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Knochenmarkentzündung

Knochenmarkentzündung,
Osteomyelitis:

Entzündungsprozess im Knochenmark durch eine Infektion des Markraums. Die Knochenmarkentzündung ist meist verbunden mit einer Entzündung der umgebenden Knochenstrukturen.

Ursache und Einteilung: Die akute Knochenmarkentzündung kann durch die Verschleppung von Keimen über den Blutweg bei einer Allgemeininfektion (endogene Knochenmarkentzündung), den Einbruch einer Entzündung des benachbarten Gewebes in die Markhöhle oder durch ein Eindringen des Erregers von außen (exogene Knochenmarkentzündung, z. B. bei offenen Knochenbrüchen) entstehen. Oft handelt es sich bei den Krankheitserregern um Staphylokokken. Die Säuglingsosteomyelitis tritt nach einer Nabelschnurinfektion auf, und es besteht eine hohe Gefahr für eine Blutvergiftung. Die chronische Knochenmarkentzündung entsteht infolge einer nicht ausgeheilten akuten, meist exogenen Knochenmarkentzündung. Sonderformen sind die durch spezifische Krankheitskeime verursachten Infektionen, z. B. durch die Erreger von Tuberkulose, Syphilis, Lepra und Typhus.

Befund: Die Knochenmarkentzündung nimmt je nach Aggressivität des Erregers, Abwehrstärke und Alter des Betroffenen und der Durchblutung der Knochen einen unterschiedlichen Verlauf. Die akute, eitrige Knochenmarkentzündung führt zu Fieber, Schüttelfrost und Schmerzen, insbesondere bei einer Gelenkbeteiligung. Der Betroffene nimmt eine schmerzlindernde Schonhaltung ein. Der Bereich des erkrankten Knochens zeigt eine Rötung, Überwärmung, Schwellung und Funktionseinschränkung. Im Markraum bilden sich kleine Abszesse. Die Eiterherde können durch die Knochenhaut treten oder in der Nähe von Gelenken eitrige Gelenkergüsse hervorrufen und schließlich zur Zerstörung des Knochengewebes führen (Sequesterbildung) oder Aussparungen im Knochen (Totenlade) verursachen. Dadurch wächst die Gefahr von spontanen Knochenbrüchen. Außerdem ist die Bildung einer Fistel möglich, über die sich Eiter entleert. Eine Blutvergiftung durch die Aussaat von Krankheitserregern über das Blut kann entstehen. Bei Kindern sind bleibende Fehlstellungen bzw. Gelenkschäden und Wachstumsstörungen möglich. Bei einer chronischen Knochenmarkentzündung entstehen gelegentlich auch Fistelkarzinome. Zur Diagnostik dienen Blutuntersuchungen, mikrobiologische Untersuchungen des Wundabstrichs oder einer Punktion, Röntgenaufnahmen sowie evtl. weitere bildgebende Verfahren.

Behandlung: Die Therapie beginnt mit der sofortigen Ruhigstellung (z. B. mithilfe einer Gipsschiene) und Bettruhe. Eine hoch dosierte, intravenöse Antibiotikatherapie wird eingeleitet. Oft ist eine operative Entfernung der Eiterherde und des abgestorbenen Knochengewebes mit anschließender Spülung der Wunde mittels einer Spül-Saug-Dränage oder einer lokalen Antibiotikatherapie notwendig. Heilt eine akute Knochenmarkentzündung nicht richtig aus, treten oft über Jahre hinweg immer wieder entzündliche Schübe auf.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010

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