Medikamente, die den natürlichen Schlaf fördern sollen. Ihr Einsatz ist nur dann sinnvoll, wenn die Ursache der Schlafstörung nicht durch andere Maßnahmen wie Änderung des Lebensrhythmus und Stressbewältigung behoben werden kann. Ein ideales Schlafmittel gibt es derzeit nicht. Je nach Wirkstoff ergeben sich unterschiedliche Nachteile. So wurden früher häufig Barbiturate eingesetzt, die leicht zu einer Abhängigkeit führen können. Zu den heute am meisten gebräuchlichen Schlafmitteln zählen sowohl pflanzliche Präparate, die als milde Schlafmittel gelten, als auch chemische Schlafmittel, die z. T. wegen ihrer starken Wirkungen und Nebenwirkungen nur nach ärztlicher Verordnung für begrenzte Zeit eingesetzt werden. Die Einnahme von Schlafmitteln sollte ca. 1/2–1 Std. vor dem Hinlegen erfolgen, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen.
Pflanzliche Schlafmittel: Sie enthalten Baldrian, Hopfen, Passionsblumenextrakt oder Melisse. Bei stressbedingten Einschlafstörungen wirken sie sehr gut, da sie auch beruhigen und Melisse zusätzlich Angst löst.
Chemische Schlafmittel: Sie werden nach ihrer Wirkungsweise und ihrer chemischen Struktur eingeteilt. Zu den milden, rezeptfreien Einschlafmitteln zählen die Wirkstoffe Diphenhydramin und Doxylamin (H1 -Rezeptorenblocker), die jedoch als Nebenwirkungen Sehstörungen, Herzjagen, Mundtrockenheit, Magen-Darm-Beschwerden und Hautreaktionen hervorrufen können. Chloralhydrat wird als Ein- und Durchschlafmittel verwendet. Als Nebenwirkungen treten Schleimhautreizungen und Mundgeruch auf. Außerdem kann es süchtig machen. Benzodiazepine sind wegen ihrer Nebenwirkungen sehr kritisch zu betrachten. Nicht selten kommt es zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit am nächsten Tag (Hangover). Sie verändern das natürliche Schlafmuster, führen wegen ihrer muskelerschlaffenden Wirkung zu erhöhter Sturzgefahr und machen abhängig.
Zolpidem wird bei Einschlafstörungen, Zopiclon bei Durchschlafstörungen eingesetzt. Sie beeinflussen im Gegensatz zu den Benzodiazepinen das natürliche Schlafmuster nicht. Nebenwirkungen wie Hangover und Muskelerschlaffung treten nur selten auf. Trotz der geringeren Gefahr der Abhängigkeit sollten sie nicht über längere Zeit hinweg eingenommen werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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