Ursachen

Krebszellen entstehen auch beim gesunden Menschen dauernd. Üblicherweise sterben sie von selbst ab oder werden vom Abwehrsystem unschädlich gemacht. Dabei spielt der so genannte programmierte Zelltod (Apoptose) - ein Schutzmechanismus, der entartete Zellen zum "Selbstmord" auffordert - eine zentrale Rolle. Warum es manche Krebszellen schaffen, trotzdem am Leben zu bleiben und sich auch ungestört zu vermehren, ist nicht ganz geklärt. Sicher ist, dass es nie eine einzige Ursache allein ist, die zu einer Krebserkrankung führt, sondern dass mehrere Faktoren sehr komplex zusammenwirken müssen, um Krebs auszulösen.

Peniskrebs gehört zu jenen Krebserkrankungen, bei denen man Entstehung und Verbreitung eines Großteils der Erkrankungen gut nachvollziehen kann. Er entsteht ähnlich einer sexuell übertragbaren Krankheit durch die Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) der Typen 16 oder 18 (HPV-16, HPV-18). Das Virus wird in die Erbinformation eingebaut. Das löst die vermehrte Produktion von bestimmten krebserregenden Proteinen aus. Dazu kommt, dass andere Gene, die das Entstehen verhindern sollen, inaktiviert, also abgeschaltet werden. Diese Entwicklung geht über Jahre. Möglicherweise sind weitere noch unbekannte Faktoren dafür verantwortlich, dass Peniskrebs entsteht. Folgende Risikofaktoren gelten als gesichert:
Bei höherem Alter ist es wahrscheinlicher, an Peniskrebs zu erkranken.
Peniskrebs gilt als sexuell übertragbare Erkrankung, da eine der Ursachen, das HPV-Virus sexuell übertragen wird.
Erhöhtes Risiko entsteht durch mangelnde Hygiene.
Schornsteinfeger haben ein größeres Risiko an Peniskrebs zu erkranken.

Begünstigende Krankheiten
Etwa neun von zehn Peniskrebs-Patienten litten oder leiden unter einer Vorhautverengung.
Wird eine Geschlechtskrankheit nicht oder nur unzureichend behandelt, erhöht dies das Risiko für Peniskrebs.
Bei Psoriasis steigt ebenfalls das Risiko. Ebenso, wenn auf Grund dieser Erkrankung eine UV-Bestrahlung durchgeführt wurde.
HPV-Viren sind auch für die Bildung von Warzen verantwortlich. Deshalb erhöht sich das Peniskrebsrisiko, wenn Warzen vorhanden sind.

Vorbeugung
Den größten Einfluss auf die Vorbeugung hat die Entfernung der Vorhaut. Bei Männern ohne Vorhaut tritt praktisch kein Peniskarzinom auf. Vorhaut- und Eicheldrüsen erzeugen ein Sekret - das Smegma, das sich zwischen Vorhaut und Eichel ansammelt. Bei mangelnder Hygiene setzen sich an dieser Stelle Krankheitskeime fest. Wird die Vorhaut entfernt, kann sich kein Smegma ansammeln.
Gleichzeitig kann möglicherweise so auch einem Gebärmutterhalskrebs bei der Partnerin vorgebeugt werden. Dies ist jedoch nicht unumstritten.
Vor allem sollten Krebsvorläufer wie Erythroplasie, Balanitis xerotica obliterans u. a., d. h. für den Betroffenen unklare Eichelerkrankungen, schnellstens urologisch geklärt werden.

Früherkennung
Eine Früherkennung ist durch Selbstbeobachtung und Selbstuntersuchung möglich. Bei Veränderungen wie Rötungen, einem Knoten oder einem Geschwür am Penis ist es wichtig, bald zum Arzt zu gehen. Dadurch kann der Krebs möglicherweise schon in einem frühen Stadium entdeckt werden. Für Männer über 45 ist die kostenlose Vorsorgeuntersuchung sinnvoll.

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