Entzündung eines oder beider Nebenhoden.
Ursache: Die Nebenhodenentzündung entsteht durch einen aufsteigenden Harnwegsinfekt und ist oft vergesellschaftet mit einer Blasenentleerungsstörung, z. B. durch eine Vergrößerung der Prostata.
Befund: Die Betroffenen haben starke Schmerzen im Hodenbereich, die entlang des Samenstrangs in die Leistenregion und den Unterbauch ziehen. Der Nebenhoden ist geschwollen und vergrößert, die Hodensackhaut gerötet. Es treten Fieber, Schüttelfrost und ein allgemeines Krankheitsgefühl auf.
Abgegrenzt werden muss die Nebenhodenentzündung von einer Hodentorsion, da diese eine umgehende Operation erfordert.
Behandlung: Während der empfohlenen Bettruhe wird der Hoden hochgelagert und mit in mehrere Tücher eingewickelten Eisbeuteln und entzündungshemmenden Salben gekühlt. Es werden Antibiotika sowie entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Bei hohem Fieber erfolgt die Behandlung im Krankenhaus, da die Gefahr einer Abszessbildung und Verschleppung der Erreger ins gesamte Blutsystem besteht. Außerdem kann eine nicht rechtzeitige oder ausreichende Therapie zu einer chronischen Nebenhodenentzündung führen. Verschleppte Nebenhodenentzündungen sind die häufigste Ursache der männlichen Unfruchtbarkeit. Oft ist eine gleichzeitige Harnableitung über einen suprapubischen Katheter notwendig.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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