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Tropenkrankheiten: Fremde Gefahr

Krankheiten wie Lepra, Dengue-Fieber oder Bilharziose kommen in Europa nur selten vor. Bereist man tropische Länder, sollte man trotzdem Bescheid wissen, wie man eine Infektion verhindern kann


Sonne, Strand und Palmen: Mit einer Erkrankung leider weniger gut zu genießen

Trotz Forschung und medizinischer Hilfe richten Infektionskrankheiten in armen, tropischen Ländern immer noch großen Schaden an. Aber es gibt Mittel und Wege sich zu schützen.

Klicken Sie sich durch die Text-Galerie. Dort finden Sie viele Informationen über die Erreger, Übertragung, Symptome, Therapie und Vorkommen von Leishmaniose, Elephantiasis, Flussblindheit, Lepra, Tollwut, Bilharziose, Dengue-Fieber, Schlaf-Krankheit, Chagas-Krankheit, Dracunculiasis.


Vergessene Tropenkrankheiten:

  • Leishmaniose

    Erreger: Leishmania (Einzeller)

    Übertragung: Mückenstich

    Symptome: Die Erreger können schwere und entstellende Hautgeschwüre verursachen. Sind innere Organe befallen, kommt es zu Fieber, welches unbehandelt meist tödlich endet

    Therapie: Verschiedene Medikamente (Antimon, Amphotericin) helfen gegen Leishmanien. Vorbeugung durch Insektenschutz

    Vorkommen: Südamerika, Naher Osten, Afrika, Indien, Zentralasien

     

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  • Elephantiasis

    Erreger: Filarien (Fadenwürmer)

    Übertragung: Mücken übertragen beim Stich die Wurmlarven, aus denen sich im Infizierten die Würmer entwickeln.

    Symptome: Die erwachsenen Würmer lösen über Jahre eine Entzündung von Lymphgefäßen aus, was zu Stauungen und dadurch wiederum zu monströsen Körperveränderungen führen kann.

    Therapie: Spezielle Medikamente töten die Würmer ab

    Vorkommen: Schwarzafrika, Indien, Südostasien

     

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  • Flussblindheit

    Erreger: Mikrofilarien (Fadenwürmer)

    Übertragung: Mücken übertragen beim Stich die Larven. Aus diesen entwickeln sich im Wirt erwachsene Würmer, die wiederum Mikrofilarien produzieren

    Symptome: Die Mikrofilarien schwärmen im Körper aus und können unterschiedliche Symptome wie Juckreiz oder Lymphknotenschwellung auslösen. Im Auge führen sie zu zunehmendem Sehverlust

    Therapie: Es gibt wirksame Medikamente. Die erwachsenen Würmer und Mikrofilarien müssen jedoch gesondert bekämpft werden

    Vorkommen: West- und Zentralafrika, nördliches Südamerika

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  • Lepra

    Erreger: Mycobakterium

    Übertragung: Ansteckung erfolgt nur bei langfristigem Kontakt

    Symptome: Nach Jahren kommt es zu Hautveränderungen und Störungen der peripheren Nerven, die Taubheitsgefühle bewirken. Es kommt zu fortschreitender Verstümmelung

    Therapie: Eine kombinierte Antibiotikagabe heilt das Leiden

    Vorkommen: Brasilien, Indien, Schwarzafrika

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  • Tollwut

    Erreger: Rabiesvirus

    Übertragung: Durch Biss eines infizierten Tieres

    Symptome: Wochen bis Monate nach dem Biss treten Lähmungen und Verwirrtheitszustände auf. Der Ausbruch führt immer zum Tode

    Therapie: Es gibt eine Schutzimpfung, die auch noch direkt nach dem Biss wirksam ist

    Vorkommen: Weltweit. Menschen erkranken am häufigsten in Indien, wo viele Tiere streunen

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  • Bilharziose

    Erreger: Schistosoma (Larve des Pärchenegels)

    Übertragung: Die Larven dringen bei Kontakt mit kontaminiertem Wasser durch die Haut und entwickeln sich im Venensystem zu Würmern

    Symptome: Manchmal Hautausschlag nach Infektion. Darauf Entzündungen im Körper, die Blutungen, Schmerzen, Verdauungsstörungen oder neurologische Symptomen auslösen

    Therapie: Wurmmittel tötet die Egel ab. Vorbeugung durch Meiden unreinen Wassers

    Vorkommen: Afrika, Südostasien

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  • Dengue-Fieber

    Erreger: Dengue-Virus

    Übertragung: Moskitostich (Aedes)

    Symptome: Grippeähnliches Fieber einige Tage nach der Infektion. Schwere Verläufe mit Blutungen, Schock und tödlichem Ausgang sind möglich

    Therapie: Keine spezifische Therapie, lediglich unterstützende Allgemeinmaßnahmen. Vorbeugung durch Insektenschutz

    Vorkommen: Mittel- und Südamerika, Schwarzafrika, Indien, Südostasien

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  • Schlaf-Krankheit

    Erreger: Trypanosomen (Einzeller)

    Übertragung: Stich der Tse-Tse-Fliege

    Symptome: Nach einigen Wochen kommt es zu grippeartigen Symptomen dann zu Desorientiertheit, Bewegungsstörungen und Koma

    Therapie: Spezielle, äußerst nebenwirkungsreiche Medikamente können den Erreger abtöten. Vorbeugung durch Insektenschutz

    Vorkommen: Schwarzafrika

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  • Chagas-Krankheit

    Erreger: Trypanosomen (Einzeller)

    Übertragung: Biss der Raubwanze

    Symptome: Nach einigen Wochen Lymphknotenschwellung, Fieber, dann Organschäden (Herz, Darm)

    Therapie: Medikamentöse Bekämpfung des Erregers möglich. Vorbeugung durch Insektenschutz, Vernichtung der Wanzen

    Vorkommen: Mittel- und Südamerika

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  • Dracunculiasis

    Erreger: Guinea- oder Medinawurm

    Übertragung: Durch das Trinken kontaminierten Wassers werden infizierte Flusskrebse (Zwischenwirte) aufgenommen. Aus diesen entweichen die Larven und entwickeln sich zu den Würmern

    Symptome: Es entstehen Hautgeschwüre, die sich zusätzlich bakteriell entzünden können

    Therapie: Vorbeugung durch Wasseraufbereitung

    Vorkommen: Afrika, vor allem im Sudan und Ghana

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Christian Guht / Apotheken Umschau; 23.08.2011, aktualisiert am 12.10.2011
Bildnachweis: Panthermedia/Hannes E.

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