Scheidenkrebs wird auch Vaginalkarzinom genannt. Er ist sehr selten und nur für rund ein bis zwei Prozent aller bösartigen Erkrankungen bei Frauen im Genitalbereich verantwortlich. Im deutschen Sprachraum erkranken zwischen fünf und acht von 1.000.000 Frauen pro Jahr an dieser Krankheit. Die Erkrankung tritt am häufigsten zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf. Bei einigen Frauen entsteht jedoch eine seltene Sonderform dieses Krebses schon zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr häufiger. Das hängt mit der Einnahme von Medikamenten durch die Mutter während der Schwangerschaft zusammen. Diese Krebsart ist heute seltener als früher. Der Grund für diese Entwicklung ist ein gestiegenes Körperbewusstsein und eine verbesserte Sexualhygiene. Zudem nehmen mehr Frauen als früher Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch so, dass Scheidenkrebs früher erkannt wird. In der Scheide selbst entsteht Krebs selten, häufig kann sich aber ein anderer Tumor auf die Scheide ausdehnen oder dort Metastasen bilden. Die häufigsten Tumore, die sich in der Scheide ansiedeln, sind Gebärmutterhalskrebs, Gebärmutterkrebs, Darmkrebs und Mastdarmkrebs. Seltener breitet sich der Vulvakrebs und der Eierstockkrebs dorthin aus. Oft ist der obere Teil der Scheide davon betroffen. |
Ursachen |
Krebszellen entstehen auch beim gesunden Menschen dauernd. Üblicherweise sterben sie von selbst ab oder werden vom Abwehrsystem unschädlich gemacht. Dabei spielt der so genannte programmierte Zelltod (Apoptose) - ein Schutzmechanismus, der entartete Zellen zum "Selbstmord" auffordert - eine zentrale Rolle. Warum es manche Krebszellen schaffen, trotzdem am Leben zu bleiben und sich auch ungestört zu vermehren, ist nicht ganz geklärt. Sicher ist, dass es nie eine einzige Ursache allein ist, die zu einer Krebserkrankung führt, sondern dass mehrere Faktoren sehr komplex zusammenwirken müssen, um Krebs auszulösen. Beim Entstehen von Scheidenkrebs spielen folgende Faktoren eine Rolle. |
| | Die Einnahme von Diäthylstilbestrol (DES) während des ersten Drittels der Schwangerschaft führt dazu, dass die Töchter dieser Frauen später ein erhöhtes Risiko haben, an Scheidenkrebs zu erkranken. Eine von 1000 erkrankt später an Krebs. DES verhindert, dass sich die Zellen richtig entwickeln - sie bleiben sozusagen "in ihrer Kindheit stecken". Durch die Hormone, die ab der Pubertät entstehen, werden diese Zellen zu Teilung angeregt. Zunächst entstehen gutartige Veränderungen, die aber entarten und bösartig werden können. Da DES seit dem Jahr 1971 verboten ist, entsteht Scheidenkrebs aus diesem Grund heute nur noch selten. | | | Die langjährige Reizung der Schleimhaut durch ein Pessar dürfte sich auf die Krebsentstehung begünstigend auswirken. | | | Rauchen begünstigt die Entstehung der Krankheit ebenfalls, da sich krebserregende Stoffe in der Schleimhaut der Scheide ansammeln können. | | | Auch ein niedriger sozialer Status wirkt sich begünstigend aus. Die Ursache dafür sind möglicherweise ein weniger ausgeprägtes Körperbewusstsein, schlechtere Hygiene sowie seltenere Besuche beim Frauenarzt. | |
Begünstigende Krankheiten | | Veränderungen der Schleimhaut der Scheide, die vaginale intraepitheliale Neoplasie (VAIN) können erste Anzeichen einer Erkrankung sein. Sie wird als Krebsvorstufe angesehen. | | | Gebärmutterhalskrebs, auch wenn er geheilt wurde, begünstigt das Entstehen von Scheidenkrebs. Wobei die Erkrankung auch lange zurück liegen kann - im Durchschnitt 14 Jahre. Wahrscheinlich erhöht die Strahlentherapie das Krebsrisiko. | | | Eine Infektion mit einem so genannten Papillomavirus erhöht das Risiko möglicherweise ebenfalls. Ein direkter Zusammenhang ist bis jetzt aber nicht festgestellt worden. | |
Vorbeugung Vorbeugung ist in eingeschränktem Maß möglich. |
| | Wichtig ist eine gute Hygiene beider Geschlechtspartner. Dadurch lassen sich zahlreiche Infektionen vermeiden. Eine Beschneidung der Vorhaut des Penis wirkt sich günstig aus, da sich weniger Keime festsetzen können. | | | Es ist empfehlenswert, statt einem Pessar andere Verhütungsmittel zu verwenden. | |
Früherkennung Eine echte Früherkennung ist schwierig. Bei längerem Ausfluss, auf jeden Fall aber bei Blutungen zwischen der normalen Monatsblutungen oder nach dem Wechsel ist es wichtig, bald zum Arzt zugehen. Vorsorgeuntersuchungen Spezielle Vorsorgeuntersuchungen für Scheidenkrebs gibt es nicht. Er kann und wird aber mit den gleichen Untersuchungsmethoden gefunden, die auch zur Vorsorge des wesentlich häufigeren Gebärmutterhalskrebses gemacht werden. Vor allem ab dem 35. Lebensjahr sollten sie in Anspruch genommen werden. Durch Vorsorgeuntersuchungen kann Krebs in einem frühen Stadium entdeckt werden. Dadurch erhöhen sich die Heilungschancen beträchtlich. Vorsorgeuntersuchungen können jedoch keinen Krebs verhindern. |
