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Punktion

Einstechen in Gefäße, Körperhöhlen oder Organe zur Gewinnung von Körperflüssigkeit, zur Gewebeentnahme oder zum Einbringen von Medikamenten. Im Rahmen diagnostischer Punktionen wird Material (Punktat) zur laborchemischen, pathologischen oder mikrobiologischen Untersuchung gewonnen (Blutuntersuchung, Biopsie). Therapeutische Punktionen dienen z. B. der Entlastung bei krankhaften Flüssigkeitsansammlungen (z. B. Pleuraerguss, Aszites), der Spülung von Körperhöhlen oder dem Einbringen von Medikamenten.

Die diagnostische oder therapeutische Bauchpunktion wird bei Bauchwassersucht (Aszitespunktion), Bauchfellentzündung oder Abszess eingesetzt. Die Knochenmarkentnahme durch Knochenmarkpunktion kann am Beckenknochenrand (Beckenkammpunktion) oder am Brustbein (Sternalpunktion) erfolgen. Eine Blasenpunktion wird z. B. bei Harnverhalt, zur künstlichen Harnableitung (Drainage) bei Harnabflussbehinderung, zur Spülung der Blase sowie zur Gewinnung von keimfreiem Urin für Untersuchungszwecke durchgeführt. Die Douglas-Punktion erfolgt meist von der Scheide aus. Für die pränatale Diagnostik werden die Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) und die Nabelschnurpunktion eingesetzt. Die Gelenkpunktion dient bei einem Gelenkerguss der Entlastung der Gelenkkapsel, Verbesserung der Durchblutung, Schmerzlinderung und evtl. dem Einbringen von Medikamenten in das Gelenk und wird am häufigsten am Knie- und Schultergelenk durchgeführt. Eine Herzbeutel- oder Perikardpunktion erfolgt meist von einer Stelle unterhalb des Brustbeins aus und dient der Ableitung einer Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel (Herzbeuteltamponade) und damit der Entlastung des Herzens oder aber der Gewinnung von Untersuchungsmaterial, z. B. bei Herzbeutelentzündung. Die Herzpunktion wird meist zwischen zwei Rippen neben dem linken Brustbeinrand durchgeführt. Leberpunktion und Nierenpunktion werden v. a. zur Biopsie des Gewebes ausgeführt. Bei einer Blutung oder einem Abszess im Schädelinnenraum kann eine Hirnpunktion nach Schädeltrepanation und Einschnitt in die harte Hirnhaut erfolgen. Die Ventrikelpunktion dient der Messung des Hirndrucks in einer Hirnkammer (meist Seitenventrikel) oder dem Ablassen von Nervenwasser (Liquor) zur Entlastung bei Hirndrucksteigerung oder bei Hydrozephalus. Eine Liquorpunktion erfolgt dagegen meist als Lumbalpunktion. Den Zugang zur Brustfellhöhle ermöglicht die Pleurapunktion.

Durchführung: Die Punktion wird nach örtlicher Betäubung mit speziellen Hohlnadeln (Punktionskanülen) durchgeführt. Bei Verwendung besonders dünner Nadeln wird der Vorgang auch Feinnadelpunktion genannt.

Komplikationen: Zu den Gefahren der Punktion gehören die Organverletzung, die Blutung bei Gefäßverletzungen oder die Entzündung durch eine Keimverschleppung. Grundsätzlich sind oberflächliche Eingriffe mit weniger Gefahren behaftet als tiefer reichende Punktionen.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010

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