Sehnerventzündung,
Optikusneuritis:Entzündung des Sehnervs im Bereich der Sehnervenpapille (Papillitis) oder des hinter dem Auge liegenden Anteils (Retrobulbärneuritis).
Ursache: Sehnerventzündungen kommen isoliert vor oder treten bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems oder im Verlauf von Krankheiten des Immunsystems auf, bei denen sich dieses gegen körpereigene Substanzen richtet (Autoimmunerkrankungen). Häufig ist sie bei multipler Sklerose.
Befund: Die Beschwerden sind (je nach Sitz der Erkrankung) unterschiedlich; es treten Nebel- und Schleiersehen, Gesichtsfeldausfälle und Augenbewegungsschmerzen auf. Oft ist die mit einer Sehnerventzündung verbundene Sehverschlechterung so flüchtig, dass der Betroffene nicht zum Arzt geht. Sie kann aber auch eine hochgradige Sehstörung zur Folge haben. Im Endstadium führt sie zur Degeneration der Sehnervenfasern (Sehnervenatrophie).
Behandlung: Die Therapie richtet sich gegen die Grunderkrankung und wird primär mit entzündungshemmenden Medikamenten (Kortikoide) durchgeführt. Eine Sehnerventzündung bedarf weiterer Untersuchungen zur Abklärung, ob eine Autoimmunerkrankung vorliegt. Wenn zunächst keine Ursache gefunden wird, sollten regelmäßige Kontrollen des Sehvermögens und neurologische Untersuchungen stattfinden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 26.03.2012
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