| | Es ist wichtig regelmäßig zum Frauenarzt zu gehen. Er nimmt dann eine Tastuntersuchung der Scheide vor. Dabei wird auch ein Abstrich, ein sogenannter Pap-Test gemacht. Der Test ist die wichtigste Untersuchung und mit einer Trefferquote von 90 Prozent auch sehr genau. Es ist empfehlenswert, diese Untersuchung halbjährlich durchzuführen. | | | Um Veränderungen am Gebärmutterhals zu entdecken , verwendet der Arzt ein Kolposkop. | |
Beschwerden |
Scheidenkrebs verursacht je nachdem, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist unterschiedliche Beschwerden. Anfangs treten folgende Beschwerden auf: |
| | Ein lang anhaltender, dünner, wässriger Ausfluss, der auch leicht mit Blut vermischt sein kann, ist häufig. Er wird aber nur selten bemerkt. | | | Blutungen aus der Scheide nach dem Wechsel sind häufig die ersten Beschwerden, die von betroffenen Frauen angegeben werden. | | | Selten sind Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr. | |
Später auftretende Beschwerden sind: |
| | Schmerzen im Bereich des Darmausgangs | | | Unterleibschmerzen im Bereich der Blase | | | Probleme beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang | | | Anschwellen der Beine | | | unerklärliche Gewichtsabnahme | | | Abnahme der Leistungsfähigkeit | |
Wenn solche Beschwerden auftreten, muss es sich nicht um Krebs handeln. Sie treten auch bei einigen anderen Krankheiten wie Entzündungen oder gutartigen Geschwülsten auf. Bis das endgültige Ergebnis einer vollständigen Diagnose vorliegt, ergibt sich eine für die Patientin schwierige Situation. Von vielen Patientinnen wird diese Zeit als die schwierigste empfunden. Gespräche mit Angehörigen, Freunden und dem behandelnden Arzt können helfen, die Situation leichter zu bewältigen. Unter Umständen ist es sinnvoll, professionelle psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. |
Diagnose |
Die genaue Diagnostik zur Feststellung der Lage und Ausbreitung des Tumor sowie des Stadiums ist entscheidend für die Wahl der richtigen Behandlung. Untersuchungen sollten von einem darauf spezialisierten Arzt durchgeführt werden. Folgende Untersuchungen geben Aufschluss über das Stadium der Erkrankung. Allerdings werden nicht alle diese Untersuchungen durchgeführt, manche sind nur notwendig, wenn bestimmte Fragen, die für die Behandlung wichtig sind, beantwortet werden müssen. |
| | Bei einer ersten Untersuchung fragt der Arzt nach dem bisherigen Verlauf der Beschwerden. Die wichtigste Untersuchung ist das Austasten der Scheide. | | | Bei einem Pap-Test wird ein Abstrich der Schleimhaut der Scheide, des Gebärmuttermundes und des Gebärmutterhalses vorgenommen. Der Vorgang ist schmerzfrei. Die dabei entnommenen Gewebeproben werden dann unter dem Mikroskop untersucht. Die Untersuchung dient als erster Anhaltspunkt dafür, ob es nötig ist, weitere Untersuchungen durchzuführen. | | | Zusätzlich wird die Scheide und der Gebärmutterhals eventuell mit einer Lupe untersucht (Kolposkopie). Ist ein Tumor sichtbar, erfolgt gleich bei dieser Untersuchung eine Gewebeentnahme (Biopsie). In der Regel ist eine Narkose bei der Gewebeentnahme notwendig, weil der Eingriff schmerzhaft ist. Die entnommenen Proben werden dann im Labor von einem Pathologen untersucht. Dadurch kann festgestellt werden, ob die entnommenen Zellen gutartig oder bösartig sind. Durch die Kolposkopie kann außerdem der Entstehungsort und die Größe des Tumors festgestellt werden. | | | Eine Endoskopie der Blase (Zystoskopie), sowie des Harmleiters (Urethoskopie) wird gemacht, um festzustellen wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat. Das ist wichtig, um das genaue Stadium der Erkrankung zu ermitteln. Sie dient damit der Vorbereitung einer Operation. Die Untersuchung selbst zeigt, ob der Tumor in die Blase oder den Harnleiter eingedrungen ist. Eine Endoskopie des Mastdarms (Rektoskopie) wird ebenfalls gemacht, um festzustellen ob der Tumor in den Mastdarm eingedrungen ist. Sie dient damit der Vorbereitung einer Operation. | | | Eine Kürettage (Abrasio) ist notwendig, um einen zweiten Tumor in der Gebärmutter oder eine Ausbreitung auf den Gebärmutterhals zu entdecken. Sie