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Leberkrebs:
Therapie

Je nachdem, wie weit der Krebs fortgeschritten ist und wie gut die Leberfunktion des Patienten ist, kommen unterschiedliche Therapien infrage


Eine Operation ist bei Leberkrebs oft unumgänglich

Die Therapie richtet sich danach, wie weit der Leberkrebs fortgeschritten ist (Tumorstadium) und wie gut die Leberfunktion des Patienten ist. Eine Teilentfernung der Leber (Leberteilresektion) ist die Therapie der Wahl, wenn sich der Tumor noch in einem Frühstadium befindet und keine Leberzirrhose vorliegt. 25 bis über 50 Prozent dieser Patienten leben nach einer Leber-Teilentfernung vom Zeitpunkt der Diagnosestellung an fünf Jahre und länger (sogenannte Fünf-Jahres-Überlebensrate).

Für Patienten mit Leberzirrhose, also eingeschränkter Leberfunktion, stellt die Lebertransplantation das optimale Therapiekonzept dar – insbesondere dann, wenn der Tumorherd eine bestimmte Größe nicht überschreitet. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt hier bei über 70 Prozent.


Eine Lebertransplantation kommt aufgrund der geringen Anzahl an Spenderorganen jedoch nur begrenzt infrage. Zudem besteht das Risiko, dass der Körper das neue Organ abstößt, so dass lebenslang Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppressiva) eingenommen werden müssen.

Bei Patienten mit guter Leberfunktion, aber nicht mehr heilbarer fortgeschrittener Krebserkrankung (Lymphknotenbefall oder Fernmetastasen), kann eine Behandlung mit dem sogenannten Tyrosin-Kinase-Hemmer Sorafenib die durchschnittliche Überlebenszeit etwas verlängern.

Für Patienten ohne Lymphknotenbefall oder Tochtergeschwülsten in anderen Organen (Fernmetastasen), bei denen eine Operation nicht infrage kommt, stehen verschiedene Methoden zur örtlichen Tumorzerstörung als weitere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  • Perkutane Ethanolinjektion (PEI): Die direkte Injektion von Alkohol (hier Ethanol) mit einer feinen Nadel in den Lebertumor zerstört das Tumorgewebe. Die Behandlung wird unter Ultraschall- oder Computertomografie-Kontrolle durchgeführt. Die PEI kann angewendet werden, wenn maximal drei bis vier Tumorherde vorliegen, die nicht größer als fünf Zentimeter sind.
  • Radiofrequenzablation (RFA): Bei der RFA werden die Tumoren durch Hitze zerstört. Eine Sonde wird unter Ultraschall- oder Computertomografie-Kontrolle in den Tumor eingeführt. Ein Generator erzeugt hochfrequenten Wechselstrom, welcher über die Sonde in das Tumorgewebe eingeleitet wird und so die Tumorzellen „verkocht“. Die RFA kann zum Einsatz kommen, wenn maximal drei bis vier Tumorherde vorliegen, die nicht größer als fünf Zentimeter sind.
  • Transarterielle Chemoembolisation (TACE): Unter Embolisation versteht man die gezielte Verstopfung eines Blutgefäßes (in diesem Fall der Leberarterien) durch Mikropartikel. Diese werden über einen Katheter von der Leiste aus in die Leberarterie, möglichst nah an die den Tumor versorgenden Arterien, verabreicht. Bei der Chemoembolisation wird das Embolisat mit Zytostatika kombiniert. Die TACE kann zum Einsatz kommen, wenn die Tumoren größer als fünf Zentimeter sind oder viele Tumorherde (multilokuläres Leberzellkarzinom) vorliegen.
  • Selektive interne Radiotherapie (SIRT): Hierbei werden kleinste Glas- oder Kunstharzkügelchen (biokompatible Mikrosphären), an die eine radioaktive Substanz (meist Yttrium-90) gebunden ist, über die Leiste in die Leberarterie gespritzt. Der Tumor wird einer lokal hohen Strahlendosis ausgesetzt und gleichzeitig werden die Tumorgefäße verschlossen – man spricht daher auch von "Radioembolisation". Eingesetzt werden kann die SIRT bei Patienten mit vier bis fünf Tumorherden, größeren Tumoren oder wenn sich diese in Blutgefäße ausgebreitet haben.

Diese Therapieoptionen können das Fortschreiten der Erkrankung für eine gewisse Zeit bremsen, tumorbedingte Beschwerden lindern und das Überleben verlängern.



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Mehr Infos im Netz unter

www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 21.04.2011
Bildnachweis: Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

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