Die klassische Strahlentherapie, bei der ein Tumor, also eine Krebsgeschwulst, durch die Haut bestrahlt wird, ist beim Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom, abgekürzt HCC) nicht wirksam. Es wurden daher immer wieder Versuche unternommen, die Strahlenenergie direkt in den Tumor zu bringen.
Noch im Experimentalstadium ist ein Verfahren, das mit vielversprechenden Ergebnissen aufwarten kann und mittlerweile in mehreren großen Zentren angeboten wird. Es nennt sich Afterloading-Therapie. Hierbei wird während einer Computertomografie-Untersuchung eine Sonde durch die Haut in die Leber und dort in den Tumor geschoben. Über diese Sonde wird dann ein radioaktiv strahlendes Element für kurze Zeit in den Tumor gebracht. Das Strahlungselement wird, nachdem es zur Verödung der Tumorzellen geführt hat, mitsamt Sonde wieder entfernt.
Auch im Bereich der medikamentösen Therapie hat es zuletzt interessante Entwicklungen gegeben: Neue Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung des von Nierenzellkrebs entwickelt wurden, haben auch beim HCC eine deutliche Wachstumshemmung gezeigt. Es handelt sich hierbei nicht um Chemotherapeutika, sondern um relativ gut verträgliche andersartige Arzneistoffe, die als Tabletten eingenommen werden können. 2007 wurde von der europäischen Arzneimittelagentur die Zulassung für den Arzneistoff Sorafenib zur Behandlung des HCC erteilt.
Prof. Dr. med. Thomas Berg und Dr. med. Michael Biermer
Charité, Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie
Unsere Experten beantworten in der „Sprechstunde Verdauungskrankheiten“ weitere interessante Fragen zu Lebererkrankungen.
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07.11.2007, aktualisiert am 26.06.2010
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