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Leberkrebs: Wie kann man vorbeugen?

Welche Vorbeugungsmaßnahmen greifen im Hinblick auf Leberkrebs wirklich? Aus der "Experten-Sprechstunde Verdauungskrankheiten"


Ultraschallkontrollen sind bei chronischen Lebererkrankungen unbedingt empfehlenswert

Unter einem primären Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom, abgekürzt HCC) versteht man einen bösartigen Tumor, der direkt aus einer Leberzelle entstanden ist. Er muss von anderen Tumoren, die in der Leber wachsen können – als Metastase eingewandert oder von den Gallengängen ausgehend – unterschieden werden, da sich diese ganz anders verhalten als ein HCC.

 

Ein HCC entsteht in über 80 Prozent der Fälle im Zuge einer chronischen Lebererkrankung. Dass eine chronische Virushepatitis vom Typ B und C sowie übermäßiger Alkoholkonsum die Krebsentstehung fördern können, ist eindeutig nachgewiesen. Je schwerer die Lebererkrankung, desto wahrscheinlicher entsteht in der Folge ein Tumor. Wenn es also gelingt, die Lebererkrankung auszuheilen, was zum Beispiel heißt, eine Virushepatitis oder eine Hämochromatose erfolgreich zu behandeln und übermäßigen Alkoholkonsum einzustellen, dann sinkt erfreulicherweise langfristig auch die Gefahr einer Tumorentstehung. 

 

Vorbeugemaßnahmen beruhen somit auf zwei Ansätzen, nämlich der Vermeidung von Risikofaktoren einerseits und Früherkennung andererseits:
Die beste Vorbeugung besteht darin, die Grunderkrankungen, die zu Leberkrebs führen können, zu vermeiden. Eine Impfung gegen Hepatitis B, wie sie heute schon im Säuglingsalter ab dem zweiten Lebensmonat empfohlen wird, verhindert die Entstehung der Hepatitis von vornherein und schließt das Auftreten bestimmter Formen von Leberkrebs folglich aus. Ist eine chronische Virushepatitis aufgetreten, so ist deren konsequente Behandlung gleichzeitig auch eine Krebsvorbeugung. Entsprechende Bedeutung hat der Verzicht auf über- und regelmäßigen Alkoholkonsum.

 

Ebenso wichtig wie die Vorbeugung ist die Früherkennung möglicher Tumore, weshalb jeder Patient mit einer chronischen Lebererkrankung eine regelmäßige Überwachung der Leber mittels Ultraschall und Messung des Leber-Tumormarkers Alpha-Fetoprotein (AFP) erhalten sollte. Der Grund dafür ist, dass ein frühzeitig festgestelltes HCC in aller Regel sehr erfolgreich therapiert und in den meisten Fällen geheilt werden kann.  

 

 

 

Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Berg und Dr. med. Michael Biermer
Charité, Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie



Unsere Experten beantworten in der „Sprechstunde Verdauungskrankheiten“  weitere interessante Fragen zu Lebererkrankungen.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
 




surfmed/www.apotheken-umschau.de; 07.11.2007, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: Dynamic Graphics/John Foxx/RYF

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