Verpflanzung einer Spenderleber, die durchgeführt wird, wenn die Leberfunktionen versagen und das Organ unwiederbringlich zerstört ist, z. B. bei angeborenen Fehlbildungen, Leberzirrhose, chronischen Formen der Virushepatitis, Lebertumoren oder defekten Leberenzymen. Bei einem Leberversagen ist der Betroffene vom Tod bedroht, da der Körper nicht mehr entgiftet wird. Durchschnittlich leben ein Jahr nach der Transplantation noch 80–90 % der Transplantationspatienten und nach fünf Jahren 70–80 %.
Aufgrund der vielen Blutgefäße und der Gallengänge, die durch die Leber verlaufen, ist die Lebertransplantation eine chirurgisch aufwendige Operation. Die Leber eines hirntoten Spenders kann geteilt und auf zwei Empfänger übertragen werden. Die Teillebern regenerieren sich innerhalb weniger Monate. Auf diese Art kann auch eine Anpassung der Größe des Spenderorgans für den Empfänger erfolgen. Bei Kindern ist die Lebendspende eines Leberteils möglich, z. B. von Vater oder Mutter. Die Verpflanzung solcher Splitlebern erfordert eine besondere Erfahrung auf diesem Gebiet. Da sich die Operationstechniken ständig verbessern, sinkt auch hier das Risiko. Neben einem Versagen der transplantierten Leber selbst oder einer Abstoßung kann es zu Blutungen oder Verschlüssen der Gefäße oder Gallenwege kommen.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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