Abheben der neurosensorischen Schicht der Netzhaut vom retinalen Pigmentepithel (Netzhaut). Aufgrund der dadurch beeinträchtigten Blutversorgung der Netzhaut gehen die Lichtrezeptoren zugrunde.
Ursache: Am häufigsten ist die Netzhautablösung Folge eines Risses in der Netzhaut, durch den Glaskörperflüssigkeit zwischen Netzhaut und Aderhaut dringt. Dies entsteht am häufigsten im Rahmen einer Glaskörperablösung. Auch nach Prellung oder Verletzung des Augapfels sowie durch Dehnungsprozesse der Netzhaut in kurzsichtigen Augen besteht eine erhöhte Gefahr.
Befund: Frühes Alarmzeichen ist die Wahrnehmung von Lichtblitzen und schwarzen Punkten. Im späteren Stadium hat der Kranke den Eindruck, dass sich ein Vorhang teilweise vor das Auge schiebt oder eine Mauer von unten aufsteigt. Die Diagnose erfolgt mittels einer Augenspiegelung oder ergänzend durch eine Ultraschalluntersuchung.
Behandlung: Winzige Netzhautrisse oder -löcher können durch Hitze- oder Kälteanwendung (Laser-, Foto- oder Kryokoagulation) verklebt und an die Aderhaut angeheftet werden; diese Maßnahmen können auch vorbeugend an gefährdeten Bezirken erfolgen. Fortgeschrittene Netzhautablösungen müssen operativ behandelt werden. Im einfacheren Fall wird im Bereich des Netzhautlochs auf der Lederhaut eine Kunststoffplombe angebracht, die Netz- und Aderhaut durch Eindellung aneinander annähert. Ist das nicht möglich, muss der Glaskörper entfernt werden (Vitrektomie), anschließend kann die Netzhaut durch Einbringen von Silikonöl ausgedehnt und der Aderhaut angelagert werden. Bei frühzeitiger Behandlung sind die Erfolge gut.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 19.12.2011
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