Anmelden | Registrieren
Drucken

Hämochromatose (Eisenüberladung): Aderlass noch zeitgemäß?

Sind Aderlässe bei einer Erkrankung wie der Eisenüberladung (Hämochromatose) noch zeitgemäß? Gibt es Warnzeichen, um eine schwere Leberschädigung bei dieser Erbkrankheit zu erkennen und etwas dagegen zu unternehmen? Aus der "Experten-Sprechstunde Verdauungskrankheiten"


Eisenüberladung? Eine Blutuntersuchung verschafft Klarheit

Aderlässe sind noch immer der absolute Behandlungsstandard bei Eisenüberladung. Die medikamentöse Therapie ist seltenen Ausnahmesituationen vorbehalten, in denen ein Patient die Aderlass-Therapie nicht vertragen würde. Die Therapie der Hämochromatose wird ausführlich bei der Antwort auf die Frage “Medikamente gegen Hämochromatose?“ (aus dieser Sprechstunde) beschrieben. 

 

Zum Thema Warnzeichen: Jede nicht anders erklärbare Erhöhung der Leberwerte (besonders der sogenannten Transaminasen ASAT und ALAT) sollte an eine Hämochromatose denken lassen. Mit relativ einfachen Laboruntersuchungen kann eine Eisenüberladung als Ursache ausgeschlossen werden. Umgekehrt bietet sich so die Möglichkeit, eine Hämochromatose frühzeitig zu diagnostizieren. Die früh eingeleitete Therapie kann dann effektiv Spätfolgen verhindern.

 

Leider wird die Diagnose immer noch viel zu oft erst durch das kombinierte Auftreten von Spätfolgen an verschiedenen Organen gestellt. Wenn ein Patient erst mit Diabetes, Herzschwäche, Gelenkbeschwerden und einer unklaren Leberzirrhose zur weiteren Abklärung überwiesen wird, ist auch mit der Aderlasstherapie eine vollständige Erholung der Organfunktion nicht mehr zu erreichen. 

 

 

 

Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Berg und Dr. med. Michael Biermer
Charité, Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie

Unsere Experten beantworten in der „Sprechstunde Verdauungskrankheiten“  weitere interessante Fragen zu Lebererkrankungen.



Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

 

 



surfmed/www.apotheken-umschau.de; 07.11.2007, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: PhotoDisc/RYF

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG