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Rheumamittel

Rheumamittel,
Antirheumatika:

Medikamente, die Schmerzen und Entzündungen bei Rheuma vermindern oder das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Sie werden nach ihrer Wirkungsweise und Art der Anwendung eingeteilt.

Innerlich angewandte Rheumamittel

Die meisten innerlich angewandten Rheumamittel werden über einen langen Zeitraum eingenommen. Dadurch treten häufig Nebenwirkungen auf, die bei der Auswahl des Medikaments oft eine große Rolle spielen. Auch werden diese Medikamente häufig in Kombination miteinander eingesetzt, wodurch sich die unerwünschten Effekte verstärken können. Bei Auftreten von Nebenwirkungen ist sofort der Arzt zu informieren.

Prostaglandinsynthesehemmer: Wirkstoffe mit besonders ausgeprägter schmerz- und entzündungshemmender Wirkung sind die Prostaglandinsynthesehemmer.

Glukokortikoide: Sie unterdrücken das Immunsystem und wirken entzündungshemmend (Kortikoide).

Basistherapeutika: Sie sollen das Fortschreiten und Aufflammen der Krankheit verhindern. Häufig dauert es bis zu sechs Monate, bis eine Wirkung spürbar ist. Zu den Basistherapeutika zählen v. a. Goldpräparate, das als Malariamittel bekannte Chloroquin, das Zytostatikum Methothrexat (Krebsmittel) sowie D-Penicillamin. Da als Nebenwirkungen Blutbildveränderungen vorkommen können, werden regelmäßige Blutkontrollen durchgeführt. Alle Basistherapeutika können Magen-Darm-Störungen sowie Haut- und Schleimhautveränderungen verursachen. Goldpräparate können zu Nierenschäden, Gelbsucht und Nervenentzündungen führen. D-Penicillamin ruft häufig Geschmacksstörungen hervor. Chloroquin verursacht bei Langzeittherapie dosisabhängige, nicht rückbildungsfähige Veränderungen an der Netzhaut.

Andere Rheumamittel:Leflunomid ist das erste Medikament einer neuen Gruppe von Rheumamitteln (DMARD: disease-modifying anti-rheumatic drugs). Es hemmt bestimmte Enzyme von Lymphozyten, die an Autoimmunprozessen in den Gelenken beteiligt sind. Anakinra ist ein Hemmstoff von Interleukin-1 (IL-1), das eine wichtige Rolle bei der Entstehung von rheumatischen Entzündungen spielt und bei Patienten mit rheumatoider Arthritis in erhöhtem Maße vom Körper produziert wird. Etanercept ist ein gentechnisch hergestellter TNF-a-Rezeptor, an den sich der Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) bindet und daher seine entzündungsverursachenden Reaktionen nicht entfalten kann. TNF kann auch direkt gehemmt werden durch den ebenfalls gentechnisch hergestellten Antikörper Infliximab.

Äußerlich angewandte Rheumamittel

Dazu zählen eine Vielzahl von verschiedensten Arzneistoffen und Zubereitungen, die außer Hautreizungen meist keine Nebenwirkungen aufweisen. Deshalb können sie ohne Rezept erworben werden.

Badezusätze:Badezusätze mit Heublumen, Moor, Schwefel, Salizylsäure und Sole sollen schmerzhafte, entzündliche Prozesse aufhalten und die Schmerzen lindern.

Rheumapflaster: Sie enthalten meist durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Wirkstoffe, die zu den Wärmetherapiemitteln gehören.

Flüssige Einreibungen (Linimente) und Salben: Sie enthalten häufig Kombinationen von Wärmetherapiemitteln mit Prostaglandinsynthesehemmern, z. B. Salizylsäureabkömmlinge wie Hydroxyäthylsalizylat.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010

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