Erweiterung der Venen, von der fast ausschließlich die Beine betroffen sind.
Ursache: Beim primären Krampfaderleiden liegt eine Schwäche der Venenwand und des Bindegewebes vor, die zur Dehnung der Gefäße und nachfolgend zur Schlussunfähigkeit der Venenklappen führt. Meist besteht eine familiäre Veranlagung. Begünstigt wird das Krampfaderleiden z. B. durch stehende Tätigkeiten, Übergewicht und Schwangerschaft. Das sekundäre Krampfaderleiden ist Folge von Venenerkrankungen, zumeist einer Thrombose der tiefen Beinvenen, die zu einer Zerstörung der Venenklappen geführt hat, oder einer Abflussbehinderung des venösen Blutes (z. B. bei Tumoren).
Befund: Das Krampfaderleiden bleibt oft lange symptomlos. Später klagt der Betroffene über Schwellungen, Juckreiz, Schwere- und Spannungsgefühl in den Beinen (v. a. nach längerem Sitzen oder Stehen), nächtliche Muskelkrämpfe und gelegentlich über stechende Schmerzen im Bereich der Waden. Bei einer hinzutretenden Venenentzündung kann sich zusätzlich Fieber einstellen und die Gefäße zeigen sich als verhärtete, druckschmerzhafte Stränge. Schon durch leichte Verletzungen können die geschädigten Venen zerreißen und kann eine Krampfaderblutung auftreten. Ein langjähriges Krampfaderleiden kann zur chronisch-venösen Insuffizienz mit bräunlichen Verfärbungen der Haut, Entzündungen und der Bildung von schlecht heilenden Unterschenkelgeschwüren führen. Für die Diagnostik werden neben Ultraschalluntersuchungen der Perthes-Test und der Trendelenburg-Test eingesetzt.
Behandlung: Ein angepasster Kompressionsstrumpf oder ein Kompressionsverband unterstützen den Rücktransport des Blutes und sind zur Behandlung eines leichten Krampfaderleiden meist ausreichend. Ausgeprägte Krampfadern können verödet oder operativ entfernt werden (Venenstripping).
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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