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Leberkrebs: Gibt es auch nicht-chirurgische Therapien?

Kann Leberkrebs auch durch nicht-chirurgische Verfahren behandelt werden? Aus der "Experten-Sprechstunde Verdauungskrankheiten"


Transarterielle Chemoembolisation (schematisch)

Ja, wenn eine Operation aufgrund der Tumorgröße oder begleitender Umstände nicht möglich ist, stehen eine Reihe sogenannter „lokal-ablativer“ Verfahren zur Verfügung, mit denen das weitere Tumorwachstum verzögert werden kann. Ziel aller Verfahren ist es, die Tumorzellen gezielt abzutöten oder zumindest in ihrem Wachstum zu behindern. Welches der Verfahren geeignet ist, hängt von der Lage des Tumors, von der Art der Durchblutung und von seiner Größe ab. 

 

Hier werden die unterschiedlichen Methoden kurz vorgestellt: 

 

  • Transarterielle Chemoembolisation (TACE): Hierbei wird ein Katheter über die Leistenarterie bis in die Leber geschoben. Der Arzt kann während einer Computertomografie den Tumor gezielt ansteuern und über den Katheter ein Gemisch aus Zellgift und Verklebungsmittel in den Tumor spritzen. Weil eine Krebsgeschwulst in der Regel viele arterielle Gefäße besitzt, nimmt sie die Mischung gut auf, ohne dass das umgebende Lebergewebe wesentlich geschädigt wird. Dieses Verfahren wird oft nach sechs bis zwölf Wochen wiederholt.  
  • Radiofrequenzablation /Thermoablation: Eine Sonde, die durch Freisetzung von Energie das Tumorgewebe erhitzt und somit abtötet, wird durch die Haut oder während einer Operation direkt in den Tumor eingebracht. 
  • Alkoholinjektion: Unter Ultraschallkontrolle wird mit einer langen Kanüle durch die Haut Ethanol in den Tumor gespritzt, was ebenfalls zum Absterben der Tumorzellen führt.  

 

 

Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Berg und Dr. med. Michael Biermer
Charité, Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie


Unsere Experten beantworten in der „Sprechstunde Verdauungskrankheiten“  weitere interessante Fragen zu Lebererkrankungen.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



surfmed/www.apotheken-umschau.de; 07.11.2007, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: W&B/Szczesny, bearb. Neisel

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