das Bindegewebe, das sich während der Krankheit bildet, stellt für die Blutversorgung eine Barriere dar. Auch die Pfortader, die Verbindung zwischen Leber und Darm, ist davon betroffen.
In Lebervenen und Pfortader kommt es zu gefährlichem Bluthochdruck (portale Hypertension), weil das Blut nicht mehr richtig durch die vernarbte Leber fließen kann. Die Gefäße weiten sich stark und Krampfadern (Varizen) bilden sich besonders an der Speiseröhre oder am Magen. Bei weiter steigendem Blutdruck können sie platzen und es kommt zu massiven Blutungen. Die Folge eines solchen Blutverlustes sind Schweißausbrüche, Puls- und Atembeschleunigungen bis hin zum tödlichen Schock. Bei einer solchen Krampfaderblutung besteht Lebensgefahr und der Erkrankte muss so schnell wie möglich in eine Klinik gebracht werden.
Durch den Bluthochdruck in der Pfortader wird Flüssigkeit in den Bauchraum gepresst und es kann zu einer Bauchwassersucht (Aszites) kommen. Der Bauch schwillt an und schmerzt, außerdem fällt das Atmen schwer. Bakterien können vom Darm aus in das Bauchwasser übertreten. Jeder zweite Leberzirrhose-Patient stirbt innerhalb von zwei Jahren an den Folgen von Aszites und Pfortaderhochdruck.
Wenn Giftstoffe über das Blut ins Gehirn gelangen, kommt es zu verschiedenen neurologischen und psychiatrischen Beschwerden (Hepatische Enzephalopathie). Die ersten Anzeichen sind meist Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Koordinationsschwierigkeiten. Später fangen die Hände stark an zu zittern und es gibt Phasen von Verwirrung und Bewusstseinsverlusten. Die Vergiftung kann sich aber zurückbilden, wenn die Ursache der Leberzirrhose behandelt wird. Ansonsten besteht die Gefahr eines lebensgefährlichen Leberausfallkomas.
Geschädigte Leberzellen haben besonders bei Virushepatitis eine höhere Wahrscheinlichkeit zu entarten und eine Krebserkrankung auszulösen. Dann bildet sich eine bösartige Geschwulst (Leberkarzinom), die relativ schnell wächst und Tochtergeschwülste bildet. Jährlich sterben 5000 Menschen an Leberkrebs. Die meisten erkrankten zuvor an einer Leberzirrhose.
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13.09.2005, aktualisiert am 10.10.2011
Bildnachweis: W&B/Eichstädt
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