Wenig, aber "gutes" Fett, dazu täglich viel Marktfrische, gelegentlich mageres Fleisch (wie hier von der Pute), dafür öfters Meeresfisch: Das sind die großen Linien gesunder Küche
Die nicht alkoholische Leberverfettung gibt es tatsächlich, und in den Industrienationen tritt sie mittlerweile sogar sehr häufig auf. Sie wird zu den sogenannten Wohlstandserkrankungen gezählt, bei denen das Ungleichgewicht zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch unseren Körper krank macht. Weit bekannter sind in dieser Kategorie von Krankheiten Bluthochdruck und Diabetes mellitus Typ 2 als Folgen chronischer Überernährung. Jedoch kann die Leber ebenso unter der übermäßigen Speicherung von Fetten leiden.
Die Leber ist neben der Muskulatur durch Einbau von Fettsäuren der wichtigste Speicherort für diese aus der Nahrung aufgenommenen Energiebausteine. Wird nach einer reichhaltigen Mahlzeit diese Energie nicht abgerufen, sondern eher durch erneute Nahrungsaufnahme “überspeichert”, kann die Leber regelrechte Fettdepots einbauen. Diese führen zur Leberverfettung und nicht selten zu einer echten Leberentzündung (sogenannte Fettleberhepatitis). Zunächst sind oft die Gamma-GT und weitere Leberwerte im Blut erhöht, im Laufe der Jahre kann sich eine komplette und lebensbedrohliche “Fettleber-Zirrhose” entwickeln.
Die wichtigste Behandlungs- bzw. Vorbeugungsmaßnahme ist neben dem absoluten Verzicht auf Alkohol die kontrollierte und nachhaltige Gewichtsreduktion. Hierbei ist regelmäßige sportliche Betätigung mindestens ebenso wichtig wie eine bewusste, gesunde und mengenreduzierte Ernährung. Gelingt es, die Lebensumstände dauerhaft umzustellen, kann sich der Leberschaden in den meisten Fällen komplett zurückbilden. Es lohnt sich in jedem Fall, eine professionelle Ernährungsberatung einzuholen, denn neben den offensichtlichen „Sünden“ sind ungünstige Nahrungsmittel oft gar nicht einfach zu erkennen.
Grundsätzlich ist eine selbst zubereitete Mahlzeit aus frischen Zutaten (mit viel Gemüse und Salat) immer einem Fertiggericht aus der Mikrowelle vorzuziehen. Nicht alle Fette in unserer Ernährung sind in gleicher Weise schädlich. Sehr verallgemeinert gesagt sind pflanzliche Fette vorteilhafter als tierische (zum Beispiel in Butter, Käse und Wurst). Ein mageres Steak hingegen ist durchaus "erlaubt".
Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Berg und Dr. med. Michael Biermer
Charité, Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie
Unsere Experten beantworten in der „Sprechstunde Verdauungskrankheiten“ weitere interessante Fragen zu Lebererkrankungen.
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07.11.2007, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: W&B/Felix Holzer