| Die Wahl der Behandlungsmethoden hängt vor allem vom Krebsstadium, zum Teil aber auch von der Aggressivität des Tumors sowie vom Gesundheitszustand und Alter des Patienten ab. Nachdem die Diagnose des Stadiums vorliegt, schlägt der Arzt die weitere Behandlung vor. Die Auswirkungen der jeweiligen Behandlungsmethoden sind unterschiedlich, daher ist es sinnvoll, eine zweite ärztliche Meinung über die weitere Vorgangsweise einzuholen. |
Heilungschancen Grundsätzlich gilt: Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die Heilungschancen hängen vom Stadium und von der Qualität der Behandlung ab. Nach fünfjährigem Therapie- bzw. Beobachtungszeitraum ergibt sich in Hinblick auf eine vollständige Heilung folgende Erfolgsstatistik: |
| | Stadium 1: etwa 90 Prozent | | | Stadium 2: etwa 70 Prozent | | | Stadium 3: 45 Prozent | | | Stadium 4: weniger als fünf Prozent | |
Chirurgische Maßnahmen Die Operation ist für die meisten Patienten mit Peniskarzinom Therapie der Wahl. Bei jungen Patienten mit Tumoren, die auf den Penis beschränkt sind (bis T2), kann als Alternative eine Strahlentherapie verwendet werden. Wie groß der Eingriff letztendlich ist, hängt vom Tumorstadium ab. |
| | Stadium 0 bis 2: Ist der Tumor auf den Penis beschränkt und sind im Stadium 2 die Lymphknoten nicht befallen, wird der Arzt versuchen, den Penis und seine Funktion zu erhalten. Bei Krebs im Stadium 2 ist eine Entfernung der Leistenlymphknoten, notwendig, um , Metastasen festzustellen. Wenn der Tumor noch sehr klein ist, genügt es, ihn weiträumig aus dem Penis zu entfernen. Bei Tumoren, die nur auf der Vorhaut liegen, kann sich der Chirurg auf die Entfernung der Vorhaut beschränken. Alternativen zur Operation sind Strahlentherapie, Lasertherapie, oder Chemotherapie. Früher wurde auch ein so genanntes Elektromesser bei der Operation eingesetzt. Diese Vorgangsweise gilt jedoch heute als veraltet, da der Krebs nach dieser Behandlung häufig erneut auftritt. | | | Stadium 2 bis 4: Bei Tumoren in diesen Stadien hängt die Vorgangsweise davon ab, wo genau am Penis sie liegen und ob Lymphknoten von Tumorzellen befallen sind. Die möglichst weiträumige teilweise Amputation des Penis oder auch seine vollständige Amputation sind die Verfahren der Wahl. Ist der Schaft des Penis oder ein Schwellkörper befallen, ist eine komplette Amputation unumgänglich, um eine Heilung zu erreichen. Möglicherweise wird vor dem Eingriff auch eine Chemotherapie eingesetzt. Die Harnröhre ist nach dem Eingriff kürzer und wird deshalb am Damm, dem Bereich zwischen After und Genitalien, nach außen geführt. Zusätzlich müssen befallene Lymphknoten in beiden Leisten und möglicherweise auch im Becken entfernt werden. Je weiträumiger die Lymphknoten entfernt werden müssen, desto öfter treten Komplikationen nach der Operation auf. Kann der Tumor in einem höheren Stadium nicht oder nicht ausreichend operiert werden, wird versucht, mit einer Chemotherapie doch noch eine Operation möglich zu machen. Besteht keine Chance auf komplettes chirurgisches Entfernen des Tumors, sollte von einer Operation Abstand genommen werden | |
Die Wahl der Betäubung Für die Operation ist eine Vollnarkose notwendig. Eine gut durchgeführte Schmerzbehandlung während und nach der Operation verringert die Beschwerden beträchtlich. |
Risiken und Komplikationen Nach der Entfernung der Lymphknoten ist ein Lymphödem die häufigste Komplikation. Dabei schwellen eines oder beide Beine an. Teile der Haut im operierten Gebiet können absterben, zudem können sich leichter Keime festsetzten, sodass Infektionen entstehen können. Nach einem radikalen Eingriff kann auch das Sexualleben stark beeinträchtigt sein. Eine Entfernung der Lymphknoten geht mit einer Sterblichkeitsrate von einem bis drei Prozent einher. |
