Wirkstoffe, die zur Bekämpfung eines Befalls mit Parasiten wie Läusen, Milben, Würmern oder Protozoen eingesetzt werden (Wurmmittel, Malariamittel). Gegen Parasiten auf der Haut (Läuse, Milben) werden äußerlich anzuwendende Mittel verwendet. Bei allen Parasitenmitteln muss ein Kontakt mit Augen, Schleimhäuten und vorgeschädigter Haut vermieden werden. Um eine Wiederansteckung zu vermeiden, müssen Familienmitglieder und andere Kontaktpersonen auf Befall untersucht und evtl. gleichzeitig behandelt werden.
Mittel gegen Krätze (Antiskabiosa)
Rezeptfreie Mittel: Rezeptfreie Lösungen zur Ganzkörperbehandlung, die auch bei Kindern angewendet werden können, enthalten Benzylbenzoat oder Mesulfen. Der länger haftende Wirkstoff Crotamiton ist zwar besser hautverträglich, sollte aber wegen der Gefahr der Resorption nicht am ganzen Körper angewendet werden. Die Mittel werden an drei aufeinander folgenden Tagen auf die Haut aufgetragen und erst nach drei Tagen abgewaschen. Außer Hautreizungen sind bei sachgemäßer Anwendung keine Nebenwirkungen zu erwarten.
Lindan (Gammahexachlorcyclohexan, Gammexan): Fraß-, Kontakt- und Atemgift (Insektizid) aus der Gruppe der Chlorkohlenwasserstoffe, das bereits in geringen Mengen für die meisten Insektenarten tödlich ist.
Lindan lagert sich im Fettgewebe von Mensch und Tier ab. Es geht in die Muttermilch über und kann schon das Ungeborene belasten, da es die Plazentaschranke durchdringt. Lindan unterliegt wegen seiner nervenschädigenden Wirkung der Verschreibungspflicht und bedarf besonderer Sorgfalt bei der Anwendung.
Bei einer akuten Vergiftung treten Erregung, Zittern, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Krämpfe und Lähmungen auf. Lindan kann Geschwüre im Mund sowie Durchfälle verursachen. Bei einer chronischen Lindanvergiftung kann es zu Leber- und Nierenschäden kommen. Außerdem werden noch eine Reihe anderer Allgemeinbeschwerden (z. B. Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Abgeschlagenheit) als Nebenwirkungen diskutiert.
Mittel gegen Läuse
Pyrethrumextrakte: Zu den rezeptfreien Präparaten zählen die natürlichen und synthetischen Pyrethrinverbindungen, die wegen ihres sonst raschen Abbaus immer mit dem Wirkungsverstärker Piperonylbutoxid kombiniert werden. Sie entstammen ursprünglich einer Chrysanthemenart und sind in Shampoos und Lösungen enthalten. Die Anwendung ist einfach. Die Präparate werden in das frisch gewaschene, feuchte Haar einmassiert bzw. gesprüht und nach 30 Min. Einwirkungszeit wieder ausgewaschen. Nach einer Woche sollte die Behandlung aus Sicherheitsgründen wiederholt werden. Außer Hautreizungen und allergischen Reaktionen im Bereich der Atemwege wurden als Nebenwirkungen in seltenen Fällen rückbildungsfähige Störungen der Berührungsempfindlichkeit im Bereich der behandelten Haut beobachtet. Pyrethrumextrakte sollten nicht bei Säuglingen und im ersten Drittel einer Schwangerschaft eingesetzt werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 11.04.2011
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