mit einer Trefferquote von über 90 Prozent eine sehr genaue Untersuchung. | | | Eine Pyelografie dient der Untersuchung der Harnleiter und wird mittels einer Röntgenuntersuchung gemacht, um festzustellen, ob der Tumor so weit gewachsen ist, dass der Harnleiter zusammengedrückt wird (oder ob dieser schon vom Tumor befallen wurde). Sie dient der Vorbereitung einer Operation. | | | Durch eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs können eventuelle Metastasen in der Lunge entdeckt werden. Sie wird bei fortgeschrittenen Stadien gemacht, um das genaue Stadium der Erkrankung zu bestimmen. | | | Eine labormedizinische Untersuchung des Blutes, bei der die Tumormarker bestimmt werden, dient zur Verlaufskontrolle. | | | Eine Magnetresonanztomografie (MRT) des Beckens ist möglicherweise sinnvoll, um die Lymphknoten auf einen Tumorbefall zu untersuchen. Es kann auch eine Computertomografie (CT) durchgeführt werden. | |
Ergebnisse der Untersuchungen Scheidenkrebs wird häufig schon im Stadium 1 oder 2 entdeckt. Oft ist es vor einer Operation schwierig, klar zwischen beiden Stadien zu unterscheiden. Bei einem Viertel aller Patientinnen ist der Krebs ins Stadium 3, bei jeder siebenten ins Stadium 4 fortgeschritten. Häufig wird der Tumor im obersten Drittel der Scheide gefunden. Von dort breitet er sich durch ständiges Wachstum aus. Wird der Tumor lange nicht erkannt, können die Krebszellen durch das Blut oder die Lymphflüssigkeit fortgerissen werden und sich über die Lymph- oder Blutbahnen ausbreiten, bis sie sich meist in Leber, Lunge oder Knochen festsetzen und dort Metastasen bilden. |
Stadien bei Scheidenkrebs Nachdem die vollständige Diagnose durchgeführt wurde, steht das Stadium der Krebserkrankung fest. Oft kann dieses aber erst nach einer Operation mit Bestimmtheit angegeben werden, wenn entnommene Lymphknoten oder andere Gewebeproben durch einen Pathologen untersucht worden sind. Die Stadien bei Scheidenkrebs werden nach der internationalen FIGO-Klassifikation eingeteilt. Diese richtet sich vor allem danach, wie tief der Tumor in das Organ eingedrungen ist, ob Lymphknoten befallen sind oder Metastasen in anderen Organen vorliegen. |
Behandlung |
Die Wahl der Behandlungsmethoden hängt vom Krebsstadium, von der Lage des Tumors, dem Gesundheitszustand des Patientin und weiteren individuellen Faktoren ab. Nachdem die Diagnose vorliegt, schlägt der Arzt die weitere Behandlung vor. Die Auswirkungen der jeweiligen Behandlungsmethoden sind unterschiedlich, daher ist es wichtig, eine zweite ärztliche Meinung über die weitere Vorgehensweise einzuholen. Weil Scheidenkrebs sehr selten auftritt, hat sich bis heute noch keine Standardtherapie etabliert. Bei der Behandlung stehen sowohl die Operation als auch die Strahlentherapie zur Verfügung. In den Stadien 1 und 2 sind die Ergebnisse beider Verfahren gleich gut. Da nach einer Strahlentherapie die Funktion der Scheide erhalten bleibt, wird sie bei den meisten Patientinnen zur Behandlung eingesetzt. In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung wird meist die Strahlentherapie angewendet. Zusätzlich können verschiedene Verfahren zur Linderung von Beschwerden eingesetzt werden. |
Heilungschancen Grundsätzlich gilt: Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Früher war Scheidenkrebs nur sehr selten heilbar. Das hat sich jedoch in den letzten Jahren grundlegend geändert und ist vor allem auf die Verbesserung der Strahlentherapie zurückzuführen. Knapp die Hälfte aller Frauen, bei denen diese Krankheit festgestellt wird, können geheilt werden. Stadium 0: Krebs kann in diesem Stadium fast immer geheilt werden. Die Lebenserwartung der behandelten Patientinnen unterscheidet sich nicht von der von Scheidenkrebs nicht betroffenen Frauen. Stadium 1: Im Stadium 1 liegen die Heilungschancen bei etwa 70 Prozent. Stadium 2: Im Stadium 2 liegen die Heilungschancen bei etwa 50 Prozent. Stadium 3: Im Stadium 3 liegen die Heilungschancen bei 30 Prozent. Stadium 4: Im Stadium 4 liegen die Heilungschancen zwischen 15 und 20 Prozent. Bei jeder zehnten bis fünften Frau, bei der Scheidenkrebs im Stadium 1 gefunden und mit einer Strahlentherapie behandelt wurde, tritt der Krebs wieder auf. Wurde der Krebs im Stadium 2 entdeckt, tritt er in 30 Prozent der Fälle wieder auf. Eine neuerliche Operation oder eine Strahlentherapie sind dann Therapie der Wahl, um eine erneute Heilung zu erreichen. Diese Behandlungsmethoden können aber auch zu Beschwerdelinderung verwendet werden.
