Nein, erstens wird nicht jeder Mensch mit der genetischen Anlage zur Hämochromatose krank (etwa ein Viertel der homozygoten Genträger erkranken im Laufe ihres Lebens: siehe dazu und zu weiteren Details auch die Frage: ”Erkrankungsrisiko bei Nachkommen?” aus dieser Sprechstunde), und zweitens muss von beiden Eltern die Erbanlage übertragen werden, damit ein homozygoter Status überhaupt zustande kommt, ohne den sich gar keine Hämochromatose ausbilden kann.
Das Wissen um die vererbte Anlage zur Erkrankung sollte keine Angst auslösen, zumal das Krankheitsbild ausgesprochen gut behandelt werden kann. Im Gegenteil: Darüber gut informiert zu sein, gibt den Angehörigen vielmehr die Möglichkeit, sich frühzeitig untersuchen zu lassen und bei Bedarf rasch behandelt zu werden. Somit können krankheitsbedingte Folgeschäden sicher verhindert werden.
Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Berg und Dr. med. Michael Biermer
Charité, Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie
Unsere Experten beantworten in der „Sprechstunde Verdauungskrankheiten“ weitere interessante Fragen zu Lebererkrankungen.
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
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07.11.2007, aktualisiert am 17.08.2011
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