Menstruationsstörungen

Störungen des Zyklus können den Blutungsrhythmus oder die Blutungsstärke betreffen. Daneben kommen auch schmerzhafte Regelblutungen vor
von Dr. Dagmar Schneck, 26.05.2013

Ein Menstruationszyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung und endet mit dem letzten Tag vor der nächsten Regelblutung und dauert normalerweise etwa 25 bis 31 Tage. Bei einer unauffälligen Regelblutung kommt es in 4 bis 5 Tagen zu einem Blutverlust von insgesamt zirka 30 Milliliter.

Störungen des Zyklus können den Blutungsrhythmus oder die Blutungsstärke betreffen. Eine schmerzhafte Regelblutung kann unabhängig von oder gemeinsam mit anderen Zyklusanomalien auftreten.

Der folgende Überblick bietet nur eine Auswahl möglicher Ursachen von Menstruationsstörungen. Er darf nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose verstanden werden. Die Diagnose kann nur der Arzt stellen. Blutungsauffälligkeiten sollten ärztlich abgeklärt werden.

Veränderungen des Zyklusrhythmus

Zu den Veränderungen des Zyklusrhythmus gehören Zwischenblutungen und Veränderungen in der Zykluslänge.

Geringfügige Blutungen in der Zyklusmitte oder kurz vor der Menstruation werden als Spotting bezeichnet. Sie können im Zusammenhang mit dem Eisprung auftreten aber auch unter der Einnahme von Hormonpräparaten oder bei einer liegenden Spirale auftreten.

Von einer Metrorrhagie spricht man bei einer stärkeren Zwischenblutung, die mindestens zwei  blutungsfreie Tage Abstand von der Menstruationsblutung hat und nicht als Kontaktblutung auftritt. Echte Metrorrhagien sind verdächtig für ein Zervixkarzinom und sollten durch Abstriche abgeklärt werden.

Eine Kontaktblutung ist eine Blutung, die durch direkten Kontakt, zum Beispiel Geschlechtsverkehr, Scheidenspülungen oder instrumentelle Eingriffe ausgelöst wird. Selten sind zusätzlich Gefäßveränderungen oder eine Portioektopie vorhanden.

Schmierblutungen sind geringfügige Blutungen, die oft als bräunlicher Ausfluss wahrgenommen werden. Sie können zum Beispiel am Ende eines Zyklus ohne Eisprung (anovulatorischer Zyklus) und im Zusammenhang mit Hypermenorrhöen (s. u.) auftreten.

Wenn bis zum 17. Lebensjahr keine Regelblutung auftritt spricht man von primärer Amenorrhoe. Bleibt die Regelblutung länger als drei Monate aus, ohne dass eine Schwangerschaft vorliegt, spricht man von einer sekundären Amenorrhoe. Ursache können zum Beispiel Störungen des Hormonhaushaltes sein. Das kommt bei Erkrankungen der Hypophyse (wie Prolaktinom, Kraniopharyngeom) vor. Häufige Auslöser sind aber auch Essstörungen oder chronische Erkrankungen. Einer primären Amenorrhö können auch eine Entwicklungsverzögerung oder eine Chromosomenveränderungen (beispielsweise ein Turner-Syndrom) zugrunde liegen.

Dauern die Zyklusintervalle kürzer als 25 Tage spricht man von Polymenorrhö ("häufiger als normal"). Ursache kann ein Ausbleiben des Eisprungs sein oder Veränderungen in der Gelbkörperphase. Das kommt häufig in der Pubertät oder um die Wechseljahre (Menopause) vor. Auch bei liegender Spirale kann die Zyklusdauer verkürzt sein.

Blutungsveränderungen bei erhaltenem Zyklusrhythmus

Eine Menorrhagie ist eine verlängerte Periodenblutung. Ab 14 Tagen spricht man von einer Dauerblutung. Ursache kann eine verdickte Gebärmutterschleimhaut nach mehreren anovulatorischen Zyklen sein. Treten zusätzlich Fieber und Unterbauchschmerzen auf, ist eine Entzündung der Gebärmutter oder der Gebärmutterschleimhaut wahrscheinlich. Diese kann oft mit einer Entzündung der Eileiter und der Eierstöcke gemeinsam auftreten. Eine Behandlung ist dringend erforderlich, da vor allem wiederholte Infekte zu Vernarbungen und damit zur Unfruchtbarkeit führen können.

Eine Hypermenorrhoe ist eine überstarke Menstruationsblutung mit einem Blutverlust über 80 Milliliter. Hypermenorrhoen gehören zu den häufigsten Gründen für eine Eisenmangelanämie. Ursachen können Polypen oder Myome der Gebärmutter sein oder eine verdickte Gebärmutterschleimhaut nach mehreren anovulatorischen Zyklen. Sie treten gehäuft während der Wechseljahre auf. Bei Hypermenorrhoen nach einer Entbindung muss untersucht werden, ob Plazentareste in der Gebärmutter die anhaltende Blutung verursachen. Weitere Faktoren können eine Blutungsneigung sein (zum Beispiel von Willebrand-Jürgens-Syndrom, Medikamente) oder eine Erkrankung der Gebärmutter (Gebärmutterentzündung, Tumoren der Gebärmutter).

Eine Hypomenorrhoe ist eine verminderte Blutungstärke bei vermindertem Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Ursache können eine geringe Östrogenproduktion oder gestagenhaltige Kontrazeptiva sein.

Schmerzhafte Monatsblutungen (Dysmenorrhöen) können bei Entzündungen der Gebärmutter und der Eierstöcke vorkommen. Auch Uterusmyome oder eine Endometriose, also eine Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter  vorkommt, können sehr schmerzhafte Regelblutungen verursachen.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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