Strahlentherapie Scheidenkrebs kann durch eine Strahlentherapie sehr gut bekämpft werden und ist deshalb bei den weitaus meisten Patientinnen Therapie der Wahl. Bei den meisten Patientinnen wird eine Bestrahlung von außen mit einer Bestrahlung direkt an der Stelle, an der der Tumor entstanden ist, kombiniert. Die lokale innere Bestrahlung (Brachytherapie) dient dazu, den Tumor direkt zu vernichten. Dabei wird eine radioaktive Quelle an den Tumor angebracht. Das wird mit Hilfe eines Implantats in Afterloadingtechnik durchgeführt. Die äußere Bestrahlung zerstört Krebszellen, in den Lymphknoten und anderem umliegenden Gewebe. Stadium 0: Die Strahlentherapie wird bei Krebs im Stadium 0 vor allem bei Patientinnen verwendet, bei denen an mehreren Stellen gleichzeitig Tumoren entstanden sind. Meist genügt eine lokale, innere Strahlenbehandlung (Brachytherapie). Stadium 1 und 2: In diesen Stadien wir meist eine Kombination von innerer und äußerer Strahlenbehandlung durchgeführt. Ist der Tumor noch klein und wenig aggressiv, kann auf die Bestrahlung von außen möglicherweise verzichtet werden. Die Behandlung wird in diesen Stadien individuell an die Situation der Patientin angepasst. Die Kombination mit einer Chemotherapie scheint nach derzeitigen Erfahrungen in der Behandlung des Gebärmutterhalskrebses auch bei Scheidenkrebs sinnvoll. Meist kann sowohl die innere als auch die äußere Bestrahlung ambulant durchgeführt werden. Stadium 3 und 4: Entsprechend der Situation der Patientin sind der individuelle Einsatz von äußerer und innerer Bestrahlung in Kombination mit Chemotherapie, oder eine dieser Therapiemöglichkeiten alleine sinnvoll. Trotzdem kann der Krebs nur bei bis zu einem Viertel aller Patientinnen geheilt werden. Bei einem Viertel aller Patientinnen treten nach der Behandlung Metastasen in anderen Organen auf. Eine Chemotherapie könnte möglicherweise das Auftreten dieser Metastasen reduzieren. Derzeit wird dieses Verfahren aber nur im Rahmen von Studien angewendet. |
Risiken und Komplikationen Die Häufigkeit von Komplikationen und Beschwerden nach einer Strahlentherapie hängt von der Strahlendosis und vom Krebsstadium ab. In den Stadien 1 und 2A ist das Risiko für Nebenwirkungen mit 5 bis 15 Prozent gering, in höheren Stadien kann jede siebente bis zehnte Patientin von bleibenden Nebenwirkungen betroffen sein. Probleme treten vor allem beim Wasserlassen durch entzündete Harnleiter auf. Auch Entzündungen der Scheide und des Mastdarms kommen vor, vergehen aber einige Zeit nach Beendigung der Bestrahlung wieder. Selten kommt es zur Bildung von Verbindungen (Fisteln), wie etwa zwischen Scheide und Harnröhre oder Scheide und Mastdarm. Sie können durch chirurgische Eingriffe beseitigt werden. Auch Inkontinenz ist kann selten eine die Folge der Behandlung sein, weil die Blase oder die Harnleiter auch auf Dauer geschädigt werden können. Weiters kann sich durch die Behandlung die Scheide verengen, es können auch Geschwüre entstehen. Durch Einsetzen sogenannter Dilatoren - "Aufdehner" - können diese Probleme vermieden oder gemildert werden. Trotzdem kann eine ständige Beeinträchtigung des Sexuallebens auftreten. Es kann aber auch zum Anschwellen von Armen oder Beinen durch ein Lymphödem kommen. |
Chirurgische Maßnahmen Eine zweite Möglichkeit Scheidenkrebs zu bekämpfen ist eine Operation. Eine Strahlentherapie wird in der Regel bevorzugt, weil dadurch die Lebensqualität wesentlich weniger beeinträchtigt wird als durch die Operation. Stadium 0: Im Stadium 0 ist die Operation die Standardbehandlung. Das gilt besonders dann, wenn der Tumor nur an einer Stelle aufgetreten ist. Dabei wird ein Teil der Scheide entfernt. In diesem Fall ist aber auch eine Laserbehandlung möglich. Dabei wird ein Laser bei einer Endoskopie mit einer Art Schlauch in die Scheide eingebracht. Der Laser erhitzt das Gewebe und damit auch die Tumorzellen so stark, dass sie zerstört werden. Die Nebenwirkungen dieser Behandlung sind sehr gering Ist der Tumor an mehreren Stellen aufgetreten, muss meist die gesamte Scheide durch eine Operation entfernt werden. Die Strahlentherapie ist eine gute Alternative zu dieser Vorgangsweise. Stadium 1: Liegt der Tumor im oberen Drittel der Scheide, müssen der betroffene Teil der Scheide und die Gebärmutter entfernt werden. Zusätzlich werden auch die Lymphknoten um die Gebärmutter herum entfernt, da sich bei etwa jeder zehnten Frau Tumorzellen dort festgesetzt haben. Ist die Gebärmutter schon bei einer Operation auf Grund einer anderen Krebserkrankung entfernt worden, ist eine nochmalige Operation zwar schwierig, aber möglich. Die Scheide kann, bei Tumoren im oberen Drittel der Scheide nach dem Eingriff wieder hergestellt werden. Dabei können verschiedene Techniken zum Einsatz kommen. Sie werden individuell an die Patientin angepasst. Als Ersatz kommt vor allem körpereigenes Gewebe wie etwa ein Teil des Dickdarms oder des Mastdarms in Frage. Es kann aber auch Haut - meist vom Oberschenkel - entnommen und so