Nach der Operation Nach einer Operation am Penis kann man - je nach dem, zu welcher Zeit operiert wurde - meist noch am selben Tag wieder normal essen. In der ersten Zeit nach der Operation ist ein Katheter notwendig. Sind die Wunden verheilt, kann er entfernt werden. |
Strahlentherapie Prinzipiell stehen zwei Einsatzmöglichkeiten für eine Strahlentherapie zur Verfügung: Die heilende ("kurative") Strahlentherapie kann allein als Alternative zur Operation oder nach einer Operation eingesetzt werden. Die Tumorzellen sprechen grundsätzlich gut auf die Behandlung an. |
| | Der Vorteil der Strahlentherapie als Alternative zur Operation ist ein besseres kosmetisches Ergebnis als nach einer Operation. Außerdem werden die Penisfunktionen weniger beeinträchtigt. Es können jedoch zahlreiche schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten. Bei kleinen Tumoren kann sie als eine lokale interstitielle Strahlentherapie (Brachytherapie) erfolgen. Größere Karzinome werden durch eine äußere Bestrahlung behandelt. | | | Die Strahlentherapie wird nach einer Operation eingesetzt, wenn die Lymphknoten befallen sind, diese aber nicht operiert werden können. Die Behandlung kann auch nach der vollständigen oder teilweisen Entfernung des Tumors eingesetzt werden. Ob sie in diesen Situationen eine Verbesserung der Heilungschancen bringt, ist zurzeit noch nicht sicher nachgewiesen. Es gibt jedoch Hinweise darauf. | |
| Die Einsatzmöglichkeiten einer Strahlentherapie hängen auch vom Stadium der Erkrankung ab: | |
| | Stadium 0: Der Krebs ist in diesem Stadium sehr gut durch eine Strahlentherapie heilbar. | | | Stadium 1 und 2: Durch eine Strahlentherapie können zwischen 70 und 80 Prozent aller Patienten mit einer Heilung rechnen. Das Verfahren der Wahl ist eine äußere Bestrahlung. Sehr kleine Tumore können auch durch eine Brachytherapie (Strahlentherapie) behandelt werden. | | | Stadium 2 und 3: Ist der Tumor in Stadium 2 größer als etwa vier Zentimeter oder hat er den Schwellkörper befallen, sind Nebenwirkungen häufig. Dann wird meist die Operation vorgezogen. | | |
Risiken und Komplikationen Die Nebenwirkungen der Strahlentherapie hängen von der verabreichten Dosis und der Art der Bestrahlung ab. Die Strahlentherapie ist keine "sanfte" Therapie - sie soll ja den Krebs heilen. Nebenwirkungen einer Strahlenbehandlung können deshalb beträchtlich sein. Je kleiner der Tumor ist, desto geringer sind jedoch in der Regel die Nebenwirkungen. Bei einer Brachytherapie (Strahlentherapie) sind Hautrötungen, Schwellungen und Schleimhautentzündungen der Harnröhre häufig. Die Probleme verschwinden üblicherweise einige Zeit nach dem Ende der Behandlung. Bei der äußeren Bestrahlung kann es vorkommen, dass sich zwischen zwei Hohlorganen, etwa Harnröhre und Mastdarm, Verbindungen - so genannte Fisteln - bilden. Um diese Verbindung wieder zu verschließen, ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Auch Verdauungsprobleme oder Inkontinenz sind mögliche Folgen. Deshalb ist es empfehlenswert, eine spezialisierte Klinik aufzusuchen. |
Lasertherapie Vor der Laserbehandlung ist zunächst eine Entfernung der Vorhaut notwendig. Danach wird der Tumor durch die Laserstrahlen zerstört. Die Behandlung kann für Tumoren bis zu einer Größe T2 (Stadium 0 bis 2) eingesetzt werden und zeigt gute Ergebnisse. |
