Auch hier müssen wir zwischen einer Hepatitis-B- und einer Hepatitis-C-Virusinfektion unterscheiden (vgl. Frage: "Leberzirrhose: durch Medikamente heilbar?"). Eine Hepatitis-C-Virusinfektion, die zum Zeitpunkt der Transplantation noch besteht, befällt ohne entsprechende Behandlung fast immer auch die neu transplantierte Leber. Daher muss möglichst vor der Verpflanzung (und möglichst frühzeitig) überlegt werden, ob trotz Vorliegens einer Zirrhose die Behandlung mit Medikamenten gegen das Hepatitis-C-Virus, also eine antivirale Therapie, noch erfolgversprechend ist. Bei entgleister, also bereits von Komplikationen begleiteter Leberzirrhose ist dies in der Regel jedoch nicht mehr möglich.
Die Hepatitis B lässt sich mittlerweile so weit unterdrücken, dass zum Zeitpunkt der Transplantation kaum noch auslösende Viren im Körper sind. Spezielle Medikamente (Antikörper gegen Hepatitis-B-Viren), die während der Transplantation gegeben werden, und eine fortgesetzte Therapie mit Nukleos(t)idanaloga können bei weit über 90 Prozent der Erkrankten verhindern, dass ihr neues Organ befallen wird.
Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Berg und Dr. med. Michael Biermer
Charité, Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie
Unsere Experten beantworten in der „Sprechstunde Verdauungskrankheiten“ weitere interessante Fragen zu Lebererkrankungen.
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05.11.2007, aktualisiert am 13.10.2010
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