geformt werden, dass sie als Scheidenersatz dienen kann. Wenn sie grundsätzlich möglich ist, wird die Rekonstruktion auf Wunsch der Patientin durchgeführt. Liegt der Tumor im unteren Drittel der Scheide, muss die Scheide vollständig mitsamt dem Tumor entfernt werden. Je nach Lage des Tumor wird auch ein Teil der äußeren Geschlechtsorgane entfernt, da sich Tumorzellen bis dorthin ausgebreitet haben können. Das bedeutet meist , dass die Schamlippen zumindest zum Teil entfernt werden müssen. Wenn es möglich ist, versucht der Chirurg aber die Clitoris zu erhalten. Um das Risiko zu vermeiden, dass erneut Krebs auftritt, werden auch alle Lymphknoten in diesem Bereich entnommen, da sich bei rund einem Drittel aller Patientinnen darin Tumorzellen finden. Eine an die Operation anschließende Strahlentherapie kann sinnvoll sein, wenn bei der Operation der Sicherheitsabstand zum Tumor nur gering war. Stadium 2: Die Vorgehensweise bei Patientinnen im Stadium 2 ist die vollständige Entfernung der Scheide. Vor allem wenn der Tumor noch klein ist und keine anderen Organe in Mitleidenschaft gezogen sind, kann so vorgegangen werden. Die Operation ist dann die gleiche wie in Stadium 1. Bei bis zu einem Drittel aller Patientinnen in diesem Stadium finden sich nach der Operation Tumorzellen in den Lymphknoten. Daher werden sie sicherheitshalber ebenfalls entfernt. Stadium 3 und 4A: Die Operation wird in diesen Stadien nur selten durchgeführt. Hat der Tumor auch die Blase oder den Mastdarm angegriffen, müssen entweder eines dieser Organe oder beide zusätzlich zur Scheide entfernt werden. Die Strahlentherapie ist für die weitaus meisten Frauen mit Krebs in diesen Stadien Therapie der Wahl, soweit möglich in Kombination mit einer Chemotherapie. Eine eventuelle Operation muss individuell auf die Patientin abgestimmt werden. Außerdem ist möglicherweise eine an die Operation anschließende Strahlentherapie sinnvoll. Ist eine Strahlenbehandlung geplant, ist möglicherweise ein vorbereitender Eingriff vorteilhaft. Bei dem Eingriff werden die Eierstöcke aus dem "Schussfeld" gebracht, in dem eine Strahlentherapie geplant ist, sofern die Patientin noch vor dem Wechsel ist. Damit wird verhindert, dass zusätzlich hormonelle Probleme auftreten. Stadium 4B: Krebs kann in diesem Stadium nur in wenigen Einzelfällen operiert werden, wenn lokale Probleme nicht anders gebessert werden können. |
Die Wahl der Betäubung Für die Operation ist eine Vollnarkose notwendig. Eine gut durchgeführte Schmerzbehandlung während und nach der Operation verringert die Beschwerden beträchtlich. |
Risiken und Komplikationen Die Operation ist ein sehr großer Eingriff. Daher ist eine große Erfahrung im Umgang mit dieser Krebsart bei der Operation erforderlich. Viele Patientinnen haben nach der Operation Probleme beim Wasserlassen. Diese reichen von Inkontinenz und einer gestörten Sensibilität der Blase bis zu Schmerzen beim Urinieren. Je umfangreicher die Operation war, desto wahrscheinlicher sind solche Probleme. Nach weniger als zwei Prozent aller Operationen kommt es zur Bildung von Verbindungen zwischen zwei Organen, wie etwa zwischen Scheide und Harnröhre oder Blase und Scheide. Sie können durch chirurgische Eingriffe beseitigt werden. Zur Vorbeugung von Thrombosen (Blutgerinnseln) erhält die Patientin Injektionen mit blutverdünnenden Medikamenten. Durch die Entfernung der Scheide entstehen zudem sexuelle Probleme. In für diese Operationen spezialisierten Kliniken ist die Komplikationsrate niedrig und die Sterblichkeitsrate liegt etwa bei einem Prozent. Daher ist es wichtig, eine geeignete Klinik aufzusuchen. |
Nach der Operation Wenn es der Kreislauf zulässt, kann die Patientin schon am Tag der Operation wieder aufstehen. Da durch die Operation eine große innere Wunde entstanden ist, muss das Wundsekret mit einem Drainageschlauch abgeführt werden. Dieser wird nach einigen Tag entfernt. Etwa einen Tag lang ist ein Blasenkatheter notwendig, weil die Blase durch die Operation meist irritiert ist und viele Patientinnen dadurch Probleme beim Wasserlassen haben. An den ersten beiden Tagen nach der Operation darf meist nichts gegessen, aber Tee getrunken werden. Dann folgt Suppe, später passierte Nahrung, dann Schonkost. Je nach Befinden der Patientin kann sie meist ab dem vierten bis sechsten Tag wieder normal essen. Der Krankenhausaufenthalt dauert je nach Größe der Operation, dem Alter, aber auch abhängig von der körperlichen Verfassung der Patientin bis zu drei Wochen. Während dieser Zeit ist es wichtig, mit ersten Rehabilitationsmaßnahmen wie einer Beckenbodengymnastik zu beginnen. |