Chemotherapie Die Chemotherapie wird bei großen Tumoren angewendet. Sie kann vor oder nach einer Operation eingesetzt werden und wirkt besser, wenn keine Metastasen vorhanden sind. Deshalb wird sie als vorbereitende ("neoadjuvante") Chemotherapie frühzeitig vor einer Operation eingesetzt. Sie dient der Verkleinerung des Tumors vor einem chirurgischen Eingriff. In Frage kommen vor allem Patienten mit Stadium T4, N0-3, M0 (Stadien bei Peniskrebs). Dabei werden verschiedene Medikamente verwendet. Um bessere Ergebnisse zu erzielen, kann die Chemotherapie mit einer Strahlentherapie kombiniert werden. Nach einer Operation wird eine unterstützende ("adjuvante") Chemotherapie eingesetzt, wenn ab dem Stadium 2 auch Lymphknoten befallen waren. Die bei der Chemotherapie eingesetzten Substanzen (Zytostatika) hemmen die Teilung der Zellen und können ihre Absterberate erhöhen. Zurzeit werden zahlreiche Substanzen, die beim Peniskrebs wirksam sind, eingesetzt. Dazu zählen vor allem Methotrexat, Bleomycin und Cisplatin sowie Fluorouracil. Eine weltweit akzeptierte Standardchemotherapie steht allerdings nicht zur Verfügung. |
Risiken und Komplikationen Bestimmte Nebenwirkungen der Chemotherapie, wie Übelkeit und Erbrechen, können durch Antiemetika verringert oder gar beseitigt werden. Weiters empfiehlt sich eine sorgfältige Ernährungsberatung für die geeignete Ernährung bei Krebs. Palliative Maßnahmen bei nicht heilbarem Krebs Peniskrebs ist bei den meisten Patienten gut heilbar. Schreitet der Krebs jedoch voran und bildet Metastasen, können eine Reihe von Beschwerden einerseits durch das Tumorwachstum, andererseits durch die Metastasen auftreten. Die Metastasen können in den Knochen Schmerzen verursachen, oder es können Probleme beim Atmen auf Grund von Lungenmetastasen auftreten. Die folgenden Verfahren ermöglichen zwar keine Heilung der Krankheit, können aber die Lebensqualität für den Patienten verbessern. |
Chemotherapie Die Chemotherapie ist das Standardverfahren zur Linderung der Beschwerden, die durch Metastasen entstehen. Um das zu erreichen, können auch hier Methotrexat, Bleomycin und Cisplatin sowie Fluorouracil eingesetzt werden. Die Chemotherapie kann auch mit der Strahlentherapie kombiniert werden, wenn der Tumor nicht durch eine Operation entfernt werden kann. |
Strahlentherapie Bei Schmerzen durch Knochenmetastasen bringt eine Strahlentherapie Besserung. Die Schmerzen verschwinden üblicherweise innerhalb von ein paar Tagen. Die Bestrahlung erfolgt von außen. |
Chirurgische Maßnahmen Je nach der individuellen Situation des Patienten und den Beschwerden, die den Verlauf der Krankheit prägen, können auch chirurgische Maßnahmen zur Linderung bestimmter Beschwerden herangezogen werden. Dazu zählen neurologische Störungen durch Metastasen in Gehirn oder Rückenmark. Der Tumor kann aber auch das Wasserlassen unmöglich machen. Dann werden der Tumor bzw. die Metastasen operativ beseitigt. Ergänzende Maßnahmen Komplementärmedizinische Verfahren können helfen, die Lebensqualität zu verbessern oder die Nebenwirkungen der Standardtherapie zu reduzieren. Eine vollständige Auflistung und Einteilung der komplementärmedizinischen Verfahren in anerkannte, zweifelhafte, nicht allgemein anerkannte oder gesichert nutzlose therapeutische Verfahren ist angesichts der mangelhaften Datenlage kaum durchführbar. Eine Auswahl und Bewertung bestimmter Therapieformen wird aber dennoch angeführt: Diese Bewertung der Einschätzung kann sich in den nächsten Jahren sicherlich wieder verändern und stellt auch derzeit keine Konsensmeinung dar. Die Akupunktur kann Schmerzen lindern und die oft durch die Chemotherapie verursachte Übelkeit und das Erbrechen verringern. Entspannungstechniken können Muskelverspannungen lösen, Angst und Hoffnungslosigkeit