Der beim Abbau gealterter roter Blutkörperchen anfallende Farbstoff wird in der Leber umgebaut und über die Gallenwege Richtung Darm abtransportiert
Der Begriff Gelbsucht beschreibt die Vermehrung des gelben Farbstoffs Bilirubin im Blut. Dieser Farbstoff stammt überwiegend aus dem Abbau gealterter roter Blutkörperchen. Gelbsucht kann auf eine eingeschränkte Funktion der Leberzellen oder einen gestörten Abfluss der Galleflüssigkeit hinweisen. Letzteres wiederum kann durch Gallengangsteine, Krebsgeschwülste (auch der Bauchspeicheldrüse) oder Gallengangsentzündungen bedingt sein, während die Funktion der Leberzellen bei akuter und chronischer Leberentzündung (Hepatitis) oder bei Leberzirrhose (Umbau des Gewebes) gestört ist. Ob nun beispielsweise Hepatitisviren, Alkohol, Medikamente, eine Leberverfettung, Krankheiten des Immunsystems oder eine Gallenabfluss-Störung, etwa durch einen Stein oder bösartigen Tumor, die Ursache sind, kann durch das Symptom Gelbsucht allein nicht unterschieden werden. Daher muss prinzipiell jede Art von Gelbsucht ärztlich abgeklärt werden. Nicht jede Gelbsucht bringt für den Betroffenen eine ungünstige Prognose mit sich.
Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Berg und Dr. med. Michael Biermer
Charité, Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie
Unsere Experten beantworten in der „Sprechstunde Verdauungskrankheiten“ weitere interessante Fragen zu Lebererkrankungen.
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02.11.2007, aktualisiert am 17.10.2011
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