Unterstützende Chemotherapie Da Scheidenkrebs selten ist, liegen derzeit nur wenige Erfahrungen mit einer Chemotherapie vor. Sie kann zur Unterstützung einer Strahlenbehandlung oder einer Operation verwendet werden. In Analogie zum Gebärmutterhalskrebs ist anzunehmen, dass wann immer Strahlentherapie gegeben wird, die gleichzeitige Gabe einer Platinverbindung die Wirkung verbessert. Wenn für Patientinnen mit Krebs in den Stadien 2 bis 4A ein überdurchschnittliches Risiko besteht, dass der Krebs erneut auftritt, ist eine Kombination von Strahlen- und Chemotherapie Mittel der Wahl. Das ist unter anderem der Fall, wenn der Tumor sehr groß war oder sich in den Lymphknoten Tumorzellen angesiedelt haben. Der alleinige Einsatz der Chemotherapie kann bei Metastasierung durchgeführt werden, oder wenn eine Strahlentherapie oder eine Operation nicht wirksam sind, oder wenn deren Nebenwirkungen zu groß sind. Die bei der Chemotherapie verwendeten Medikamente, in erster Linie Cisplatin oder Carboplatin bewirken, dass sich die Tumorzellen nicht mehr richtig teilen können. Sie greifen in die Zellteilung ein und zerstören die Krebszellen dabei. Aber auch vom Körper benötigte Zellen, wie etwa die roten Blutkörperchen oder die Zellen der Darmschleimhaut, die sich immer wieder neu bilden, werden durch diese Medikamente angegriffen. Eine Anämie ist die kurzfristige Folge. Wenn sie auftritt, kommt es zu Müdigkeit und einem Leistungsabfall. Auch Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall können bei dieser Chemotherapie auftreten. Mit diesen Nebenwirkungen muss sich keine Patientin abfinden, sie können durch Medikamente (Antiemetika) und eine geeignete Ernährung bei Krebs beseitigt werden. Bisher liegen keine gesicherten Ergebnisse vor, ob sich die Chemotherapie positiv auswirkt. Allerdings scheinen Patientinnen, bei denen in den Lymphknoten Krebszellen vorhanden waren, von der Behandlung zu profitieren. Palliative Maßnahmen bei nicht heilbarem Krebs Für die meisten Patienten im Stadium 3 und 4 Kann der Tumor nicht durch eine Operation entfernt oder durch eine Strahlenbehandlung zerstört werden, kommt es durch das Wachstum und durch die Bildung von Metastasen zu erheblichen Beschwerden. Diese können aber ganz oder zum Großteil beseitigt werden. Die folgenden Therapien können bei Krebs in diesen Stadien durchgeführt werden. |
Chirurgische Maßnahmen Durch eine Operation kann ein Darmverschluss, der mit Übelkeit, Erbrechen, schweren Blähungen und kolikartigen, starken Schmerzen einher geht, schnell beseitigt werden. Bei der Operation werden die Teile des Tumors und des Darms entfernt, die unmittelbar betroffen sind. Der Eingriff dient daher nicht der Heilung, sondern nur der Beseitigung der Beschwerden. Er trägt zur raschen Verbesserung der Lebensqualität bei, wirkt sich aber wahrscheinlich nicht lebensverlängernd aus. Meist ist nur ein relativ kurzer Krankenhausaufenthalt notwendig sodass nur wenig kostbare Zeit beansprucht wird. |
Strahlentherapie Die Strahlentherapie ist das Mittel der Wahl, wenn sich Metastasen in den Knochen festgesetzt haben. Die Metastasen verursachen oft Schmerzen. Mit einer Strahlentherapie lassen sich diese Metastasen verkleinern oder ganz zerstören. Bei vielen Patientinnen kann so die Lebensqualität entscheidend verbessert werden. Die Beschwerden verschwinden in der Regel innerhalb von ein paar Tagen. Kann nicht operiert werden, und ist der Tumor schon sehr groß können, die von ihm verursachten Beschwerden durch eine Strahlentherapie verringert oder beseitigt werden. Die Strahlenbehandlung kann wenn möglich mit einer Chemotherapie kombiniert werden um eine bessere Wirkung zu erzielen. |
Chemotherapie Eine Chemotherapie wird bei Metastasen und bei weit fortgeschrittenen Tumoren eingesetzt. Aber auch bei bestimmten Tumoraten wie dem Rhabdomyosarkom und dem hellzelligen Adenokarzinom wird sie verwendet. Wenn möglich wird sie mit einer Strahlentherapie kombiniert. Durch die Chemotherapie sollen Beschwerden bekämpft oder verhindert werden. Durch sie können Metastasen, und die durch sie verursachten Schmerzen gemildert oder beseitigt werden. Eine Standardtherapie gibt es nicht. Zur Behandlung werden Zytostatika eingesetzt. Die wirksamsten Medikamente sind Platinverbindungen wie Cisplatin oder Carboplatin, sowie Anthrazykline wie Bleomycin oder Mitomycin und Fluorouracil. Die Nebenwirkungen sind manchmal stark und können die Lebensqualität beeinträchtigen. Wurde ein Gebiet schon einmal bestrahlt, wirkt die Chemotherapie dort schlechter. Zudem ist nicht gesichert, dass durch die Behandlung eine Lebensverlängerung erreicht werden kann. Diese Umstände sind auch der Grund dafür, dass die Chemotherapie nur dann eingesetzt werden sollte, wenn sich die Beschwerden nicht durch andere Maßnamen beseitigen lassen. Ergänzende Maßnahmen Komplementärmedizinische Verfahren können helfen, die Lebensqualität zu verbessern oder die Nebenwirkungen der Standardtherapie zu reduzieren. Die Akupunktur kann Schmerzen lindern und die oft durch die Chemotherapie verursachte Übelkeit und das Erbrechen verringern, Entspannungstechniken können Muskelverspannungen lösen, Angst und Hoffnungslosigkeit reduzieren. Autogenes Training zusammen mit Hypnose verringert die Nebenwirkungen der Chemotherapie. Außerdem kann die Patientin durch diese Verfahren lernen, ihre Schmerzen zu kontrollieren und auch