Lähmung derjenigen Finger- und Handmuskeln, die vom Nervus medianus innerviert werden.
Ursache: Sehr häufig wird der Nerv in seinem Verlauf durch einen Kanal an der Innenseite des Handgelenks durch chronischen Druck (Karpaltunnelsyndrom) oder durch Verletzungen geschädigt. Seltener ist die obere Medianuslähmung, z. B. durch Schnittverletzungen an der Innenseite des Oberarms. Auch Knochenbrüche des Ober- bzw. Unterarms können zur Medianuslähmung führen.
Befund: Bei einer Schädigung am Handgelenk kann der Daumen nicht mehr von der Hand weggeführt oder mit dem Zeigefinger zusammengeführt werden; an Daumen, Zeige- und Mittelfinger sowie teilweise am Ringfinger bestehen Gefühlsstörungen und die Daumenballenmuskulatur schwindet. Typischerweise kann eine Flasche nicht mehr umfasst werden (sog. positives Flaschenzeichen). Die obere Medianuslähmung führt zum Verlust der Fähigkeit, Daumen, Zeige- und Mittelfinger zu beugen. Wenn der Betroffene zum Faustschluss aufgefordert wird, bleiben diese Finger zurück (»Schwurhand«). Außerdem kann die Hand kaum mehr nach außen gedreht (proniert) werden.
Behandlung: Bei Nervendurchtrennungen kann eine operative Rekonstruktion des Nervs versucht werden. Leichtere Formen des Karpaltunnelsyndroms werden mit nächtlicher Schienung behandelt, bei schweren Formen sollte eine Druckentlastungsoperation durch Sehnenspaltung erfolgen.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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