Hauptinhaltsstoff des Opiums. Der Körper bildet v. a. unter Stressbedingungen eigenes endogenes Morphin (Endorphine). Zu therapeutischen Zwecken wird Morphin als Schmerzmittel bei starken Schmerzen, wie z. B. Tumorschmerzen, bei schweren Verletzungen und nach Operationen eingesetzt. Bei einer Morphinbehandlung sind oft Begleitmedikamente nötig, z. B. Abführmittel bei Verstopfung oder Medikamente gegen anfängliches Erbrechen.
Morphin unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Bei missbräuchlicher, längerer Anwendung entwickelt sich eine körperliche und evtl. auch psychische Abhängigkeit (Sucht). Beim Absetzen des Morphins treten dann starke Entzugserscheinungen auf. Eine akute Morphinvergiftung äußert sich in Bewusstlosigkeit, stecknadelkopfgroßen, verengten Pupillen, verlangsamter Atmung, erniedrigter Körpertemperatur und fehlenden Reflexen. Die Behandlung besteht in der Gabe eines Gegengiftes (Opioidantagonisten) und künstlicher Beatmung.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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