selbst zu lindern. Die Misteltherapie kann bei einer Chemotherapie als Ergänzung hilfreich sein. Biofeedback kann Schmerzen, Schlafstörungen, Nervosität und Angst, die durch die Erkrankung entstanden sind, lindern. Günstig auf die Heilung wirkt sich eine vollwertige Ernährung bei Krebs aus. Jede Art von Fasten dagegen ist bei einer Krebserkrankung gefährlich, da das zu einer Schwächung des Immunsystems führt. Eine Beratung durch einen Psychoonkologen oder einen speziell ausgebildeten Psychologen kann helfen, das seelische Gleichgewicht wieder zu finden. Physikalische Medizin kann die Durchblutung fördern, Entspannung bringen und die Regulierung des Lymphsystems nach der Operation deutlich beschleunigen. Krebsschmerztherapie kann Schmerzen deutlich lindern. |
Rehabilitation |
Ob es für die Patientin Vorteilhaft ist, nach der Behandlung eine Rehabilitationsklinik aufzusuchen, hängt von ihrer Situation ab. Viele Patientinnen sehnen sich danach, wieder in den Kreis der Familie zurückzukehren, andere ziehen den Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik vor. Aber auch ambulante Rehabilitationsmaßnahmen sind möglich. Ziel von Rehabilitationsmaßnahmen nach der Behandlung ist es, der Patientin wieder die Teilname am Berufs-, Familien- und Sozialleben zu ermöglichen. Je nach Alter der Patientin und Schwere der Erkrankung bzw. der Krankheitsfolgen liegt der Schwerpunkt auf einer Wiedereingliederung in das Berufsleben oder auf einer Förderung sozialer Kontakte. Durch Rehabilitationsmaßnahmen kann die Patientin lernen, ihr Leben an die neue Situation anzupassen, mögliche Beschwerden zu lindern und mit Problemen richtig umzugehen. Eine gute Rehabilitation kann erfolgreich Schmerzen bekämpfen, die Lebensmöglichkeiten durch spezielles Training verbessern und neue Lebenserfahrungen ermöglichen. Auf die Patientin abgestimmte Übungen lassen diese wieder an Körperkraft gewinnen, tragen aber auch dazu bei, das Selbstbewusstsein zu steigern. Dadurch kann Mobilität und Selbständigkeit erreicht werden, wodurch weniger Pflege nötig wird. Bevorzugt wird die aktive Bewegungstherapie, aber auch passive Behandlungen sind möglich. |
Probleme nach der Behandlung Oft treten auch nach einer erfolgreichen Behandlung zahlreiche Probleme auf. Sie können oft durch verschiedene Maßnahmen gemildert werden, gelegentlich ist es aber unumgänglich, mit dem Problem leben zu lernen. |
| | Schmerzen, die durch Verwachsungen im Bauch entstehen, können durch eine geeignete Schmerzbehandlung, möglicherweise auch eine Umstellung der Ernährung gelindert werden. Dabei ist es wichtig, blähende Nahrungsmittel zu vermeiden, weil dadurch Druck auf die Narben ausgeübt wird. Es kann auch helfen, mehrere kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen und auf eine gesunde, vitamin - und einweißreiche Ernährung zu achten. Können die Blähungen auf diese Weise nicht stark genug reduziert werden, bringen vielleicht entblähende Medikamente die entscheidende Verbesserung. | | | Durch eine Chemotherapie kann es zu einer teilweise Gefühllosigkeit von Stellen am Körper kommen. Der Grund dafür ist, dass manche Nervenzellen bei der Behandlung absterben. Elektrotherapeutische Bäder bewirken eine Besserung. Die Nerven können sie jedoch nicht nachwachsen lassen. | | | Da die eingesetzten Medikamente die Nierenzellen angreifen, kann eine Nierenfunktionsstörung auftreten. Dann ist es wichtig mehr zu trinken, da dem Körper viel Flüssigkeit verloren geht. | | | Probleme beim Einatmen können erfolgreich durch eine Atemgymnastik behandelt werden. | | | Häufig tritt nach der Behandlung Inkontinenz auf. Durch Beckenbodengymnastik können die Schließmuskeln wieder gekräftigt und die unfreiwillige Ausscheidung von Stuhl oder Harn kann gestoppt werden. Da die Muskeln einige Zeit benötigen, bis sie wieder voll arbeiten, werden in der Zwischenzeit Hilfsmittel benötigt. | | | Selten entstehen durch die Entfernung der Lymphknoten in der Folge Lymphödeme. Dabei schwellen die Beine stark an. Eine Lymphdrainage hilft in dieser Situation. | |
Leben mit der Krankheit |
Auch nach einer erfolgreichen Behandlung des Scheidenkrebses bleibt die Patientin in einer schwierigen Situation. Spätestens jetzt ist es wichtig, sich mit der Tatsache auseinander zu setzen, dass das Leben nun einen anderen als den früher gewohnten Gang nehmen wird. Viele Frauen leiden nach der Behandlung unter seelischen Problemen. Rund die Hälfte aller Frauen hat Angst vor einem neuerlichen Auftreten des Krebses. Oft entstehen dadurch Schlafstörungen. Es ist wichtig diese Ängste anzunehmen und sie in eine positive Richtung zu lenken. Bei etwa jeder zehnten Patientin treten im Laufe der Zeit Depressionen auf. Sowohl für die Patientin als auch für nahestehende Personen ist wichtig mit einer solchen Situation zu rechnen, sich ihr zu stellen und Hilfe zu suchen. Gespräche mit Angehörigen, Freunden oder auch einem geschulten Therapeuten können helfen, die Situation leichter zu bewältigen. Dabei ist oft professionelle Hilfe notwendig. Aber auch die geringere Leistungsfähigkeit macht vielen Frauen Probleme und führt oft zu Anspannung und Nervosität. Durch Sport kann ein Teil der Kräfte wieder zurückgewonnen werden. |