reduzieren. Autogenes Training zusammen mit Hypnose verringert die Nebenwirkungen der Chemotherapie. Außerdem kann der Patient durch diese Verfahren lernen, seine Schmerzen zu kontrollieren und auch selbst zu lindern. Die Misteltherapie kann bei einer Chemotherapie als Ergänzung hilfreich sein. Biofeedback kann Schmerzen, Schlafstörungen, Nervosität und Angst, die durch die Erkrankung entstanden sind, lindern. Günstig auf die Heilung wirkt sich eine vollwertige Ernährung bei Krebs aus. Jede Art von Fasten dagegen ist bei einer Krebserkrankung gefährlich, da es zu einer Schwächung des Immunsystems führt. Eine Beratung durch einen Psychoonkologen oder einen speziell ausgebildeten Psychologen kann helfen, das seelische Gleichgewicht wieder zu finden. Physikalische Medizin kann die Durchblutung fördern, Entspannung bringen und die Regulierung des Lymphsystems nach der Operation deutlich beschleunigen. Krebsschmerztherapie kann die Schmerzen deutlich lindern. |
Rehabilitation Ob es für den Patienten vorteilhaft ist, nach der Behandlung eine Rehabilitationsklinik aufzusuchen, hängt von seiner Situation ab. Viele Patienten sehnen sich danach, wieder in den Kreis der Familie zurückzukehren, andere ziehen den Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik vor. Aber auch ambulante Rehabilitationsmaßnahmen sind möglich. Ziel von Rehabilitationsmaßnahmen nach der Behandlung ist es, dem Patienten wieder die Teilnahme am Berufs-, Familien- und Sozialleben zu ermöglichen. Je nach Patient und Schwere der Erkrankung bzw. der Krankheitsfolgen liegt der Schwerpunkt auf einer Wiedereingliederung in das Berufsleben und auf einer Förderung sozialer Kontakte. Durch Rehabilitationsmaßnahmen kann der Patient lernen, sein Leben an die neue Situation anzupassen, mögliche Beschwerden zu lindern und mit Problemen richtig umzugehen. Eine gute Rehabilitation kann erfolgreich Schmerzen bekämpfen, die Lebensmöglichkeiten durch spezielles Training verbessern und neue Lebenserfahrungen ermöglichen. Auf den Patienten abgestimmte Übungen lassen ihn wieder an Körperkraft gewinnen, tragen aber auch dazu bei, das Selbstbewusstsein zu steigern. Dadurch kann Mobilität und Selbständigkeit erreicht werden, wodurch weniger Pflege nötig wird. Bevorzugt wird die aktive Bewegungstherapie, aber auch passive Behandlungen sind möglich. |
Probleme nach der Behandlung |
Wurden die Lymphknoten entfernt, können bleibende Ödeme auftreten. Dabei können die Beine anschwellen und Schmerzen verursachen. Eine Entstauungstherapie kann die Beschwerden bessern. Dabei wird eine Kombination aus Lymphdrainage, Kompressionsbehandlung und Bewegungstherapie eingesetzt.Auch nach einer erfolgreichen Behandlung des Peniskrebses bleibt der Patient in einer schwierigen Situation. Spätestens jetzt ist es wichtig, sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass das Leben nun einen anderen als den früher gewohnten Gang nehmen wird. Viele Patienten haben auch nach der Behandlung Angst vor einem erneuten Auftreten des Krebses und leiden dadurch unter seelischen Problemen. Oft sind Schlafstörungen die Folge. Es ist wichtig, diese Ängste anzunehmen und sie in eine positive Richtung zu lenken. Bei einigen treten im Laufe der Zeit Depressionen auf. Sowohl für den Patienten als auch für nahe stehende Personen ist es wichtig, auf eine solche Situation vorbereitet zu sein, sich ihr zu stellen und Hilfe zu suchen. Gespräche mit Angehörigen, Freunden oder auch einem geschulten Therapeuten können helfen, Ordnung in die Gedanken zu bringen. Für die Bewältigung der seelischen Belastungen kann auch professionelle Hilfe notwendig sein. |