Sexuelle Probleme Da bei der Operation ein umfangreicher Eingriff im Unterbauch erforderlich ist, und bei einer eventuellen Operation oft die Gebärmutter entfernt wird, haben viele Frauen danach Probleme mit ihrer Weiblichkeit. Bei Frauen im gebärfähigen Alter kommt noch dazu, dass sie künftig keine Kinder mehr bekommen können. Rund ein Drittel leidet unter dieser Situation so stark, dass das sexuelle Interesse fast ganz erlischt. Oft wird das aber sogar unter "Leidensgenossinnen" verschwiegen - "darüber spricht man doch nicht". Aber auch bei Frauen, bei denen eine Strahlenbehandlung gemacht wurde, können Verwachsungen oder andere Veränderungen in der Scheide oft zu sexuellen Problemen führen. Gerade in der Beziehung mit dem Partner ist es wichtig, offen über das Problem zu reden. Viel Geduld und Verständnis sind auf beiden Seiten notwendig. Kränkungen oder unbedachte Äußerungen des Partners verschlimmern das angeschlagene Selbstwertgefühl in dieser Situation eher, als dass sie zu einer Lösung beitragen. Das Gespräch mit dem behandelnden Arzt, oder mit einem Psychoonkologen können dagegen sehr hilfreich sein. Es ist aber wichtig, nach und nach die sexuelle Beziehung zum Partner wieder aufzunehmen. Mehr als die Hälfte aller Frauen hat erst nach einem halben Jahr zum ersten Mal wieder Geschlechtsverkehr. Ein Fünftel erst nach einem Jahr. Die lange Verzögerung begünstigt das Verkleben von Teilen der Scheide und führt zu einer gesteigerten Erwartungshaltung beider Partner. Um mit dem Geschlechtsverkehr früher wieder zu beginnen, sind möglicherweise Hilfsmittel notwendig. Das kann die Gabe von Östrogenen, die die Scheidenhaut feucht machen, aber auch die Anwendung von Gleitmitteln sein. Oft fühlt "es" sich auch nicht mehr so an wie früher und dauert eine Zeit, bis die volle Genussfähigkeit wieder da ist. Für die weitaus meisten Frauen ist jedoch ein erfülltes Sexualleben möglich. |
Isolation vermeiden Da die Behandlung von Scheidenkrebs meist über ein halbes Jahr dauert und sie sehr belastend ist, ziehen sich viele Frauen bewusst oder unbewusst in sich zurück. Es ist wichtig diesen Teufelskreis zu durchbrechen und die Kontakte in dieser Zeit auch mit nicht betroffenen Menschen aufrecht zu erhalten. Nach Abschluss der Behandlung ist es bisweilen nicht mehr möglich, weiter im früheren Beruf tätig zu bleiben. Vor allem körperlich belastende Tätigkeiten und das Arbeiten in heißen Räumen sind für die meisten Patientinnen nicht mehr zumutbar. Durch Anpassungen des Arbeitsplatzes kann jedoch in vielen körperlich nicht belastenden Berufen die Arbeit wieder aufgenommen werden. Eine einfache Maßnahme kann schon ein kurzer Weg zur Toilette sein. Sollte es nicht möglich sein, den Beruf wieder auszuüben, ist es dennoch wichtig, dass die Patientin einen Teil ihres früheren Alltags aufrecht erhält, um Selbstwertgefühl und soziale Kontakte zu behalten. |
Die Schmerzen besiegen Kann der Krebs nicht besiegt werden, entstehen durch das Tumorwachstum und durch das Wachstum der Metastasen meist Schmerzen. Doch nur selten sind die Schmerzen stärker als jedes Medikament - eine gut ausgewogene Krebsschmerztherapie kann da viel ausrichten, ohne zusätzlichen Schaden anzurichten. Physikalische Medizin und eine Massagetherapie können die Beschwerden ebenfalls lindern. |
Betreuung zu Hause Ist eine Heilung von der Krankheit nicht möglich, wünschen sich viele Erkrankte eine Betreuung und Pflege in den eigenen vier Wänden. Ihnen stehen finanzielle Leistungen und fachliche Unterstützung zu (Pflegeversicherung ). Wenn die persönlichen Voraussetzungen für die häusliche Pflege stimmen, ermöglicht die Zusammenarbeit mit einem ambulanten Pflegedienst eine optimale pflegerische Betreuung auch außerhalb der Klinik. Wer für eine gute Organisation der Pflege sorgt und sich das nötige Wissen über die Pflegepraxis aneignet, kann die Belastungen in Grenzen halten. Dazu trägt auch eine individuelle Anpassung der Wohnung bei. |
Nachuntersuchungen Nachuntersuchungen dienen einerseits der Entdeckung neu auftretender Tumoren, andererseits sollen Nebenwirkungen der Behandlung erkannt und beseitigt werden. In den ersten beiden Jahren nach der Behandlung ist das Risiko, dass der Krebs erneut entsteht, besonders groß. Daher sind in diesem Zeitraum die folgenden Nachuntersuchungen besonders intensiv. Die genaue Vorgehensweise kann je nach Krankenhaus leicht variieren. Untersuchungen durch den behandelnden Arzt im Abstand von etwa drei Monaten in den ersten beiden Jahren, danach halbjährlich. Dabei untersucht er das behandelte Gebiet genau. Es ist wichtig, den Arzt über auftretende Beschwerden oder Schmerzen zu informieren, damit er geeignete Maßnamen zur Linderung und Beseitigung treffen kann. |
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